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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. November 2017 | 06:58 Uhr

Dorfleben : Einmal Tannenhof und zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Gemeinde Werder hatte am Samstag zum Ernteumzug eingeladen. Auf knapp zwölf Kilometern zog der Tross seine Runde durch alle Ortsteile.

von
erstellt am 12.Okt.2014 | 22:00 Uhr

„Das wichtigste, das Wetter ist top“, freut sich am Samstag Werders Bürgermeister Berno Schmalfeldt. Tatsächlich kitzeln die Sonnenstrahlen die zurückhaltenden Wolken und machen aus dem frühen Nachmittag einen goldenen. Der Stimmung auf dem Sammelplatz tut das gut. Hier sortieren und füllen sich die Wagen, die in den kommenden etwa anderthalb Stunden den Ernteumzug fahren. Und der führt immerhin fast zwölf Kilometer von Werder über Benthen, Neu Benthen und Tannenhof und zurück. Auch bei Regen wäre er aufgebrochen. Doch so macht’s einfach mehr Spaß. Neben landwirtschaftlichen Fahrzeugen, etwa dem der Agrargenossenschaft Werder e.G. und denen privater Landwirte, fällt ein Wagen auf. Vor allem den Ohren. Hier sitzt die TSG Passow/Werder auf, die Fußballer mit ihrem Anhang. Und ihrem Trainer. Einmal DJ immer DJ mag der sich gesagt haben und legte hoch oben auf dem Wägelchen einen Hit nach dem anderen auf. Das mögen die Plattfööt mit Disco up’n Dörp gemeint haben.

Die gute Laune im Tross wurde von einigen wenigen am Straßenrand angefeuert. Über eines konnte sie nicht hinwegtäuschen: Dass die Brötchen kleiner werden. Auch in Werder. Das 400-Seelendörfchen, das zu besseren Zeiten mehr als 600 Einwohner zählte, feierte. Ja. „Seit einigen Jahren machen wir aber nur noch den Umzug und anschließend Kaffee, Kuchen, Blasmusik in der Gaststätte, die uns wie immer tatkräftig unterstützt hat“, sagt Schmalfeldt. „Aber Tanz unter der Erntekrone lohnt einfach nicht mehr. Dazu kommt, dass das Geld immer knapper wird. Wenn die Landwirte nicht wären und der Mecklenburger Hof, als Gemeinde könnten wir uns so was schon kaum noch leisten.“ Insofern sind Schmalfeldt und seine Gemeindevertreter auch froh, dass da die Feuerwehr ist, die sich auch um den Nachwuchs kümmert, der aktive Schützenverein, der regelmäßige die Schützenfeste mit Kinderfest organisiert und natürlich der Sportverein, der das gesellschaftlichen Leben im Dorf hochhält.

Weil in Werder was los war, waren auch Gäste gekommen, – aus dem benachbarten Passow klar, aber auch aus Siggelkow oder Lübz. Sie waren gespannt auf den Umzug und wollten die anschließende Kaffeetafel im „Mecki“ nicht verpassen. „Ja, wir haben gehört, da soll die Blasmusik aus Banzkow spielen. Da werden wir eine kesse Sohle auf Parkett legen“, so Dieter Rehbronn, der mit seiner Partnerin Angela Schwarz aus Lübz rübergekommen war.

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