zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. November 2017 | 01:26 Uhr

Hunde : Er will doch nur spielen, der kleine Hund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Doch manchmal ist es besser, die Signale eines Hundes richtig zu deuten, denn nicht immer will der Vierbeiner Freude ausdrücken, wenn er mit der Rute wedelt

von
erstellt am 12.Mai.2015 | 20:00 Uhr

Zur Begrüßung springt Lord, ein Mischlingsrüde, einen immer an. Seine Rute kreist beim Wedeln.  Danach legt er sich auf den Rücken, alle Viere von sich gestreckt. Der Hund freut sich. Nicht bei jedem Besucher macht Lord dieses Ritual, nur bei solchen Menschen, die er kennt und denen er vertraut. Lord kommuniziert – mit anderen Hunden, aber auch mit den Menschen in seiner Umgebung. Hunde verstehen den Rüden, der Mensch nicht immer. Das Anspringen von Hunden wehren Menschen oftmals ab, weil sie es als unangenehm empfinden. Uta Wassilewsky aus Broock findet das schade. „Das Verhalten ist total hundetypisch. Sie zeigen einem Freude und Glück. Das Anspringen ist ein Natur-Instinkt“, erklärt die Tierheilpraktikerin in ihrem Seminar „Kommunikationsmöglichkeiten des Hundes.“ Denn kleine Hunde, Welpen, begrüßen so ihre Mutter – lecken dabei noch über den Fang des Muttertieres.

Der Hund kommuniziert mit seinem Körper

Mit den Augen, dem Maul, den Ohren, der Rute, dem Haarkleid, dem Gewicht, der Lautsprache und den Ausscheidungen kommunizieren Hunde. Der gesamte Körper gibt Signale ab. Ein Bellen kann entspannt, gelangweilt, aggressiv sein. „Hohe, schnelle Tonfolgen beim Bellen und ein ,grrrr‘ dazwischen, ist ein aggressives Bellen. Es ist Vorsicht geboten“, erklärt Uta Wassilewsky ihren Kursteilnehmern.

Die Beschwichtigung  des Hundes

Doch es gibt auch andere Signale, sogenannte Calming Signale, Beschwichtigungsmerkmale, mit denen ein Hund ebenfalls kommuniziert.  Mit diesen will er  einen Konflikt vermeiden – ob mit Hund oder Mensch. Uta Wassilewsky ist sich sicher, wer die Calming Signale seines Hundes kennt und richtig deutet, wird seinen Vierbeiner besser verstehen. 

Britta aus Plau am See ist auch unter den Teilnehmern. Sie ist aus Liebe zu ihrem Hund dabei. „Mein Purzel ist schon 15 Jahre alt, ein Mischling. So ein Tier wächst einem schon ans Herz“, sagt sie und lächelt. Nicht nur acht Teilnehmer  sitzen in der Tierheilpraxis in Broock, auch ein Hund ist unter ihnen. Robert Hoffmann  hat seinen Benny hereingeholt. Der Quetziner hat auf seinem großen Hof schon immer Hunde gehabt. Doch Benny ist etwas Besonderes. „Ich habe Benny vom Amt Goldberg, die Mitarbeiter hatten ihn aufgegriffen“, erzählt er. Wie alt Benny genau ist, weiß er nicht – er vermutet, dass er um die fünf Jahre alt sein muss. „Merkwürdigerweise hört er aber auf diesen Namen“, sagt Robert Hoffmann. Zu Kindern, Menschen generell, ist Benny lieb, doch andere Rüden und auch das Pony ärgern ihn manchmal. Im Seminar liegt Benny auf einer Decke am Boden, ganz ruhig, brummt manchmal leise vor sich, schließt die Augen. Benny scheint sich wohlzufühlen, er kommuniziert mit seiner Lautsprache.

Uta Wassilewsky zeigt anhand vieler Beispiele, wie Hundeliebhaber mit ihrem Vierbeiner richtig umgehen. „Wenn Sie allein mit ihrem Hund sind, ist es schon wieder ganz anders, als wenn sie mehreren Hunden begegnen“, erklärt sie. Denn in einem Rudel verhält sich der Hund ebenfalls wieder ganz anders, das müsse sich jeder Hundebesitzer vor Augen führen, sein Handeln muss gut überlegt und bewusst gemacht sein, denn schließlich sind Hunde noch immer „Raubtiere“. Doch Uta Wassilewsky ist sich sicher, wer die Calming Signale seines Hundes richtig deutet und ihn verstehen lernt, dem wird das Tor zur Hundewelt geöffnet.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen