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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

15. Dezember 2017 | 14:45 Uhr

20 Fragen An... : Ein karnevalsverrückter Tischler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Kay Potröck stellt sich im Interview den 20 Fragen zum Wochenende: Er hat das Prinzenkostüm wieder gegen seine Arbeitskleidung getauscht

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Kay Potröck hat das Prinzenkostüm wieder gegen seine Arbeitskleidung getauscht. Der 53-jährige stellt nämlich nicht nur zusammen mit seiner Frau das Prinzenpaar des GKC  ’94, sondern ist hauptberuflich Tischlermeister. Den Berufswunsch des Tischlers hatte er schon zu DDR-Zeiten und hat ihn nie aus den Augen verloren. So machte er nach der Wende eine Umschulung in Schwerin. Sein beruflicher Werdegang hat ihn schließlich nach Dobbertin gebracht. Nachdem er bei ortsansässigen Firmen im Zimmereiwesen angestellt war, wagte der gelernte Maschinenbauer 2002 den Weg in die Selbstständigkeit mit einer eigenen Werkstatt am Birkenweg. Im darauf folgenden Jahr war er zum ersten Mal Karnevalsprinz. Dieses Amt half ihm, in der Region bekannt zu werden und mit der Proklamation stiegen die Aufträge. Braucht der GKC  ’94 eine neue Treppe als Bühnenaufgang, findet der Karnevalsclub in Kay Potröck sofort den richtigen und karnevalsverrückten Ansprechpartner. Jetzt nahm er sich Zeit, SVZ-Volontärin Wibke Niemeyer die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Kay Potröck: Zu Hause im eigenen Garten und an der frischen Luft. Das ist mein Ruhepol, dort finde ich meinen Ausgleich zur Arbeit. Ich bin ein absoluter Gartenfreak.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort verändern?

Vor diesem Amt ziehe ich den Hut, denn die Ausübung ist an Komplexität nicht zu toppen. Da muss man viel Energie und Zeit aufbringen. Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich mich um die Finanzausstattung kümmern, damit das Dorf am Leben bleibt.

Wo kann man sie in der Region am ehesten antreffen?

Am ehesten in meiner Werkstatt. Ansonsten trifft man mich im Garten oder beim Pilze sammeln im Wald.

Was wollten Sie als Kind werden?

Förster, denn man ist umgeben von Wald und Wild. Mein Vater ging zur Jagd und ich bin als Jugendlicher immer als Treiber mitgegangen.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und da hat man Altstoffe gesammelt. Für ein Glas gab es zehn Pfennig. Zehn Gläser waren dann eine Mark. Das war viel Geld.

Ausgegeben habe ich es dann für Angelutensilien. Ich war Mitglied im Anglerverband. Leider kommt dieses Hobby durch den Beruf zu kurz.

Was würden Sie gerne können?

Ein Instrument spielen. In der Jugend war ich anderweitig beschäftigt. Meine Freizeit war ausgelastet und da blieb für den Musikunterricht keine Zeit.

Was stört Sie an anderen?

Unpünktlichkeit, denn es hinterlässt einen schlechten Eindruck. Da kann ich ausrasten und das wissen auch meine Mitarbeiter.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Über den Einmarsch des GKC-Elferrates am Rosenmontag. Im Vergleich zum Großen Karneval, wo ich mich ja versteckt halten musste, konnte ich mir den Auftritt entspannt ansehen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Meine Mutter ist mein Vorbild. Vor ihr habe ich große Achtung, denn sie hatte die meiste Arbeit: Beruf, Haushalt und fünf Kinder. Das muss erstmal jemand packen.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Zuletzt habe ich „Die andere Gesellschaft“ von Heinz Buschkowsky gelesen. Der Mann beschäftigt sich mit der Frage, wie unsere Gesellschaft durch Migration verändert wird. Er berichtet knallhart über die Materie und das regt zum Nachdenken an.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Wenn ich zuhause bin, dann das Nordmagazin um halb acht.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Dann lieber vor dem Fernseher. Hier bevorzuge ich dann in den Wintermonaten Biathlon. Im Sommer bin ich die meiste Zeit draußen in der freien Natur und sitze wenig vor dem Fernseher.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Karl-Theodor zu Guttenberg. Der ist jung und nicht auf den Mund gefallen. Sein Plagiat fand ich nicht gut. Ich hoffe, dass er nach Deutschland zurückkommt und sich hier politisch engagiert. Wir brauchen junge Politiker, die für frischen Wind sorgen.

Was kommt bei Ihnen auf den Tisch?

Regionales und Kartoffeln sowie Gemüse aus dem eigenen Garten. Meine Frau kocht, ich bin für das Grillen zuständig.

Was haben Sie immer im Kühlschrank?

Schokoladenpudding – ob als Nachtisch oder zwischendurch.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Bei dem Lied „Joanna“ von Roland Kaiser habe ich 1984 meine Frau kennengelernt. Es war beim Regimentsball in Rostock und es war Liebe auf den ersten Blick.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Zu meinem 50. Geburtstag habe ich von Freunden und Geschwistern Geld geschenkt bekommen. Davon habe ich mir dann einen Smoker-Grill gekauft. Der hat schon so manche Partygäste mit Essen versorgt. Da macht das Grillen richtig Spaß.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Als alter Jäger möchte ich unbedingt eine Pelzjagd in der Taiga machen. Hier stelle ich dann Fallen auf . Das habe ich schon als Jugendlicher gemacht und Hausmarder sowie Füchse gefangen.

Was werden Sie als Rentner machen?

Ich muss noch ein paar Jahre arbeiten. Aber als Rentner werde ich mich meinem weiteren Hobby widmen und kreativ sein: Ikebana, eine japanische Blumensteckkunst. Durch meine Oma bin ich künstlerisch und gestalterisch geprägt worden. Wir haben immer zusammen Adventsgestecke gebastelt und die dann auf einem Basar verkauft.

Wem sollten wir ebenfalls diese Fragen stellen? Meinem Schulfreund Dr. Gunter Scholz aus Crivitz. Zuletzt haben wir uns beim 35-jährigen Klassentreffen getroffen. Wir verstehen uns immer noch sehr gut und sind in ständigem Kontakt.

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