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21. November 2017 | 09:30 Uhr

BENZIN : Einmal um die ganze Welt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Saison der Vortragsreihe „Abenteuer Ferne Welt“ in der Benziner Ziegelei / Von Beginn an imer gut besucht

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 09:00 Uhr

Der Kreis hat sich geschlossen: Von Namibia bis Namibia. Einmal rund um den gesamten Erdball führte die Vortragsreihe „Abenteuer Ferne Welt“ in zehn Jahren.

Bei der Eröffnung der Jubiläumssaison in der Ziegelei Benzin wurde zugleich der Wandel deutlich, dem die Präsentationen unterworfen sind. „In der Anfangszeit wurden noch Dias auf die Leinwand projiziert“, erinnerte Udo Steinhäuser als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins „Technisches Denkmal Ziegelei Benzin“ an die Auftaktveranstaltung im Januar 2005 mit Klaus-Dieter Grabow. Für Fritz Häntschel sind bei seinen Vorträgen inzwischen Computer und Beamer wie selbstverständlich geworden.

Der Chemnitzer ging am vergangenen Freitag bei seinem Namibia-Vortrag sogar noch einen Schritt weiter: Er hatte Video-Sequenzen eingefügt, deren bewegte Bilder das Erlebte noch anschaulicher werden ließen. „Wir bemühen uns um Referenten, die im jeweiligen Land mehr als Urlaub gemacht und Cocktails getrunken haben“, schilderte Steinhäuser sein Bemühen, die Vorträge hinter die Kulissen blicken zu lassen und aus persönlichem Erleben andere Sichtweisen zu ermöglichen. „Reiseberichte gibt es im Fernsehen genug.“

Bei „Abenteuer Ferne Welt“ ist stets mit Überraschungen zu rechnen. So beispielsweise, als Rudolf Matz im Oktober 2005 von einer Studienreise aus Indien mit plakatgroßen Fotos zurückkam, die er bei einer landestypischen Hochzeit aufgenommen hatte. „Die Poster wurden während seines Berichts von Tisch zu Tisch gereicht.“ Steinhäuser erinnerte außerdem an den Vortrag, den Hans-Werner Audehn im Dezember 2008 hielt. Der Russlanddeutsche wusste derart anschaulich und fesselnd von seinem Bemühen zu erzählen, Landsleuten in Wladiwostok oder Kiew die deutsche Sprache näher zu bringen, dass kein Mensch irgendwelche Bilder vermisste. „Das Publikum hing an seinen Lippen.“

Entstanden war die Vortragsreihe aus den Bemühungen des Fördervereins, Touristen in der Urlaubssaison mit einem attraktiven Rahmenprogramm in die Ziegelei zu locken. 2001 gab es dann das erste Mal eine Veranstaltung, die Einheimische im Winter nach Benzin einlud. „Mecklenburger sind gar nicht so träge wie ihr Ruf – der Vortragssaal war voll“, erinnerte sich Steinhäuser. Inzwischen hat sich ein Stammpublikum gebildet, das der Vortragsreihe auch die Treue hält, wenn der Winter einmal härter gerät. „Seit sieben Jahren ist sogar ein Trio aus Crivitz regelmäßig bei uns zu Gast.“ Alle Besucher werden von Udo Steinhäuser per Handschlag begrüßt. Das zählt inzwischen ebenso zu den unverzichtbaren Ritualien der Vortragsreihe wie ein Zwei-Gänge-Menü, das im Eintrittsgeld enthalten ist. Dabei bemüht sich Albrecht Köhler darum, jeweils ein landestypisches Flair zu zaubern. Der Küchenchef, der jahrelang als Smutje zur See gefahren war und dabei auch schon mal mexikanische Zollbeamte mit einem Haxen-Essen milde gestimmt hatte, servierte am Freitag einen exotischen Auflauf: Die Rindfleischstücke in den Backformen waren von Mangos und Bananen überdeckt. Dazu gab es Bulgur, einen Grieß aus Hartweizen, und als Nachspeise eine Mischung aus Pistazien und Mais.

Für den 14. November, wenn der Vortrag über eine Spurensuche in Ostpreußen auf dem Programm von „Abenteuer Ferne Welt“ steht, kommen Königsberger Klopse auf den Tisch – vielleicht sogar originalgetreu mit Sardellenfilets in der Hackfleischmasse und Kapern in der Sauce.




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