Feierlichkeit : Eine runde Sache zum Jahresende

Ehre wem Ehre gebührt: Barbara Bodenstedt versieht ihr Ehrenamt mit großem Erfolg.
Ehre wem Ehre gebührt: Barbara Bodenstedt versieht ihr Ehrenamt mit großem Erfolg.

Ortsverband Lübz des Sozialverbandes VdK feiert zehnjährigen Geburtstag / Vorstandsvorsitzende Barbara Bodenstedt ist zufrieden

svz.de von
08. Dezember 2014, 21:00 Uhr

Er ist ein bisschen so etwas wie eine Selbsthilfegruppe, allerdings als Verband organisiert, und er ist ein echtes Kind der Nachkriegszeit: Der VDK, einst „Verband deutscher Kriegsversehrter“, hat seinen Namen im Kürzel stolz fortgetragen, später mit dem Zusatz „Sozialverband“. Seit zehn Jahren gibt es auch einen Sozialverband VdK Lübz. Jetzt wurde der runde Geburtstag mit Kuchen und zeitweise auf Plattdeutsch gefeiert.

Sozialversicherungspflichtige Bürger, also jene, deren Einkommen unterhalb der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, sind Zielgruppe des VdK. Diese Menschen tragen den Verband als Mitglieder und werden als Rat- und Hilfesuchende notfalls von ihm getragen. „Soziale Sicherheit hat eine Lobby“, so Slogan und Anspruch des Verbands, der sich als starker Interessenverband „von unten“ einordnen lässt. „Wir haben zum Beispiel als erste die Mütterrente zum Thema gemacht“, erklärt der Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Jochen Rößler, der zur Feier des Zehnjährigen eigens nach Lübz angereist ist. Immerhin: 1,7 Millionen Mitglieder zählt diese größte deutsche Selbsthilfeorganisation Älterer, Behinderter und sozial schwacher Menschen.

Recht haben ist nicht gleichbedeutend mit Recht bekommen. Dies gilt in sozial problematischen Lebenslagen fast durchweg. Und der VdK hilft in Rechtsfragen, dies ist eine der wichtigsten Säulen der Organisation. „Trotz allem war es am Anfang nicht einfach“, berichtet Barbara Bodenstedt, seit 2008 Vorstandsvorsitzende, „die Mitglieder des Ortsverbands Lübz zu Verbandsaktivitäten zu bewegen.“ Während der ersten drei Jahre ihrer Arbeit habe sie manchmal aufgeben wollen. Dann lief es besser an, wofür auch der Mitgliederzuwachs in Lübz spricht. 2008 zählte der Ortsverband noch 48 Mitglieder, heute mehr als das Doppelte. Es muss sich also herumgesprochen haben, welche Vorteile der Sozialverband für Mitglieder, aber auch für jedermann einträgt. So gibt es zum Beispiel die am 1. und 3. Donnerstag im Monat im Rathaus stattfindende „Auskunftserteilung“ zwischen 9. und 12 Uhr, „am liebsten“, so Bodenstedt, „nach vorheriger Anmeldung.“ Manchmal hat sie sechs Termine mit Ratsuchenden an einem dieser Tage. Eiltermine händelt sie sogar bei sich zu Hause, im Fall von Behinderungen besucht sie die Betroffenen in deren Wohnung. Für bestimmte Leistungen des VdK muss man allerdings auch Mitglied werden, für die Vertretung vor Gericht beispielsweise. Aber ein Monatsbeitrag von 5,50 Euro ist für fast jeden abzuzweigen.

Eine weitere Säule der Verbandsarbeit ist schließlich im unteren Saal des „Hauses am Freistrom“ zu besichtigen: Pflege der Geselligkeit. Alle Tische sind belegt, man kennt sich. Lauscht man Barbara Bodenstedts Bericht zum verflossenen Jahr, so hat es etliche Freizeitaktivitäten gegeben. Und auch diese kann nun zu den Freizeitereignissen des VdK Lübz dazugezählt werden: Helga Rogmanns Vortrag plattdeutscher Verse. Ohne viel Federlesens steht sie auf und legt los. An die zwanzig plattdeutsche Gedichte, in denen nicht nur die Sprache, sondern auch der spezielle Humor landschaftlich geprägt ist, trägt sie lebhaft und beneidenswert textsicher vor. Das sei aber nichts Besonderes, sagt sie sinngemäß. Sie sei eben auf dem Dorf aufgewachsen und der Vater betätigte sich als Laienspieler. Immer schon habe sie Gedichte aufgesagt. Ihre ins Platte eingeweihten mecklenburgischen Zuhörer jedenfalls haben sich köstlich amüsiert, vor allem am Ende eines Stücks, wenn die Pointe mit Knalleffekt explodierte.







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