20 Fragen an : Eine Rentnerin im Unruhestand

Hannelore Weiland hat einen vollen Terminkalender: Sie engagiert sich sehr aktiv im Kirchenförderverein und in der Gemeindearbeit.

svz.de von
20. November 2015, 14:56 Uhr

Nächste Woche wird Hannelore Weiland 69 Jahre alt. „Aber ich fühle mich noch nicht so alt“, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht. 35 Jahre war sie Lehrerin an mehreren Orten, zuletzt in Gallin, ihrem Geburtsort. Zu ehemaligen Schülern hält sie Kontakt per E-Mail. Auch zu Weihnachten schreibt sie die ein oder andere Postkarte mit Grüßen. Hannelore Weiland engagiert sich sehr aktiv im Förderverein Kirche Kuppentin und in der Gemeindearbeit. Obwohl sie überall in der Gemeinde unterwegs ist, ist sie ein Familienmensch. Viel Freude bereiten ihr die fünf Enkelkinder. Wenn sie zu Besuch sind, nimmt sie sich ganz viel Zeit für Gespräche. Jetzt nahm sie sich die Zeit SVZ-Volontärin Wibke Niemeyer die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Hannelore Weiland: Überall an der Ostsee, meistens in Warnemünde oder Boltenhagen. Ich bin schon als Kind im Ferienlager in Boltenhagen gewesen und liebe lange Strandspaziergänge.

Wären Sie Bürgermeisterin, was würden Sie sofort verändern?

Ich würde mich sehr für die Gemeindearbeit einsetzen und einen zusätzlichen Gemeindearbeiter einstellen für mehr Sauberkeit in unseren Dörfern.

Was wollten Sie als Kind werden? Lehrerin. Als Kind habe ich mit den Nachbarskindern auf dem Dorf immer schon Schule gespielt.

Wo kann man Sie in der Region am ehesten treffen? In meinem Dorf und auf dem Pfarrgelände Kuppentin. Das ist meine zweite Heimat.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

In der Kindheit habe ich Altstoffe gesammelt, Rüben gehackt und Bäume gepflanzt. Von dem gesparten Geld habe ich mir dann ein Fahrrad gekauft, ein Sportrad. Damit ging es dann zur Oberschule nach Lübz.

Was würden Sie gerne können?

Schlittschuh laufen. Meine ganze Familie kann es, nur ich leider nicht.

Was stört Sie an anderen?

Unaufrichtigkeit, Unpünktlichkeit und Arroganz. Ich bin ein sehr genauer und exakter Mensch. Die Pünktlichkeit kommt durch meinen Beruf.

Wann haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Bei der Show von Jürgen von der Lippe im Capitol Schwerin. So viel, wie an diesem Abend, hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gelacht. Es war grandios.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ganz gegen meine Prinzipien bin ich mit zu hoher Geschwindigkeit in einer Ortschaft gefahren. Ich war schon in Gedanken bei meinem nächsten Termin.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Margot Kässmann. Ich habe sie in Dresden bei einer Predigt live gehört. Sie ist authentisch und in meinem Bücherregal stehen auch viele Bücher von ihr.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Held hört sich für mich übermächtig an. Meine Vorbilder sind meine Eltern. Vor ihnen habe ich große Hochachtung. Ich hatte eine wunderschöne Kindheit und habe ihnen vieles zu verdanken. Sie haben zurückgesteckt, um ihren Kindern ein Studium zu ermöglichen.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Die Erfindung der Flügel“ von Sue Monk Kidd. Eine großartige Literatur zum Thema Sklaverei. Ich bin eine echte Leseratte und habe zuhause viele Regale voller Bücher. Am liebsten lese ich Gegenwartsliteratur - Bücher mit Anspruch. Kitschromane und Krimis habe ich nicht in meinem Bücherregal stehen.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Erst NDR Regional und dann die Tagesschau, außerdem sonntags den ARD-Tatort.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Wenn dann vor dem Fernseher bei großen Ereignissen wie Fußball-WM oder Olympische Spiele. Bei mir kommt die Kultur vor dem Sport.

Was kommt bei Ihnen auf den Tisch?

Unbedingt Gerichte der Mecklenburgischen Küche und als Beilagen Kartoffeln und Gemüse aus dem eigenen Garten. Außerdem zweimal am Tag ein Apfel und fünf Nüsse.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

„Du“ von Peter Maffay. Das lief immer bei den Tanzveranstaltungen, wo ich Ende der 1960er Jahre meinen Mann kennengelernt habe. Das ist unser Lied.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Mit zehn Jahren bekam ich von meinem Großvater eine Kamera, Typ Belfoca, geschenkt. Die habe ich auch noch. Ich war sehr stolz darauf und habe sie zu Klassenfahrten mitgenommen.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Die drei Länder Irland, Schottland und Norwegen zusammen mit meinem Mann bereisen - das wäre mein Traum. Vielleicht erfüllt sich ja eines dieser Länder. Wichtig ist, dass man fit bleibt.

Was werden Sie als Rentner machen?

Ich bin bereits Rentnerin, aber im Unruhestand. Ich habe ständig Termine und bin viel unterwegs.

Wem sollten wir ebenfalls diese Fragen stellen?

Käte Beck. Sie gibt mir Tipps für die Arbeit in Kirche und Museum. Ich bewundere ihre Ruhe und Klugheit.

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