Rück- und Ausblicke : Ein sehr bewegtes Jahr für Plau

8. Dezember: Offizielle Freigabe des Zentrumsparkplatzes
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8. Dezember: Offizielle Freigabe des Zentrumsparkplatzes

Plaus Bürgermeister Norbert Reier blickt auf das Jahr 2017 zurück und wagt schon mal den Blick auf die nächsten zwölf Monate

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18. Dezember 2017, 05:00 Uhr

2017 ist beinah zu Ende und es war ein bewegtes Jahr für den Luftkurort. „Positiv hat sich für uns nicht zuletzt die Restzahlung für entgangene Liegenschaften ausgezahlt, die wir vom Bund erhalten haben“, sagte Bürgermeister Norbert Reier. Mit 1,33 Mio Euro ein Betrag, mit dem die Stadt im wesentlichen die Eigenleistungen solch großer Projekte wie Burgsanierung und Radwegebau finanziert. Die Effekte waren vielfältig. Einerseits konnte die Infrastruktur weiterentwickelt werden, wovon sowohl die Plauer als auch die Gäste der Stadt profitieren; Aufträge gingen an die Wirtschaft und mit dem neuen Zentrumsparkplatz bietet sich Plau die Chance, den innerstädtischen Parkraum künftig zu steuern und zu bewirtschaften. Auch vor dem Hintergrund, dass in 2017 mit einem Rückgang der Übernachtungszahlen von voraussichtlich 25000 zu rechnen ist, dem die Stadt künftig mit mehr wetterunabhängigen Angeboten entgegensteuern will.

Plaus Bürgermeister lobte das bürgerschaftliche Engagement. Er nannte jene, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, nannte die Feuerwehr, das DRK, die Diakonie, den Heimatverein, die Sportvereine, die breit aufgestellt sind, und er nannte namentlich Familie Jürgens, die sich um die Rosenpflege an der Metow verdient gemacht hat.

Neben dem Tourismus sei der Gesundheitssektor Standbein der Wirtschaft mit mehr als eintausend Beschäftigten. „Die Gesundheitsbranche wollen wir weiter etablieren“, so Reier und spricht von einer weiteren Klinik in der Seeluster Bucht, ein Projekt, das von der Stadt begleitet würde.

Nach Baubeginn früh im Jahr macht die Sanierung des Haupthauses im Burgensemble Fortschritte. Möglichst noch vor Jahresfrist soll das Dach komplett gedeckt sein. Bis auf die „Etikettierung“ ist inzwischen auch die neue öffentliche Toilette im Burghof fertig. Sie soll zum Frühjahr eröffnet werden, um dann die Bedarfe des Parkplatzes und bei kulturellen Veranstaltungen zu decken und zudem die Kapazität des Museums und des „Haus des Gastes“ erweitern.

Im jetzt zu Ende gehenden Jahr sind viele Dinge auf den Weg gebracht worden, die in das neue Jahr ausstrahlen. Ende 2018 sollen die Arbeiten am Haupthaus der Burg abgeschlossen sein, dann die Tourist-Info Plau am See GmbH hierher um- und im Frühjahr darauf auch die Stadtbibliothek nachziehen. Wichtig werde sein, das Haus des Gastes mit Leben zu erfüllen; wesentlich werden in diesem Zusammenhang die Anbindung des gerade eröffneten Großparkplatzes und die Erweiterung der Angebotspalette. „Wir müssen und wir werden die erweiterten Möglichkeiten nutzen, um die Stabilität in der Tourismusbranche zu erhöhen“, so Plaus Bürgermeister.

In 2018 ist geplant, den Bahnhofsvorplatz umzugestalten. Durch die Veränderungen im ÖPNV habe der sich zum Knotenpunkt entwickelt, entspricht jedoch im jetzigen Zustand kaum den Anforderungen. Umfangreiche Investitionen in 2018 vorausgesetzt, reifen überdies Überlegungen, über die Kurabgabe ab 2019 kostenfreie Busverbindungen anzubieten. Etwa zur Therme im benachbarten Röbel. „Voraussetzung wäre die Anpassung der städtischen Kurabgabesatzung, sprich eine Anhebung der Abgabe von jetzt einem auf dann 1,50 Euro“, erklärte Norbert Reier. „Das macht aus unserer Sicht auch deshalb Sinn, weil die Effektivität dieser Strecken dann größer wäre und die weniger gefährdet sind.“ Rund um die Müritz laufe ÖPNV auf diese Weise bereits. In das hiesige Denkmodell sollen sowohl der Rundbus Plauer See als auch die Verkehrsgesellschaften Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte einbezogen werden.

„Heilwald“ ist ein wichtiges Stichwort für 2018. Entstehen soll er im Bereich der Kurklinik, um die Ressource Natur stärker als bisher in Heilungsprozesse einbinden zu können und damit das Portfolio der Klinik zu erweitern. Entsprechende Studien liegen vor; die Ausschreibung der Ingenieurleistungen soll noch in Kürze erfolgen.

Auch an der Radwegefront, die von immenser Bedeutung für den Tourismus am Plauer See ist, wird es weitergehen: Der letzte Abschnitt, sprich das Teilstück zwischen Klinik „Silbermühle“ und Gemarkung Ganzlin soll fertiggestellt werden. „Und als Amt werden wir die Ganzliner unterstützen, für ihren Abschnitt Förderung zu bekommen“, kündigte Norbert Reier an.

Gas geben wird die Stadt auch hinsichtlich der innerstädtischen Verkehrskonzeption, die als zwei wesentliche Schwerpunkte die Nutzung des Zentrumsparkplatzes und die veränderten Verkehrsflüsse auf der B 191 nach Fertigstellung der Ortsumgehung berücksichtigen soll. Der Auftrag ist an einen erfahrenen Planer gegangen.

Und schließlich werden 2018 wichtige Entscheidungen erwartet, die das Entwicklungsgebiet „Quetziner Straße“ betreffen. Da es weiterhin Bedarf für Wohnbebauung gebe, stehe die Frage, ob dafür Flächen bereitgestellt werden, die ursprünglich für Gewerbe vorgesehen waren. In diesem Zusammenhang unterstrich der Bürgermeister, dass die Stadt weiterhin die Ansiedlung eines Drogeriemarktes auf der Agenda hat. Die „Schleckermarkt-Lücke“, die seit Juni 2012 klafft, konnte bislang nicht geschlossen werden, da potenzielle Anbieter die Kundenzahlen in Plau unterschritten sehen. „Außer acht lassen darf man dabei jedoch nicht die Saison und unsere vielen tausend Touristen“, so Bürgermeister Norbert Reier.

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