Südbahn-Protest : Erneut Flagge in Schwerin gezeigt

Eindeutige Worte auf den Stufen zum Eingang der Staatskanzlei in Schwerin.
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Eindeutige Worte auf den Stufen zum Eingang der Staatskanzlei in Schwerin.

Die Bürgerinitiative „ProSchiene Hagenow – Neustrelitz“ hat mit neuen Unterstützern bei ihrer dritten Demonstration vor dem Landtag von sich hören lassen. Verkehrsminister Pegel kam zum Gespräch aus dem Landtag heraus.

svz.de von
13. März 2014, 21:00 Uhr

Zum dritten Mal zeigte die Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene Hagenow – Neustrelitz“ gestern mit einer Demonstration vor dem Landtag und der Staatskanzlei erneut auch Flagge in Schwerin. Neben Mitgliedern der großen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, von der sogar der stellvertretende Bundesvorsitzende Klaus-Dieter Hommel extra aus Frankfurt am Main nach Schwerin kam, nahmen ebenfalls rund 40 Bewohner der Lewitz-Werkstätten aus Parchim zum ersten Mal an der Aktion teil. „Unsere Leute können kein Auto und wegen anderer Einschränkungen in der Regel auch nicht mit dem Bus fahren, so dass die Bahn für sie sehr wichtig ist, um etwa andere Bewohner in Waren oder Malchow zu besuchen“, sagt Kathleen Ladwig-Skiba, Bereichsleiterin Wohnen. „Die Zugverbindung sehen deshalb auch wir als sehr wichtig an.“

Für Klaus-Dieter Hommel „ist es eine fürchterliche Schweinerei, was die Politik hier vorhat“. Bevor man daran denke, etwas so Wichtiges reflexartig zu zerstören, wäre es ungleich wichtiger, erst einmal ein vernünftiges Verkehrskonzept zu erarbeiten.

Durch ihre Verweigerungshaltung gegenüber dem Plan, die Bahnstrecke Hagenow – Neustrelitz ohne Unterbrechung zu erhalten, nehme die Landesregierung große Nachteile für Behinderte in Kauf, was jedem Grundsatz von Gleichbehandlung widerspreche, sagte Jürgen Fischer, der sich unter anderem auch auf Landesebene für Behinderte einsetzt. Niemand werde verstehen, Güterverkehr weiter stattfinden zu lassen, der für jeden bequemen Personenbeförderung jedoch große Steine in den Weg zu legen.

Verkehrsminister Christian Pegel hielt sein in der Gesprächsrunde am Montag (wir berichteten) gegebenes Versprechen ein und kam gestern aus dem Landtag heraus, um direkt mit den Demonstranten zu sprechen. Ihm zufolge wäre es unehrlich, Hoffnung auf Erhalt der Südbahn zu machen, nur um freundlich zu sein, obwohl feststehe, dass man sie nicht erfüllen kann. „Ich muss auch mit dem Geld auskommen, das mir der Bund für den Schienenverkehr zur Verfügung stellt“, so Pegel. Bei der Neu-Aufteilung der Mittel Ende dieses Jahres wäre er froh, wenn sich die Summe für Mecklenburg-Vorpommern nicht verringert. Durch die Nutzung von für wenig Menschen deutlich kostengünstigeren Bussen ließen sich allein bei der Südbahn zwischen drei und vier Millionen Euro einsparen: „Für das ganze Land stehen 240 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Nordrhein-Westfalen etwa beklagt, dass wir 90 Millionen zuviel bekommen. Was mache ich bei großen Kürzungen? Ich muss für Alternativen bereit sein.“

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