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Theaterpremiere in Dargelütz : Ein Hoch aufs Sommercamp

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die jungen Projektteilnehmer aus dem gesamten Landkreis starten mit neuen Erfahrungen und Selbstbewusstsein ins neue Schuljahr

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 22:00 Uhr

Man muss nicht Fußballweltmeister werden, um Begeisterung singend weiter zu geben. „Ein Hoch auf uns!“ – diesen Titel interpretierten 30 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren als Dankeschön für die Organisatoren und Betreuer des nunmehr siebten Sommercamps in Dargelütz. Drei Wochen lang hatten die Mädchen und Jungen hier Gelegenheit, ihre Schulferien tatsächlich in Hochform zu genießen: Mit Spiel und Spaß, bei Ausflügen und beim Relaxen am Badesee, beim Töpfern und Kanufahren, beim Shoppen und Klettern. Drei Wochen lang haben die Schüler aus Westmecklenburg jedoch auch eine Menge für sich selbst getan: Sie erkundeten Ausbildungsoptionen in regionalen Betrieben und erprobten ihre Stärken in den Bereichen Holz, Metall, Maler, Küche und Hauswirtschaft. Darüber hinaus erarbeiteten sie ein eigenes Theaterstück zum Thema „WIR. - Erfolg braucht Vielfalt. Gegen Extremismus“.

Die jungen Menschen, die es in ihrem persönlichen Umfeld und auch in der Schule nicht so leicht haben, nehmen eine Menge vom Sommercamp mit: Kontakte zu neuen Freunden, ein Plus an Selbstbewusstsein, Erfahrungen im Umgang mit ihren eigenen Potenzialen und hier und da sogar eine Inspiration für die berufliche Orientierung. „Ich würde so gern im nächsten Jahr wiederkommen“, schwärmt Maria Uplacker aus Grevesmühlen. Die Neuntklässlerin wird ihren Freunden das tolle Camp empfehlen. Warum? „Weil es unglaublich viel Spaß gemacht hat und weil ich hier viel gelernt habe.“ Auch Maximilian Lipkow aus Plau am See ist absolut begeistert. „Ich fand den Maler-Workshop am besten, weil ich nicht gedacht hätte, das ich so etwas auch kann“ sagt der 16-Jährige, der bei der Theaterpräsentation eine Hauptrolle übernahm. „Ich habe schon mal beim Theaterspielen mitgemacht und gemerkt, dass ich mir so etwas durchaus zutrauen kann.“ Sehr beeindruckend stellte Maximilian einen Schüler dar, der Halt sucht und dazugehören möchte. Zu wem, dass scheint ihm zunächst egal. Als eine neue Mitschülerin mit Migrationshintergrund von den scheinbar so coolen Kumpels gemobbt und auf rassistische Weise bedrängt wird, gerät die Klasse in Aufruhr. Zwei Lager bilden sich und geraten aneinander... Fremdenfeindlichkeit und Extremismus sind plötzlich ein weiteres Thema für die Teilnehmer des diesjährigen Sommercamps. Ein Thema, das vielfach diskutiert wurde und brillante Umsetzung in der Aufführung fand.

Dafür gab es von Betreuern, Eltern und weiteren Gäste eine Menge Applaus bei der Premiere. Arbeitsministerin Birgit Hesse zollte den Jugendlichen großen Respekt, in den Ferien etwas für sich und das eigene Leben anzupacken. „Wenn es dieses Camp nicht geben würde, müsste man es erfinden“, betonte Margit Haupt- Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitsagentur gehört neben dem Arbeitgeberverband Nord, dem Arbeitsministerium und der Initiative „WIR. - Erfolg braucht Vielfalt“ zu den Unterstützern des Sommercamps, welches vom Jugendförderverein Parchim/Lübz e.V. organisiert und durchgeführt wird. Das Projekt zielt darauf ab, gerade leistungsschwächeren Schülern frühzeitig eine möglichst individuelle und praxisorientierte berufliche Orientierung zu ermöglichen, sie in wichtigen Kompetenzen zu stärken und durch Erfolgserlebnisse ein stärkeres Selbstwertgefühl zu vermitteln.

Wie gut dies gelingt, beschreibt Angelina Diem. Sie nahm vor drei Jahren am Sommercamp teil. „Mir hat das Camp viel gebracht. Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit - das habe ich hier gelernt. Und das hilft mir in meiner Ausbildung“, sagt die angehende Sozialassistentin aus Schwerin. Benjamin Siebert hat sogar seinen Beruf in Dargelütz gefunden. „Ich war im Camp am liebsten in der Küche. Heute mache ich eine Ausbildung zum Fachpraktiker in der Küche. Das hat einfach gepasst.“

 

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