zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 14:26 Uhr

Karneval : Elferrat als Musiker gefordert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bürgermeisterin Gudrun Stein übergibt Wette an Präsident des Lübzer Karnevalsvereins LKC ’54 e.V.. Montagabend ist in Lübz ein Lampionumzug.

von
erstellt am 28.Okt.2017 | 05:00 Uhr

In diesem Jahr war es Bürgermeisterin Gudrun Stein vergönnt, sich eine Wette für den Lübzer Karnevalsverein LKC ’54 e.V. auszudenken und keine Vorgabe erfüllen zu müssen. Gestern hat die Verwaltungs-Chefin den Wortlaut an LKC-Präsident René Kienapfel im Beisein von Finanzminister Torsten Jarchow und des unzähligen Zuschauern bekannten Entertainers „Bauer Korl“ übergeben – eine Figur, mit der der gebürtige Brüeler und ehemalige Goldberger (seinerzeit jüngster Karnevalspräsident Deutschlands, 1992 bis 1998), seit rund 20 Jahren erfolgreich ist.

Gudrun Stein wettet, dass es dem Elferrat nicht gelingt, am 11. November ab 10.45 Uhr das Lübzer Karnevalslied durch elf verschiedene Instrumente spielen zu lassen. Dabei reiche es, wenn jedes eine Strophe oder den Refrain zu Gehör bringt. Jeweils zwei Karnevalisten aus dem Elferrat oder einer Garde sollen eines von beidem mitsingen. Damit nicht genug: Anschließend muss jedes Elferratsmitglied eine/n Elfjährige/n aus dem Publikum zum gemeinsamen Vortragen des Karnevalsliedes auf die Bühne holen. Der Verlierer muss die (Süßigkeiten-) Schatzkiste für den Kinderkarneval füllen.

Weil man den von ihm geäußerten Witz als gewisse soziale Degradierung desjenigen bewerten müsse, den er sich zur Brust nimmt, sei „Bauer Korl“ selbst bewusst eine lächerliche Figur, so der ihn verkörpernde Jörg Klingohr. „Toll ist, wenn sich Zuhörer über den Programminhalt beschweren und die Figur des Bauern somit sehr ernst nehmen“, sagt er. „Das hat dann weniger damit zu tun, was ich sage, sondern was die Besucher in sich haben, wie sie etwas auslegen.“

Viel Arbeit habe beispielsweise der Amtswechsel von Erwin Sellering zu Manuela Schwesig mit sich gebracht, weil zahllose alte, gewohnte und beliebte Witze damit nicht mehr zu verwenden sind. Wegen Sellerings schwerer Erkrankung sei es in genanntem Fall zudem nötig gewesen, Rücksicht zu nehmen.

Der Bürgermeisterin zufolge habe man den Karneval zu DDR-Zeiten dazu genutzt, mehrere Dinge „ein bisschen deutlicher als üblich durch die Blume zu sagen“. Nach der Wende sei dies nicht mehr notwendig gewesen, so dass es schwer wurde, Büttenredner zu finden – für den Karneval begann eine zumindest vorübergehend schwierige Zeit. „Heute liegt der Reiz nach meiner Meinung in der Regionalität“, meint Jörg Klingohr. „Wichtig ist, sich Pointen bitte möglichst nicht aus dem Internet zu holen.“ Karten für den Eröffnungskarneval am 17. November gibt es ab Mitte kommender Woche in jeder Filiale der Bäckerei Lau. Am Montag, 30. Oktober, sind alle Kinder zum Lampionumzug eingeladen (siehe rechts).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen