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Feuerwehren proben Rettung am Plauer See : Eiskalter Einsatz für Lebensretter

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Die Feuerwehr Plau und die Kameraden aus Goldberg und Karow haben gemeinsam eine Ausbildungsstunde an den Plauer See gelegt. Gemeinsam wollen sie das Retten von Menschen proben, die im Eis eingebrochen sind.

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erstellt am 13.Feb.2012 | 09:59 Uhr

Plau am See | Die Feuerwehr Plau und die Löschgruppe Karow sowie die Kameraden der Goldberger Feuerwehr haben gemeinsam eine Ausbildungsstunde an den Plauer See gelegt. Gemeinsam wollen sie das Retten von Menschen proben, die im Eis eingebrochen sind. In solchen Fällen kommt es im Ernstfall auf jede Sekunde an, doch an diesem Abend war nicht Schnelligkeit gefragt, sondern die richtige Handhabung von Technik und Ausrüstung. Gleich nach Eintreffen der Fahrzeuge wurden die Besatzungen durch die Wehrführer über die angenommene Lage informiert. Auch wenn die Zeit keine Rolle spielte, bemühten sich alle Kameraden die Abläufe flüssig zu gestalten und diese praktische Ausbildung ernst zu nehmen.

Die Schlauchboote wurden vorbereitet und auf Eisschlitten gesetzt. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz, dabei ist das Eis doch ebenerdig. "Wir können diese auch waagerecht nutzen und immerhin damit etwa bis zu 25 Meter weit vom Ufer aus über dem Wasser agieren", klärt Roland Tackmann auf. Ricardo Steinmann und Holger Haberzetl haben sich die Überlebensanzüge übergezogen. Die Goldberger Kameraden sehen dabei zu. "Es wäre schön, wenn wir uns auch ein oder zwei Anzüge leisten könnten, schließlich haben wir mit dem Goldberger und dem Dobbertiner See ebenfalls Flächen, in oder auf denen unsere Kameraden agieren und nicht so gut geschützt sind", sagt Goldbergs Wehrführer Ulf Maaß. Aber dafür fehlt derzeit das Geld.

Während die Plauer Kameraden per Drehleiter die angenommene Person vom Eis holen, robben sich die anderen per Steckleiter auf dem Eis vor. Die langen Leitern dienen dabei zur Gewichtsverteilung und schützen so vor einem möglichen Einbruch. Außerdem, und das war auch Teil der praktischen Ausbildung, waren alle Einsatzkameraden auf dem Eis per Seil vom Ufer aus gesichert. Eine weitere Methode der Eisrettung ist der Einsatz des Schlauchbootes. Dieses wurde auf einen Eisschlitten befestigt und dann zum angenommenen Eisloch mittels Stangen gestakt. Auch hier waren die Kameraden per Seile gesichert. Im Ernstfall könnte noch ein Motor an die Schlauchboote angehängt werden, der zur Überwindung freier Wasserstellen auf dem See dient.

Holger Haberzetl von der Plauer Wehr nutzt die Gelegenheit und bricht eine Eisscholle in Ufernähe ab. Das Staunen der Kameraden war groß: Nur knapp vier Zentimeter dick ist das Eis. "Wenn der Plauer See zufriert, dann öffnet sich die Elde oder umgekehrt", heißt es.

Nach einer Stunde wird die Ausbildung beendet und es beginnt der Rückbau der Technik. Zeit für die Wehrführungen, eine erste Analyse vorzunehmen. "Im Wesentlichen hat alles geklappt, kleinere Dinge werden wir in den nächsten Diensten auswerten", lautet das Fazit. Für die Kommunen haben die Wehren noch Hinweise. Da jede Sekunde bei ertrinkenden Personen zählt und die Kameraden im Alarmfall erst zum Gerätehaus eilen und dann von dort ausrücken (Mindestdauer zehn Minuten), sind Rettungsmittel vor Ort überlebenswichtig. Diese aber, und das bestätigen auch die Beamten der Wasserschutzpolizeistation Plau, sind rar gesät. So zum Beispiel fehlen an der Stadtelde von der Schleuse bis zum Kalkofen in größeren Abständen Rettungsmittel, wie Leitern oder Rettungsringe. Lediglich Am Wall befindet sich eine Leiter, die allerdings nicht mehr viel Vertrauen einflösst. Auch an den Seen in Goldberg und Dobbertin sind solche Gegenstände nicht häufig zu finden. Doch nur mit derartigen Rettungsmitteln können Ersthelfer sofortige Rettungsmaßnahmen einleiten.

Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren soll im Sommer mit Übungen und Schulungen am Wasser fortgesetzt werden.

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