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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. November 2017 | 09:39 Uhr

Kreuzverhör : Ein Glücksbringer zum Jahresende

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Normalerweise steigt Schornsteinfeger Mario Müller seinen Kunden ja aufs Dach. Jetzt stellte er sich ausnahmsweise den 20 SVZ-Fragen.

Mario Müller bewirbt sich um das Amt des Bezirksschornsteinfegers in Lübz. Der Hintergrund: Udo Krull, der diese Position bis jetzt belegte, wird in naher Zukunft in den Ruhestand treten. Mario Müller ist bereits seit 2011 bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger in Dömitz, davor arbeitete er fünf Jahre lang in Plau bei Schornsteinfegermeister Rüdiger Null. Die Lehre und anschließende Berufsjahre absolvierte der heute 39-jährige Müller in Parchim bei Werner Kägebein. Mario Müller ist Vater der sechsjährigen Alina. Müllers Motiv für die Bewerbung: „ Ich möchte wieder in der Heimat arbeiten.“ Jetzt stellte er sich den 20-SVZ-Fragen unserer freien Mitarbeiterin, Monika Maria Degner.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Müller: Auf jeden Fall am Wasser. Ich mag die Natur, schwimme, fahre Kanu. Einen bestimmten Platz könnte ich nicht unbedingt nennen, aber es muss dort ruhig sein, denn natürlich gibt es hektische Phasen in meinem Beruf. Termine auszumachen, die Leute anzutreffen ist oft schwierig. An manchen Tagen geht das Telefon zwanzig bis dreißig Mal.
Wären sie Bürgermeister, was würden sie sofort ändern?
Ich würde versuchen, die Leute mehr zusammenzubringen. Meiner Meinung nach gibt es zu viel Streit wegen belangloser Dinge, auch Neid. Ich würde Anlässe für Treffen und Aussprachen schaffen. Genauer kann ich das jetzt nicht beschreiben. Aber wenn man den Älteren zuhört, dann hat es früher mehr in dieser Richtung gegeben. Es wurde auch mehr gefeiert.
Was wollten sie als Kind mal werden?
Ich habe Judo gemacht und mir vorgestellt, wie es wäre, Profisportler zu sein und auf dem Treppchen zu stehen. Das waren Kindheitsträume. Mit zehn Jahren wollte ich ernsthaft Erfinder werden. Ich habe darüber nachgedacht, wie man den Scheibenwischer durch einen anderen Aufbau der Scheibe abschaffen könnte.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit dem Sammeln von Bucheckern. Der Förster hat uns für das Kilo 35 Mark bezahlt. Bis zu zehn Kilo haben wir in den Herbstferien in der Woche gesammelt.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe das Geld für mein erstes Auto gespart. 1993, mit achtzehn, habe ich es angeschafft, einen Trabant.
Was würden sie gerne können?
Ich würde gerne fliegen, so eine kleine Cessna. Der Blick von oben herunter ist faszinierend. Ich stelle mir auch vor, dass man beim Fliegen ein Gefühl von Freiheit hat.
Was stört Sie an anderen?
Das Rumgemeckere an belanglosen Sachen. Das erlebe ich natürlich auch in meinem Beruf. Die Leute beschweren sich, obwohl ich doch für die Gesetze gar nicht verantwortlich bin. Zum Beispiel wollen manche nicht, dass ich komme, „da sie zwischenzeitlich doch nur zweimal geheizt haben“.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Ich lache viel, kann mich an eine besondere Situation gar nicht recht erinnern. Doch: Zuletzt beim Rumtollen mit den Kindern und bei einem Skiausflug mit Kollegen. Da haben wir sehr viel gelacht.
Was haben sie zuletzt Unvernünftiges getan?
(Lacht) Oh je, nachts den Kühlschrank geplündert. Joghurt ist vor mir nicht sicher. Aber wenn ich ein fertig gebratenes Schnitzel finde, bin ich auch nicht abgeneigt. Vegetarier werde ich so bald nicht werden.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
(Spontan) Meine Frau! Weil sie die gerade Linie hält, nicht wankelmütig ist, zum Beispiel mit den Kindern. Sie ist es vor allem, die für Struktur und Zielsetzung bei uns sorgt.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Keins. Ich lese selten Bücher, aber Fachzeitschriften und die Tagespresse, zum Beispiel die SVZ, speziell den Lokalteil.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Keine. Ich habe aber Lieblingssender, nämlich Phönix und NTV. Ich sehe mir gerne Dokumentationen an, auch geschichtliche. Viele historische Filme drehen sich ja um die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Das Thema hat mich speziell interessiert, denn mein Opa war vor Moskau und schließlich sieben Jahre in russischer Gefangenschaft, auf der Krim, soviel ich weiß.
Wie halten sie sich fit: Mit Gartenarbeit oder Sport?
Mit beidem. Montags gehe ich zum Fußball, wenn die Zeit reicht. Aber Gartenarbeit muss auch sein. Wir planen jetzt, einen Teich anzulegen.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Putin! Ich würde mir gerne selbst ein Bild über seinen Standpunkt machen. Ich bin skeptisch, was die Berichterstattung durch die Medien angeht. In manchem kann ich Putin auch verstehen, zum Beispiel was das Vordringen der Nato angeht.
Was kommt bei Ihnen auf den Tisch, wenn Sie auswärts essen?
Soljanka, Bratkartoffeln und Sauerfleisch, also ostdeutsche Küche, wenn man so will. Gegrillte Steaks beim Griechen oder Pasta beim Italiener mag ich auch ganz gerne.
Mit welchem Lied verbinden sie Ihre schönste Erinnerung?
(Nachdenklich) Musik ist so eine Sache… . Mit 15, 16 Jahren habe ich gerne DJ Bobo, Snap oder die Skorpions gehört. Aber ich kann nichts Spezielles damit verbinden.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
An mein Aquarium erinnere ich mich. Ich war acht und freudig überrascht, dass der Wunsch auch erfüllt worden war. Es handelte sich um ein 20 bis 30 Liter fassendes Gurkenglas und darin schwammen Guppys, also die pflegeleichten Einsteigerfische. Meine Eltern haben mir das Aquarium geschenkt.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ach, so viele Träume! – Ein Haus am See oder am Meer hier in Mecklenburg. Aber dann wünsche ich mir natürlich auch, dass ich mit meiner Arbeitsstelle wieder näher an die Heimat heranrücken kann. Ich wohne in Parchim und Lübz liegt ja vor der Haustür.

Ein weiterer Wunsch wäre eine Fahrt auf dem Amazonas durch Brasilien, durch die grüne Lunge der Erde. Ich mag ursprüngliches Erleben. Ursprünglichkeit ist auch unser Potenzial in Mecklenburg, aber der Tourismus muss natürlich im Einklang mit der Natur bleiben.
Was werden Sie als Rentner machen?
(Lacht) Das sind ja noch 25 Jahre bis dahin. Na ja, ich würde eben häufiger in der Natur sein. Auf jeden Fall würde ich nicht zu Hause bleiben, sondern noch teilnehmen. Vielleicht auch ein Ehrenamt ausüben. Ich bin ja bei der Feuerwehr, dreizehn Jahre habe ich ordentlich mitgemacht, dann die Mitwirkung berufsbedingt zurückgefahren. Wäre ich Rentner, könnte ich wieder mehr dort tun.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Vielleicht Hans-Georg Zwang, dem Leiter des Straßen-, Hoch- und Tiefbauamts des Kreises.

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