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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 20:29 Uhr

Tolle Feier : Eine Million für Plauer Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das mit Hilfe von Fördermitten umgestaltetes Burgmuseum wurde gestern feierlich eröffnet. Die Gäste zeigten sich begeistert von der erweiterten Ausstellung.

von
erstellt am 14.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Ob wohl gestern Vormittag der gemeinsame Gesang von Shantychor und Gästen im Plauer Burgmuseum bis in die Stadt hin zu hören war? Wundern tät’s nicht. Denn alle, die zur feierlichen Eröffnung des umgestalteten Museums gekommen waren, hatten viel Spaß und gaben noch mehr Stimme, als sie zu den Akkordeonklängen von Günter Grittke das Mecklenburglied schmetterten.

Umgetextet auf Plau war es wie eine Hymne auf ein großartiges Projekt. „Das ist nun endlich geschafft“, hatte nur wenig zuvor Bürgermeister Norbert Reier vielen, die am Gelingen ihren Anteil haben, aus der Seele gesprochen. Und meinte damit eben jenes Burgmuseum, das 1999 von einigen wenigen Plauer Enthusiasten in einer Ackerbürgerscheune auf dem Burghof begründet worden war, bei dem wenig später nur eine Grundsicherung angedacht war, in das bis heute jedoch 928 133 Euro flossen. Und in dem man nun Eröffnung feierte. „Damals hatten wir Visionen“, erinnerte Dieter Ehrke, „dass wir aber soweit kommen würden, hatten wir in unseren kühnsten Träumen nicht gedacht.“ Es sei so schön wie im Westen, vielleicht sogar noch etwas schöner.

Finanziell war es neben städtischen Eigenmitteln die Leader-Förderung, die schon den ersten und den zweiten Bauabschnitt möglich machte und – für 30  000 Euro mit der Ausstattung des Vereinsraumes – auch den dritten ins Visier nimmt. Darüber hinaus nannte Norbert Reier die sehr gute Arbeit der Firmen, vor allem ortsansässiger. Der Bürgermeister dankte den vielen Sponsoren und Spendern, die Ehrke später alle namentlich nannte. „Jedoch dürfte es deutschlandweit einmalig sein, dass in ein Museum so viel ehrenamtliche Arbeit gesteckt wird wie in unseres“, betonte Sonja Burmester, Vorsitzende des Heimatvereins. Tausende unbezahlte Stunden haben Plaus Museumsfreunde geleistet seit sie 1999 anfingen, ihre Ausstellung zusammenzutragen, so leisten sie Saison für Saison bei den täglichen Besucherführungen, schwitzten unentgeltlich, als die Exponate vor der Sanierung ausgeräumt bzw. gesichert wurden und schließlich seit Ende März die neue zweite Etage einzuräumen war. Die Arbeitsbücher füllten sich auch über vorbereitende Arbeiten, für die Albrecht Reisch und sein handwerkliches Talent so wichtig waren. Entstanden ist etwas Wunderbares, eine Ausstellung, die jetzt noch mehr „Technik des 19. Jahrhunderts“ zeigt, die sich nun aber auch anderen Themen widmet, die flankiert wird von der Wandschneiderausstellung, von beeindruckenden Vogelexponaten… Fast eine Million Euro sind in die Plauer Geschichte investiert worden. Und in ein Juwel, wie Plaus Bürgermeister findet. „Es ist eine großartige Ausstellung in einem niveauvollen Rahmen. Viele Exponate zeigen, dass Mecklenburg nicht immer 100 Jahre zurück sein muss, dass auch Plau pfiffige Köpfe mit Visionen hervorgebracht hat.“

Einer davon ist Dieter Ehrke. Davon ist nicht nur Roland Suppra überzeugt, selbst seit zehn Jahren Museumsfreund: „Dieter, ich weiß, dass du nicht gern Museumschef genannt wirst, und doch bist du es. Handwerk und viele Hände allein reichen nicht. Einer muss vorweggehen, andere begeistern. Ohne dich würde das Heimatmuseum nicht existieren.“

Der Museumschef wider Willen war gerührt: „Was wir hier geschaffen haben, haben wir im Team geleistet und mit den Shantys, die immer da waren, wenn wir sie brauchten.“ Etwa als die tonnenschweren Druck- und Dampfmaschinen und Webstühle beim Räumen „mit Muskelkraft und Geist überlistet werden mussten“. Auch deshalb gibt es für den Plauer keinen Zweifel: „Die Basis des Museums liegt im Ehrenamt. Bitte, lassen Sie uns niemals diesen Pfad verlassen. Denn dann gehen hier die Lichter aus.“

 

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