Medizin : Ein Scan vom Scheitel bis zur Sohle

Simona Haase, die leitende Radiologieassistentin, mit einem Patienten. In weniger als einer Sekunde liefert das neue CT 64 Schichten-Aufnahmen. das frühere Gerät schaffte in der selben Zeit sechs. Als das CT Einzug in die Medizin fand, brauchte es für eine Schicht 20 Minuten.
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Simona Haase, die leitende Radiologieassistentin, mit einem Patienten. In weniger als einer Sekunde liefert das neue CT 64 Schichten-Aufnahmen. das frühere Gerät schaffte in der selben Zeit sechs. Als das CT Einzug in die Medizin fand, brauchte es für eine Schicht 20 Minuten.

Das MediClin Krankenhaus Plau am See investiert eine knappe halbe Mio Euro in neues CT. Vor allem für Schlaganfallpatienten ist das Hochleistungsgerät großer Gewinn.

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27. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Eine knappe halbe Million Euro hat das MediClin Krankenhaus Plau am See jetzt in einen neuen Computertomografen (CT) investiert. „Das alte Gerät war zwar noch gut, hatte wirtschaftlich aber ausgedient. Vor allem aber ist das neue moderner und es ist in der Diagnostik sehr viel effizienter“, freut sich Dr. med. Klaus Terstegge, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie. Der neue „Kollege“ aus dem Hause Siemens liefert den Ärzten durch rechnerbasierte Auswertung einer Vielzahl, aus verschiedenen Richtungen aufgenommenen Röntgenaufnahmen schneller und schonender Schnittbilder, die für die Diagnostik in vielen medizinischen Disziplinen unersätzlich sind, etwa bei Verletzungen, bei der Erkennung von Tumoren, Hirnblutungen, Gefäßverschlüssen…

Das neue CT-Gerät ist erst seit wenigen Wochen im Dienst. Seine Strahlenbelastung ist sowohl für die Patienten als auch die Mitarbeiter auf der Radiologie/Neuroradiologie um ein vielfaches geringer. Größer ist es im Durchmesser, was vor allem bei Patienten mit Platzangst wichtig ist. Und es ist jetzt bis 225 Kilogramm belastbar. „Bisher lag die Obergrenze bei 175 Kilo, was manchmal echt ein Problem war, da wir die Patienten umlagern mussten“, erinnert sich Simona Haase, die leitende Radiologieassistentin. Jetzt kann vom Scheitel bis zur Sohle durchgescant werden. Auch in seiner Effizienz ist das Gerät seinem Vorgänger und erst recht den CT-Pionieren aus den 1970er Jahren um Meilen voraus. „In einer Viertelsekunde erhalten wir jetzt mittels eines modernen Schnittbildverfahrens die Bilder von 64 Schichten. Der alte Apparat schaffte in der selben Zeit sechs. Und 1973 brauchte es sogar 20 Minuten für eine einzige Schicht“, erklärt Matthias Juergens, Oberarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie. Und während das alte Gerät Pausen zur Kühlung brauchte, steht das neue rund um die Uhr bereit.

5000 bis 6000 Patienten werden am Plauer MediClin jährlich im CT diagnostiziert. Patienten mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern. Für eine Gruppe ist die Neuanschaffung jedoch ganz besonders wichtig, sagt Prof. Dr. med. Erich Donauer, der Ärztlicher Direktor am Plauer MediClin. Die Gruppe der Schlaganfallpatienten. Ein Schlaganfall (auch Hirnschlag) ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn, ausgelöst durch ein Blutgerinnsel. „Bei Verdacht auf einen Schlaganfall liefert uns das CT in kürzester Zeit alle notwendigen Informationen“, erklärt Matthias Juergens und unterstreicht, wie wichtig es ist, einen Schlaganfallpatienten schnell ins Krankenhaus zu bringen - in unserer Region ins Plauer MediClin Krankenhaus, das neben dem Hochleistungs-CT auch über eine zertifizierte Stroke-Unit-Einheit verfügt. „Zeit ist Hirn und deshalb zählt jede Sekunde“, betont Dr. Terstegge. Oft würden Schlaganfälle in den Abendstunden passieren. Das Falscheste, was man dann tun könne, ist, sich ins Bett zu legen und zu hoffen, anderntags ist alles wieder gut. Der Sauerstoffmangel im Gehirn führt unweigerlich zu irreparablen Schäden.

In den letzten zehn Tagen hat die Plauer Klinik insgesamt fünf Schlaganfallpatienten nicht nur im CT diagnostiziert, sondern danach auch erfolgreich durch eine Thrombektomie behandeln können. Hierbei wird das Gerinsel mittels Katheter entfernt. Von einem dieser Patienten sind übrigens die nebenstehenden Bilder. „Durch den akuten Verschluss der rechten Hirnarterie hatte der Mann einen Schlaganfall erlitten und war halbseitig gelähmt. Am Tag nach der Thrombektomie konnte er wieder gehen“, sagt Dr. Klaus Terstegge. Keine Zauberei! Der Patient sei nach Auftreten der Symptome und Ausfallerscheinungen unverzüglich nach Plau gekommen.

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