zur Navigation springen

Aufrichtigkeit ist sein Credo : Ein „Waldmensch“ mit Rückgrat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Feder-Zeichnungen – Ein Porträt des ehemaligen Oberförsters von Sandhof, Gerhard Cornelssen

Geboren 1923. Gerhard Cornelssen blickt auf ein Leben zurück, das sich allein über Dreiviertel des bewegten zwanzigsten Jahrhunderts erstreckt. Er sah die politischen Systeme, und wie sie sich wichtig nehmen, kommen und gehen und wusste stets, dass er in seinem Leben seine eigene Spur ziehen will. Zäh und zielstrebig, so scheint es, war der Mecklenburger vor allem eines: Förster. Wie sein Vater und etliche Mitglieder seiner Herkunftsfamilie war er ein Waldmensch, gewissermaßen grün in der Wolle gefärbt, und heute noch trägt er einen grünen Anzug und auf dem Kopf das kecke Försterhütchen. Sogar sein Wagen prangt in jenem typischen Olivton.

Meist werden unsere individuellen Erkenntnismöglichkeiten durch Erfahrungen erst geweckt, manchmal durch Vorbilder. Eine Gelenkstelle in Gerhard Cornelssens Leben ist dafür beispielhaft: Er war achtzehn, als für ihn 1941 der Zweite Weltkrieg an der Ostfront begann. Froh war er immerhin, dass er nicht der SS zugeteilt wurde, für die in dieser Zeit „doll geworben wurde“, wie er sagt. Im Januar 1945 wird der junge Offizier während der Ardennenoffensive von Granatsplittern schwer verletzt. „Da war der Krieg für mich Gott sei Dank zu Ende.“ In einem Lazarett in Schwäbisch Gmünd kommt es dann zu einer schicksalhaften Begegnung mit zwei Männern, ebenfalls Offizieren, der eine ist Jurist, der andere Schauspieler. Zu dritt teilen sie ein Krankenzimmer. Es entstand eine „Atmosphäre des Vertrauens“, sagt Cornelssen, „da kam alles auf den Tisch“. Die beiden Zimmergenossen führen den Jüngeren zu Erkenntnissen, für die er offenbar kraft seiner Persönlichkeit empfänglich ist. „Sie waren humanistische, fortschrittliche Realisten“, urteilt er, „und sie haben mein Leben politisch und kulturell stark beeinflusst.“ Auf die Frage, was ihn so besonders überzeugt habe, antwortet er: „Sie haben mir die Augen dafür geöffnet, was Nationalismus ist.“ Wenn Sie mehr über Gerhard Cornelssen wissen möchte, lesen Sie die Printausgabe oder im E-Paper.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen