Poetin : Ein Gedicht, das Mut machen soll

Zahlreiche Gedichtehat Elena Lüneberg bereits geschrieben, in einem Büchlein sind diese zusammengetragen.
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Zahlreiche Gedichtehat Elena Lüneberg bereits geschrieben, in einem Büchlein sind diese zusammengetragen.

Elena Lüneberg aus Weisin schreibt seit einigen Jahren Gedichte, zur aktuellen Krise in ihrer Heimat, der Ukraine, ist ihr auch eines eingefallen

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10. November 2014, 22:00 Uhr

Ihre Hände zittern, sind kalt. Ihre Stimme bricht immer wieder. Tränen sammeln sich in ihren Augen. Elena Lüneberg aus Lübz ist in großer Sorge um ihre Familie, Verwandten und Freunde. „Es geht um die Krise in meiner Heimat, in der Ukraine“, erzählt sie. Elena Lüneberg muss schlucken, so schwer fallen ihr die Worte, wenn sie an den Krieg in ihrer Heimat denken muss. Immer wieder sieht sie im Fernsehen oder liest in der Zeitung von den schrecklichen Auseinandersetzungen. „Es ist eine sehr schwere Zeit für viele Verwandte und Freunde, die noch immer in der Ukraine leben“, spricht sie weiter.

Elena Lüneberg lebt seit einigen Jahren in Weisin, arbeitet in Lübz als Reinigungskraft. Zwischen Staubsaugen und Feudeln kommen ihr immer wieder Verse in den Sinn, Gedichte entstehen in ihrem Kopf. Die Weisinerin ist Hobbypoetin aus Leidenschaft. Auch jetzt sind ihr wieder Zeilen eingefallen:

„Das Gedicht habe ich schon vor längerer Zeit geschrieben – allerdings auf Russisch“, erklärt Elena Lünberg. Es war ihr ein Bedürfnis auch anderen dieses Gedicht zukommen zu lassen, deshalb hat sich die Reinigungskraft daran gemacht, es ins Deutsche zu übersetzen. „Die Menschen in Donezk haben nichts getan, sie können nichts dafür“, sagt sie und Tränen kullern ihr über die Wangen. Mit einem Taschentuch tupft sie sie weg.

Seit einigen Jahren schreibt die Weisinerin bereits Gedichte. Angefangen hat es mit Zeilen für ihre verstorbene Mutter. Mittlerweile haben die Gedichte von Elena Lüneberg bereits ein kleines Büchlein gefüllt. Ihre Tochter hat dieses vor einigen Jahren zu einem Buch binden lassen – einem Einzelexemplar nur für ihre Mutter, die Hobbypoetin.

Elena Lüneberg fragt sich nahezu täglich nach dem Warum. Sie kann die Kämpfe in ihrer alten Heimat nicht verstehen, auch ihre Freunde und ihre Familie, die noch in der Ukraine leben, können nicht verstehen, was sie derzeit erleben. „Viele sind weggefahren, geflüchtet. Haben alles verloren, alle haben gute Arbeit gehabt und jetzt alles verloren“, sagt sie weiter. Elena Lünebergs „Sternenlicht“ soll Mut machen – nicht nur ihr, sondern allen Menschen, denn „jeder braucht ein warmes Licht“.


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