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12. Dezember 2017 | 09:31 Uhr

Ein Salon für alle Felle

vom

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erstellt am 20.Sep.2010 | 07:24 Uhr

Lancken | Haare schneiden einmal anders: Hier kommen nur vierbeinige Kunden auf den Friseurstuhl. Bei Annett Holz und Mario Walzer in Lancken werden kleine, große, dicke und dünne Hunde gewaschen, geföhnt und frisiert. "Hundefriseur ist kein Lehrberuf, aber wir hatten das Glück, ein halbes Jahr in einem Salon lernen zu dürfen", erzählt Annett Holz. Seit fast 20 Jahren ist die gebürtige Radebergerin nun schon erfolgreich als Hundefriseurin tätig.

"Wir sind beide sehr tierlieb, haben Landwirtschaft studiert, doch mit der Wende hatte sich dieses Studium erledigt. Also haben wir überlegt, was wir sonst mit Tieren machen könnten," erzählt die 40-Jährige. "Ich kam in Berlin an einem Hundesalon vorbei und hab neugierig reingeschaut. Die Arbeit hat mir gut gefallen, also haben wir beide dort eine Ausbildung gemacht." Annett Holz und Mario Walzer eröffnen daraufhin ihren ersten Salon in Lübz, später siedeln sie nach Lancken um.

Im Schnitt kommen die Hunde einmal im viertel Jahr zu ihnen in den Hundesalon Bessi, sagt Annett Holz. Ihr Terminkalender ist voll: " Meistens sind es zwischen sechs bis acht Hunde am Tag, die wir hier haben", erzählt Mario Walzer. Diese werden dann so richtig verwöhnt. Zuerst wird das Fell der die Vierbeiner gebürstet. Dann zupft Annett Holz das Innere der Ohren frei von Fell. "Damit Luft an sie rankommt und die Ohren sich nicht entzünden", erklärt sie. Dann wird das Fell des Tieres gewaschen. Auch hier gibt es, genau wie für das menschliche Haar, Shampoos, die auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt sind, so Holz, "Nerzöl für seidigen Glanz, Shampoo für strahlend weiße Hunde und natürlich auch ein Floh- Shampoo - es ist nämlich gerade Flohzeit", fügt die Hundefriseurin hinzu. "Danach erst schneide ich." Eineinhalb bis zwei Stunden sind Annett Holz und Mario Walzer mit dem Rundum- Pflegeprogramm für einen kleinen Hund beschäftigt. "Bei den Großen können es auch schon mal drei Stunden werden. Es hängt aber auch immer davon ab, wie der Hund sich verhält", sagt Walzer. Je schneller ein Hund zu verstehen lerne, was im Hundesalon mit ihm gemacht wird, sich zu benehmen und mitzumachen weiß, desto besser und einfacher sei es auch für sie, erklärt der 45-Jährige. Der Hund müsse erst Vertrauen in sie entwickeln.

"Einerseits ist unsere Arbeit natürlich eine optische Sache, anderseits bringen wir aber auch eine Gesundheitsleistung. Denn wir arbeiten eng mit den Tierärzten zusammen", sagt Annett Holz. "Wir sind auch die Kontrolleure. Während der Hund auf dem Tisch ist, tasten wir ganz automatisch alles ab." Und sollten sie dabei einen Knoten fühlen oder ein Röcheln bemerken, machen die Hundefriseure die Besitzer darauf aufmerksam und empfehlen einen Arztbesuch, versichert Holz.

Der letzte Gast der Woche im Hundesalon Bessi ist nach Feierabend Leni, die Briard-Hündin des Paares: "Sie springt schon unaufgefordert auf den Tisch und steht wie eine Eins", sagt Annett Holz und lacht.

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