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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. Oktober 2017 | 16:36 Uhr

unterstützung : Eine neue Küche für Plauer Tafel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Vor einem Jahr besiegelten die Plauer Tafel und „Wir leben“ e.V. ihre Partnerschaft / Jetzt ruft der Verein zum kleinen Hilfsprojekt auf

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Ziemlich genau vor einem Jahr besiegelten der Verein „Wir leben“ e.V. und die Tafel in Plau* (sie ist neben Goldberg, Lübz und Karow Ausgabestelle der Parchimer Tafel) ihre Partnerschaft. Die Tafel, die in der Mehrzweckhalle des Kinder- und Jugendzentrums (KJZ) seit 2009 montags rund 40 Bedürftige oder Bedarfsgemeinschaften mit Lebensmitteln versorgt, hatte damals ein akutes Problem: Sortier-Tische – Jahre alt und marode – mussten dringend ersetzt werden. Der Verein besorgte neue und stellte sie den hier ehrenamtlich Arbeitenden zur Verfügung.

Seither ist die Partnerschaft weiter gediehen. „Schnell konnten wir auch die Bäckerei Behrens mit ins Boot holen“, erinnert sich Vereinschef Marco Rexin an die ersten Schritte. Längst beliefert die älteste Backstube Mecklenburgs die Tafel jeden Montag mit Brot. „Mit diesem Gedanken hatten wir schon öfter gespielt“, räumt Juniorchef Hannes Behrens ein. „Nur hatte uns immer der Ansprechpartner gefehlt.“ Letzten Februar wurden Nägel mit Köpfen gemacht und mit den in Parchim sitzenden Tafel-Verantwortlichen vereinbart, dass die Plauer Backstube Brot, das nicht über die Ladentheke geht, der Tafel zur Verfügung stellt. Hannes Behrens tut es gern. Weil es seinem Familienbetrieb die Möglichkeit gibt, Bedürftigen zu helfen. Daneben gäbe es aber auch den rein praktischen wie auch einen finanziellen Beweggrund, muss er sich nicht mehr die Frage stellen, was er mit der Retourware machen soll. „Ware, die wir nicht verkaufen, müssten wir ansonsten kostenpflichtig in der Biogasanlage entsorgen“, erklärt Behrens. „Das ist uns vom Gesetzgeber so vorgeschrieben und ganz ehrlich, da ist bei mir die Schmerzgrenze erreicht. Mit Lebensmitteln Strom erzeugen während des Leute gibt, die nicht das Geld haben, um sich regelmäßig Brot zu kaufen. Das geht in meinen Augen gar nicht.“

René Bühring, Ortsjugendpfleger und Chef des Kinder- und Jugendzentrums, in dem auch die Tafel montags ihr Domizil hat, sieht das Engagement der Plauer Backstube mit Freude: „Das ist eine tolle Sache, zumal frische Waren und erst recht Brot bei der Tafel immer knapp sind.“

Dass die Tafel Montag für Montag funktioniert, ist den ehrenamtlichen Mitarbeitern vom Plauer Frauenbund zu danken. „Sie kommen um 9 Uhr, um alles vorzubereiten, nehmen um 11 Uhr die Ware an, sortieren sie und machen um 14.30 Uhr die Ausgabe“, so Bühring. Alles ehrenamtlich. Seit sechs Jahren. „Weil dieses Engagement nicht selbstverständlich ist“, so Marco Rexin, „haben wir uns überlegt, als Dankeschön alle Tafelmitarbeiter zu unserer alljährlichen Rosenfahrt einzuladen.“

„Gegenüber anderen Kommunen haben wir hier in Plau einen unschätzbaren Vorteil. Wir haben hier ein funktionierendes Unterstützungssystem“, sagt René Bühring und nennt den „Wir leben“e.V., der sich in verschiedenen Bereichen engagiert und Menschen zusammenführt, die an die Region glauben und etwas für sie tun wollen. Er nennt die Tafel und die vielen Vereine, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, Vereine, die einen Großteil des gesellschaftlichen Lebens ausmachen, die Kultur fördern, den Tourismus… „Ohne Ehrenamt und Ehrenamtsförderung funktioniert gar nichts. Deshalb ist Anerkennung auch so wichtig“, ist Bühring überzeugt. „Und genau darum dürfen wir uns nicht auf dem System ausruhen. Wir müssen es pflegen.“

Im KJZ bzw. bei der Tafel will der Verein „Wir leben“ die Pflege mittels eines kleinen Hilfsprojektes mit Ihrer Unterstützung angehen: Die Einbauküche, die oft und gern genutzt wird, – sowohl von den KJZ-Besuchern als auch von den Tafelmitarbeitern – ist Baujahr 1973. René Bühring weiß das so genau, da seine Mutter sie vor 15 Jahren sponserte. „Weil die Küche alt und verschlissen ist, wollen wir versuchen, eine neue zu organisieren.“ Neu muss dabei nicht unbedingt nagelneu bedeuten. „Vielleicht will ja jemand demnächst seine alte Küche abstoßen. Wenn sie gut erhalten ist, würden wir uns anbieten, die abzuholen und ins KJZ zu bringen“, so Marco Rexin. Wer helfen kann und möchte, kann sich mit dem Vereinsvorsitzenden unter 038735 - 41096 in Verbindung setzen.

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