Plauerhagen : Ein Mann, ein Wort

Viele liebe Wünsche - vor allem was seine Gesundheit betrifft - nahm Fred Hamann, der scheidende Bürgermeister von Barkhagen, von Gemeindevertretern, Berufenen Bürger und Verwaltungsmitarbeitern entgegen.
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Viele liebe Wünsche - vor allem was seine Gesundheit betrifft - nahm Fred Hamann, der scheidende Bürgermeister von Barkhagen, von Gemeindevertretern, Berufenen Bürger und Verwaltungsmitarbeitern entgegen.

Nach 50 Jahren engagierter Kommunalpolitik: Gemeindevertretung Barkhagen verabschiedet langjährigen Bürgermeister Fred Hamann

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20. März 2015, 22:00 Uhr

Gesundheitlich angeschlagen, vor allem aber sehr ergriffen erlebte Fred Hamann den Donnerstag Abend im Gemeindehaus in Plauerhagen. Zum ersten Mal seit 1994 saß er nicht als Bürgermeister in der Runde der Gemeindevertreter, Berufenen Bürger, Mitarbeiter der Amtsverwaltung und Partner, mit denen der Plauerhagener in den vergangenen Jahren in seinem Ehrenamt eng zusammengearbeitet hatte. Am Donnerstag war er Ehrengast auf einer Veranstaltung, die seine offizielle Verabschiedung war. Auf Anraten seiner Ärzte hatte Fred Hamann am 28. Februar dieses Jahres - es war sein 75. Geburtstag - Amt und Mandat niedergelegt. Ein schwerer und ein großer Schritt nach 50 Jahren aktiver Kommunalpolitik, die letzten 21 Jahre als Bürgermeisters (SVZ berichtete).

Viele ergriffen das Wort, um Fred Hamann für sein jahrelanges Engagement zu danken und ihm das momentan wohl wichtigste, nämlich Gesundheit, zu wünschen. Dr. Joachim Maronde, bei Hamanns krankheitsbedingtem Kürzertreten vom 1. Stellvertreter ins Amt des Bürgermeisters gewechselt, eröffnete den Reigen. Mitunter würden Bürgermeister abtreten und erleichtert sein, die Bürde des Amtes nicht mehr schultern zu müssen; andere werden nicht wiedergewählt oder sogar abgesetzt. „Bei dir war es anders. Du bist auch bei der Wahl im Mai letzten Jahres mit großer Mehrheit wiedergewählt worden“, erinnerte Maronde und betonte damit die hohe Akzeptanz Hamanns und das über Jahrzehnte in ihn gesetzte Vertrauen. Immer habe Hamann sein Amt mit Überzeugung, Herzlichkeit, Lust und Leidenschaft ausgeübt und so sehr viel für das Gemeinwohl getan. „Genau das haben die Menschen immer auch gespürt“, weiß Maronde. Dass sich Hamann angesichts großer gesundheitlicher Probleme aus der Kommunalpolitik zurückgezogen habe, um sich seiner Familie zu widmen und sich um sich selbst zu kümmern – wer könne das nicht verstehen! „Wir wissen auch, dass du dir diese Entscheidung nicht leicht gemacht hast.“

Sabine Henke, Hauptamtsleiterin in der Plauer Stadt- und Amtsverwaltung fand persönliche Worte für den Plauerhagener Politsenior und überbrachte auch die Wünsche von Bürgermeister Norbert Reier. „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“, zitierte sie ein Sprichwort aus dem Volksmund. Sie kenne Hamann seit über 20 Jahren, habe mit ihm gut zusammengearbeitet. „Und ich weiß, Sie haben es vielen recht getan und sich verdient gemacht um die Entwicklung der Gemeinde“, sagte sie in der Runde, führte den Schuldenabbau an, die Unterstützung bei der Entwicklung größerer gemeindlicher Strukturen oder die Errichtung von Windanlagen, die der Gemeinde auf Jahre wichtige Einnahmen sichern werden.

Dass man in der Gemeindevertretung, selbst in einer Fraktion nicht immer derselben Meinung sein muss, am Ende aber dennoch konstruktiv zusammenarbeiten kann - Helga Radtke, wie Fred Hamann Mitglied der Wählergruppe Barkhagen, ist der Beweis dafür. Und sie steht dazu. Auch am Donnerstag. „Du hattest es nicht immer leicht mit mir, und ich nicht mit dir“, sagt sie an Fred Hamann gewandt, der ihr seufzend nickend recht geben musste. Ob Windräderbau, Feierlichkeiten… , da habe es manchen Strauß auszufechten gegeben. Doch ungeachtet dessen habe man immer auch gewusst, was man einander hat. „Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, dir für all die Jahre Danke zu sagen.“

Einer, der Fred Hamann ebenfalls sehr gut kannte,viele Jahre eng mit ihm zusammenarbeitete, ist Klaus Baumgart. Der Bauamtsleiter in der Plauer Amtsverwaltung sprach davon, dass ihm „Fredi“ immer einen netter Partner war, ein Freund, wenn auch nicht immer ein einfacher. Was ihn ausgezeichnet habe, sei seine Beharrlichkeit gewesen und seine Bereitschaft, gemeinsam mit der Verwaltung nach Lösungen zu suchen. „Auf dich konnte ich mich immer verlassen, du warst immer ein Mann, ein Wort!“

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