25. Badewannenrallye : Ein letztes Mal mit der „Wanne“ los

Der harte Kern des Scheunenteams: Kerstin und Marco Gläsemann (v.l.) mit Käthe-Marie, Gesine und Thomas Leppin, Sven Fielhauer und Alfred Hartmann (es fehlen Horst und Ines Hartmann)
1 von 2
Der harte Kern des Scheunenteams: Kerstin und Marco Gläsemann (v.l.) mit Käthe-Marie, Gesine und Thomas Leppin, Sven Fielhauer und Alfred Hartmann (es fehlen Horst und Ines Hartmann)

Das Scheunenteam mit Thomas Leppin, dem „dienstältesten Badewannenkapitän“, begeht Finalfahrt zur 25. Badewannenrallye

von
17. Juli 2014, 22:00 Uhr

Er war Seeflieger, Feuerwehrmann, Bruchpilot, Müllerbursche, Turner und auch Mönch. In 25. Jahren Badewannenrallye spielte Thomas Leppin zahlreiche Rollen. Bis auf das Jahr 1992, nahm der Plauer an allen Badewannenrallyes auf der Elde zwischen Hühnerleiter und Hubbrücke teil – er ist sozusagen der dienstälteste Badewannenkapitän. „Zur ersten Rallye habe ich meinen Bruder überredet mitzumachen“, erinnert sich Thomas Leppin. Sie bauten sich aus einem alten Wassertreter und einem Tandem ihre erste „Wanne“. Von da an wurde in jedem Jahr an einem neuen Thema getüftelt – eine noch verrücktere Idee sollte umgesetzt werden.

„Wir haben alles zusammengesucht, was wir finden konnten, um unser Boot zu bauen“, so der Plauer. War noch eine alte Gartentür da oder alte Holzbretter, wurden sie verbaut. „Manchmal haben die Männer sogar den Schrott durchsucht, um noch etwas Passendes zu finden“, fügt Gesine Leppin hinzu, die seit der zehnten Rallye selbst auch mit an Bord geht. Jedes Jahr zum ersten Mai traf sich das Scheunenteam, um ein neues Motto für ihr Boot zu finden. Meist wurden Plauer Themen umgesetzt, wie „75 Johr Häunerledder“, „141 Jahre Plauer Turnverein“ oder auch die Plauer Flößer. „Drei bis vier Stunden haben wir dann jede Woche an dem Boot gebaut“, erzählt Teammitglied Alfred Hartmann. Wurde es eng, musste auch mal eine Doppelschicht eingelegt werden. Doch die Ergebnisse konnten sich sehen und manchmal auch hören lassen. „Als wir mit der Glücksschmiede unterwegs waren, haben wir einen Ambos auf dem Boot gehabt, der aber zu 90 Prozent aus Pappe bestand. Ein echter wäre zu schwer gewesen. Nur in der Mitte war etwas Metall, so dass der Hammer beim aufschlagen laut klingt“, erinnert sich Hobbybastler Thomas Leppin. Die Bootskonstruktion der „Plauer Bruchpiloten“ schaffte es im Jahr 2000 sogar in den ZDF Fernsehgarten. „Wir wurden nach Mainz eingeladen und durften dort für ein paar Minuten durch das Bild fahren“, erinnert sich der Plauer.

Über die Jahre hat das Team so einige Preise für ihre Kreationen abgeräumt, manchmal auch ungewollt. Das „Eldehaus“ schaffte es beispielsweise gar nicht erst über die Ziellinie. Genau vor der Brücke löste sich die „Wanne“ in ihre Einzelteile auf. „Wir sind mit Mann und Maus untergegangen und haben dafür den Kenterpokal verliehen bekommen“, so Leppin. „Den wollten wir eigentlich nie haben.“ Doch gewinnen war nie das Ziel des Scheunenteams. „Uns ging es hauptsächlich um den Spaß“ erzählt Hartmann. Oft haben sie dabei das Publikum mit einbezogen, die Gäste animiert und Badewannenaktien oder auch Glückstaler verkauft, die sie selbst entwarfen. „Der Erlös besserte unsere Haushaltskasse etwas auf“, so Hartmann. Einen Sponsor wollte das Team all die Jahre nicht.

Seit fünf Wochen tüftelt das Scheunenteam an ihrem aktuellen Boot. Es zeigt die Höhepunkte der letzten 25 Jahre. „So wollen wir uns verabschieden“, erzählt Gesine Leppin. „Und Platz für die Jugend machen.“ Die 25. Badewannenrallye wird die Finalfahrt des Scheunenteams. Ein letztes Mal werden sie die Rennstrecke zwischen Hühnerleiter und Hubbrücke befahren – ihr Boot wird ein Sammelsurium aus vergangenen Rennen sein. „In unserer Scheune haben wir alles aufgehoben, den Turm, die Rutsche oder auch den Ambos. Das werden wir alles auf dem Boot zeigen.“ Auch wenn am Sonnabend die letzte Fahrt für das Scheunenteam anbricht. Das Publikum wird ein Andenken an die dienstälteste „Wanne“ mitnehmen. Thomas Leppin hat sich noch eine letzte Überraschung einfallen lassen – Geldscheine mit den aufgedruckten Gesichtern der Mannschaft, die während der Fahrt an das Publikum verteilt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen