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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 23:34 Uhr

Nach Verkehrsunfall : Emma ist zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Fünfjährige überlebt einen schweren Unfall nur knapp. Heute kann sie wieder lachen - und besucht wieder eine Kita.

von
erstellt am 17.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Vor fast genau auf den Tag einem Jahr – am 13. Mai 2014 – zeigen Ärzte in der Rostocker Universitäts-Klinik ihr ganzes Können. Nachdem das Auto der Mutter der damals vierjährigen Emma zwischen Zahren und Gallin mit einem Triebwagen zusammengeprallt ist, bringt ein Hubschrauber das Kind mit mehrfach zertrümmertem Schädelknochen und unzähligen anderen Verletzungen zu ihnen. Was auch für einige Fachleute unmöglich erscheint, gelingt doch, und noch mehr: Emma hat jetzt einen weiteren entscheidenden Schritt zurück in ihr gewohntes Leben gemacht. Seit diesem Monat geht sie wieder in den Kindergarten in Passow, begeistert von den anderen Mädchen und Jungen aufgenommen.

Darauf hatten die Eltern immer gehofft, was jedoch auch immer wieder mit Bangen verbunden war, denn die Vorgabe lautete, dass das Kind in einer Kita von einem Heilerzieher betreut werden müsse. Zu finden war jedoch keiner. Vorgegebene Alternative wäre eine völlig unbekannte Integrationseinrichtung gewesen.

Eine neue Lösung ist da. Emma unterstützt jetzt bis auf weiteres Hendrikje Dreffin, Fachkraft für Frühförderung von den Lewitz-Werkstätten, an zwei Nachmittagen in der Woche. Außerdem erhält die jetzt Fünfjährige an drei Nachmittagen Ergo-, Logo- beziehungsweise Physiotherapie, um die noch bestehenden Einschränkungen weiter zu lindern. „Für uns ist  diese Situation auch neu, aber wir haben dessen ungeachtet immer dafür gekämpft, dass Emma zu uns zurückkommt“, sagt Kita-Leiterin Doris Eichholz. „Sehr positiv finde ich, dass die Gemeinde in diesem Fall keinen Druck ausgeübt hat, den zunächst freigehaltenen Platz zu besetzen, und auch Amt wie Kreis standen hinter uns.“

Weil das Gehirn so schwer verletzt war, zieht Emma beim Gehen eine Körperhälfte nach, was langfristig zu Schäden in anderen Gelenken führen kann. Die Behandlung dieser Spastik ist ebenso eine noch zu bewältigende Arbeit wie die Entscheidung, ob das  Kind schon im nächsten Jahr zur Schule gehen kann. Seine Eltern Sven Lahser und Katrin Mahnke waren seit dem Wiedereinstieg bisher jeden Tag mit in der Kita. Ab heute werden sie zuhause bleiben, haben jedoch keine Bedenken, wie die Mutter sagt: „Emma freut sich schon zuhause  auf den Tag.“

Hendrikje Dreffin staunt über die erzielten Fortschritte. „Dafür sind sehr viel Energie und Lebenskraft notwenig“, sagt sie. „Es ist enorm, was in dem einen Jahr an Regeneration stattgefunden hat. Erleichternd wirkt sich aus, dass dieses Kind offen in der Zusammenarbeit ist und einen fast dazu einlädt.“ Fest steht: Bei jedem Treffen lächelt Emma geradezu herzzerreißend und ihre zur Begrüßung entgegengestreckte Hand wird jeder ergreifen wollen.

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