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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 15:26 Uhr

Serie : Eine Jagd ohne Hund ist Schund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

„Auf den Hund gekommen“: Jagdausbilder Gösta Rehse erklärt im SVZ-Gespräch, warum der Hund des Jägers rechte Hand ist.

von
erstellt am 14.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Am Ende einer Ausbildungswoche auf Gut Gischow scheint die Sonne. Auf sehr herzliche Weise verabschiedet Schulungsleiter Gösta Rehse einige seiner Jagdschüler. Sie waren in den vergangenen Tagen zu Gast auf dem idyllischen Dreiseitenhof und lernten über das Jagdwesen an einem Ort, an dem andere Urlaub machen.

Daniel Kurschat und Jan Niclas Wiede denken nämlich jetzt noch nicht an Abreise. Die beiden Waidmänner aus Stade fuhren ausschließlich zur Erholung nach Mecklenburg. Auf dem Wassergrundstück an der Elde spannen sie für ein paar Tage aus. Mit Jagdschul-Inhaber Gösta Rehse sind die Niedersachsen gut befreundet. Schließlich machten auch sie vor einiger Zeit ihren „grünen Schein“ auf Gut Gischow.

Ihre Hunde Zweena und Luna sind im Urlaub mit dabei. Die agilen Hündinnen führten sie bereits als Welpen an das naturverbundene Hobby „Jagd“ heran. Sie wurden zu Jagdhunden erzogen.

Nachdem Gösta Rehse seinen Gästen „Tschüss“ sagte, gehen er und sein Rüde Yukon zu den anderen Gästen rüber. Die Männer laufen zum Eldeufer. Am und im Wasser soll die Hunde-Meute einmal zeigen, was sie in Sachen Apportieren (nicht zu verwechseln mit „Stöckchen holen“) drauf haben.

Die Jäger werfen so genannte Apportierböcke in den Fluss. Auf der Stelle losstürmen, dürfen die Tiere jetzt nicht. Wichtig für einen guten Jagdhund ist neben Gehorsam, die Schussfestigkeit. Er muss unbeeindruckt bleiben, wenn sein Halter einen Schuss abgibt. Gösta Rehse erklärt: „Der Hund muss Standruhe haben, obwohl er das Wild sieht. So muss er auch nach dem Schuss ruhig bleiben.“

Als die drei Männer schließlich Kommando geben, springen ihre Hunde ins Wasser und schwimmen stürmisch auf die künstliche Beute zu. Die Hunde haben offensichtlich einen Riesenspaß bei dieser Übung. Mit den Böcken in der Schnauze schwimmen sie zurück an Land. Das Training ist noch nicht beendet. So steigt Yukon plitsch-nass aus der Elde, tapst zu seinem Herrchen und wartet geduldig, bis ihm Gösta Rehse den Bock aus dem Maul nimmt. Erst jetzt darf sich Yukon ausschütteln.

Auf seinen mittelgroßen, braunhaarigen Vierbeiner angesprochen sagt Rehse: „Mein Hund weiß genau, wenn ich die Lederhose anhabe, geht es raus ins Revier. Mit Herrchen gibt es immer Abenteuer.“ Der erfahrene Jäger erinnert sich an „viele schöne Momente“, die es mit dem sechsjährigen Yukon gegeben hat. Zusammen Beute machen, das stärke die Bindung zwischen Herr und Hund enorm.

In der Theorie ist das Thema „Jagdhund“ ein komplexes Feld. So werden unter dem Begriff verschiedene Hunderassen zusammengefasst. Jagdlich geführte Hunde, die dem Jäger als Gehilfen dienen, bezeichnet man als „Jagdgebrauchshund“. Die Führung eines Jagdhundes ist gesetzlich verankert. „Die Hunde müssen Prüfungen ablegen, die der Landesjagdverband durchführt. Das Grundfach Gehorsam ist hierbei Pflicht“, berichtet der Schulungsleiter.

Der Hund ist für den Jäger unverzichtbar, ist schließlich von dem studierten Förster zu erfahren. Zum Schluss des SVZ-Gesprächs lässt er noch ein paar Jägerweisheiten vom Stapel: „Die Jagd ohne Hund ist Schund“, meint er. Schmunzelnd fährt Rehse fort: „Niemals sollte ich es wagen, ohne guten Hund zu jagen. Wo er fehlt, ganz einerlei, wird die Jagd zur Aasjägerei.“

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