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25. September 2017 | 12:00 Uhr

Goldberg : Einigung im Katzenstreit

vom

Wildlebende Katzen stellen Städte und Gemeinden vor Probleme. Auch in Goldberg sorgen die Streuner für Diskussionen: Die Einen fühlen sich gestört, die Anderen sorgen sich um die Tiere.

svz.de von
erstellt am 18.Mär.2011 | 12:12 Uhr

Goldberg | Wildlebende Katzen stellen Städte und Gemeinden immer wieder vor Probleme. Auch in Goldberg sorgen die herrenlosen Streuner für Diskussionsstoff: Die Einen fühlen sich durch die Tiere gestört und befürchten eine unkontrollierte Vermehrung, die Anderen sorgen sich um die Tiere. Zu Letzteren zählt Doris Wachtel. In ihrer Gartenparzelle im Goldberger Verein Krückenbreite hat sie über lange Zeit täglich 15 bis 20 Katzen versorgt. Den benachbarten Vereinsmitgliedern gefiel dies weniger. Zum 31. Dezember 2009 ist Doris Wachtel deshalb gekündigt worden. Seither hat sie ihren Garten nicht mehr betreten. 13 ihrer Katzen hatte sie damals mitgenommen. Die Stadt hatte eigens Katzenfallen zum Einfangen der Tiere zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe des Vereins Katzenhilfe Parchim wurden die Vierbeiner in Lübz kastriert und vorübergehend in einer Lagerhalle untergebracht. Von dort holte sie Doris Wachtel zu sich auf ein Grundstücke nahe des Goldberger Friedhofs. Von den 13 Katzen sind ihr heute nur noch neun geblieben. Sie vermutet, dass einige den Weg zurück in die Gartenanlage gesucht haben könnten. Hier will sie nun nach ihnen Ausschau halten, sie einfangen und abermals umsetzen.

Bislang aber sei ihr der Zugang verwehrt worden, berichtet Wachtel. Nun aber konnten sie und Karl-Heinz Voit, Vorsitzender des Vereins Krückenbreite, eine Einigung erzielen: Doris Wachtel erhält Gelegenheit, die Katzen einzufangen. Karl-Heinz Voit hat ihr zugesichert, die Hundehalter in seinem Verein und auch alle weiteren Pächter dazu anhalten, in einem vereinbarten Zeitraum von vier Wochen um den entsprechenden Garten einen Bogen zu machen, damit eventuell noch in der Gegend befindliche Katzen nicht verschreckt sondern dort eingefangen werden können. Doris Wachtel hat sich ihrerseits dazu bereit erklärt, für die Einfang-Aktion das an die Gartenanlage benachbarte Feld zu nutzen. Mit dem hiesigen Landwirt will Grit Zander entsprechende Absprachen treffen. Vier Wochen lang will Doris Wachtel nun versuchen, ihre Katzen zu finden und einzufangen. Auch sie sollen dann auf das Gelände am Friedhof kommen. Der Garten soll indes soweit hergerichtet werden, dass er wieder verpachtet werden kann. "Bewerber für den Garten gibt es schon", sagt Karl-Heinz Voit.

Das eine Problem ist gelöst, doch weitere tun sich auf: Im angrenzenden Neubaugebiet gibt es wilde Futterplätze für streunende Katzen. Mieter stellen den Vierbeinern hier immer wieder Fressschälchen hin. Zuträglich sei dies der Katzen-Problematik aber keinesfalls. Im Gegenteil. "Auf öffentlichen Plätzen Katzen zu füttern, diese aber nicht zu sterilisieren, ist Blödsinn. Damit gibt man der Sache neuen Schub", verdeutlicht Grit Zander, Leiterin des kreislichen Veterinäramtes. Schließlich habe auch das Nahrungsangebot Einfluss auf die Zahl der Katzen, so die Amtsveterinärin. Will heißen: Je mehr Futter sie finden, desto mehr vermehren sie sich. Dass sich Menschen für Tiere einsetzen, sei löblich. Doch bloßes Füttern sei falschverstandene Tierliebe. "Ich habe Verständnis dafür. Aber die Leute werden ab einer bestimmten Größenordnung nicht mehr Herr der Sache und verlieren den Überblick", sagt Zander. Um das Problem einzudämmen, wünscht sie sich, dass die Stadt mehr Verantwortung übernimmt. "Die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen sollte per Satzung verankert werden", sagt Grit Zander. So würde der unkontollierten Vermehrung zumindest seitens der Katzen ein Riegel vorgeschoben, die einen Besitzer haben. In Parderborn gäbe es bereits eine entsprechende Verordnung. "Auch hier wäre damit vielen geholfen", sagt Zander.

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