Plau am See : Ein kleines bisschen Tarzan

Entspannung für gestressten Geist und Füße: Der Barfuß-Erlebnispfad im Kletterpark
Entspannung für gestressten Geist und Füße: Der Barfuß-Erlebnispfad im Kletterpark

Plauer Kletterpark und Barfuß-Erlebnispfad führte Rostocker Schüler in die grüne Lunge der Eldestadt

svz.de von
08. Juni 2018, 12:00 Uhr

Wer hoch hinaus will, kann bekanntermaßen auch tief fallen. Dass das nun nicht immer gleich der Fall sein muss, erfuhren 21 Viertklässler der Kinderkunstakademie am Wasserturm aus Rostock im Kletterpark in Plau. Anlässlich einer Abschlussklassenfahrt mit Lehrerin Kerstin Schäfer hatten die Schüler sich in der Malchower Jugendherberge häuslich eingerichtet.

Nach einer Stadtrallye, einem Kegeltag und einer Kanutour waren sie nun bereit für höhere Ziele. Fünf Meter hoch, um genau zu sein. Zwischen zahlreichen Buchen erstreckten sich die zwei Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen auf dem Gelände im Stadtwald. Und, wie fühlt ihr euch? „Aufgeregt“, kam es von Matilda, Selma und Konrad. Mit einem Investitionsvolumen von 250 000 Euro und einer reinen Bauzeit von sechs Wochen war der vor 13 Jahren eröffnete Kletterpark der zweite deutschlandweit.

„Ich habe keine Höhenangst, bin aber noch nicht geklettert“, fasste es Lasse zusammen, der in der Gruppe eine Ausnahme darstellte. Die meisten anderen sind gewiefte Lianenschwinger, kein Wunder, ist doch der Kletterwald in Markgrafenheide quasi ein Heimspiel. Noch reckten sich die behelmten Köpfe lässig in die Höhe, als die Einweisung in Zwischensicherungsseil und Funktionieren der Karabinerhaken erfolgte.

Doch als es die Leiter aufwärts ging, bekam manch einer weiche Knie: Markgrafenheide ist wohl doch eher Kinderspielplatz, kommt vielleicht nur im ansonsten flachen Plau die wahre Kletterseele zum Vorschein? Von Plattform zu Plattform ging es in luftige Höhe, zwischendurch flossen ein paar Tränen. Doch zum Glück gab es einen Notausgang und Mitarbeiter vor Ort, die den an Stämmen festklammernden Kindern den Weg wiesen. Konrad war als erster durch, stolz durfte er nun auch den zweiten Parcours bestreiten. Dieser befindet sich in acht Metern Höhe und bestach zum Ende hin mit einer rasanten Abfahrt das Seil hinunter. Für viele andere dagegen war jetzt erst einmal Feierabend. „Ich liebe diesen Boden“, kam es von Selma, nachdem sie und ihr Adrenalinspiegel es wieder herunter geschafft hatten.

Nackten Fußes durften die Rostocker anschließend den über zwei Kilometer langen Barfuß-Erlebnis- und Lehrpfad, der teilweise an Feuchtwiesen vorbeiführt, durchwandern. Hier schnupperten sie an geheimen Riechkästen, befühlten blind unbekannte Strukturen, ließen ihre Sohlen von trockener Baumrinde kitzeln und sackten ein in wohlig nassen Torf. Dazu gab es noch gratis Infos bezüglich der ultrasensiblen Einzelteile unserer Alltagstreter. So entspannten sich die jungen Gemüter und gaben sich mit Genuss einer Fußreflexzonenmassage a la Natur hin.

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