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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 16:15 Uhr

Zwei in einem Boot : Ein Bordstein kommt selten allein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plaus Seniorenbeirat bespricht Fünf-Jahres-Konzept mit Verwaltungsspitze / Ziel bleibt: In fünf Jahren zur „seniorenfreundlichen Kommune“

von
erstellt am 21.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Der Plauer Seniorenbeirat und die Stadt wollen künftig enger zusammenarbeiten, als das bislang der Fall war. Um über das „Wie“ zu sprechen, hatten die Beiratsmitglieder Bürgermeister Norbert Reier zu einem Treffen eingeladen. „Hier kam es zu einer sehr offenen Aussprache über seniorenrelevante Themen und praktische Folgerungen“, fasst Dr. Rainer Nissler, Vorsitzender des Seniorenbeirates, das Ergebnis zusammen.

Zur Erinnerung: Bereits auf seiner Wahlversammlung im August letzten Jahres hatte der Seniorenbeirat bekundet, ein Konzept zu entwickeln, wonach Plau binnen fünf Jahren „seniorenfreundliche Kommune“ wird. Maßstab dafür sollen die vom Schweriner Sozialministerium erarbeiteten Kriterien sein. „Wir, die in dieser schönen Stadt leben, meinen gute Voraussetzungen als Berater zu haben“, so Nissler.

Auf der gemeinsamen Sitzung zeigte sich der Bürgermeister tatsächlich erfreut über das Konzept. Gegenüber SVZ sagte er: „Der Seniorenbeirat hat die Aufgabe, die Stadt zu beraten. Ich freue mich daher, dass durch die aktive Beiratsarbeit die Probleme der älteren Generation auf den Tisch kommen und so unmittelbar in aktuelle Planungen der Stadt einbezogen werden können.“ Sicherlich werden nicht immer alle Vorstellungen und Hinweise umzusetzen sein, räumte Plaus Bürgermeister ein. Erste Anregungen aber, wie etwa die Schaffung weiterer barrierefreier Übergänge, seien in der Planung. Die Mitglieder des Seniorenbeirates haben weit mehr Aspekte zusammengetragen, die aus ihrer Sicht dringend einer Lösung bedürfen. Da ist etwa die Versorgung der Stadt mit mehr Fachärzten, um älteren Patienten lange Wege zu ersparen. Immerhin, so ein Argument, sei Plau Standort zweier Kliniken. Desweiteren kritisiert der Beirat das Fehlen von Toiletten in den großen Einkaufsmärkten. Hier, so Reier, bemühe man sich seitens der Stadt bereits um Lösungen, suche das Gespräch mit Investoren. „Von Sky“, weiß Dr. Nissler, „gibt es bereits eine positive Reaktion.“ Als eine sehr gute Lösung werten die Mitglieder des Beirates auch die Entscheidung der Stadt, im Zuge der geplanten Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes einen WC-Zugang über den Jugendclub zu schaffen.

In fünf Jahren zur „seniorenfreundlichen Kommune“ bleibt dennoch eine große Aufgabe. Für beide Seiten. Um sie zu meistern, kümmert sich inzwischen eine Mitarbeiterin der Verwaltung als Seniorenbeauftragte um die Belange der älteren Menschen. „Und da haben wir auch schon die ersten guten Erfahrungen gemacht“, freut sich Rainer Nissler.

Der Seniorenbeirat hat Arbeitsgruppen gebildet, die ganz gezielt das Lebensumfeld der Senioren in der Stadt und den Ortsteilen analysieren. Hier geht es momentan vor allem um die Barrierefreiheit der Gehwege, Plätze und Gebäude oder die Kennzeichnung besonders gefährlicher Übergänge mit Hilfe so genannter „Aluzwecken“ als erster Schritt. Darüber hinaus will der Seniorenbeirat, dass die Stadt (wo selbst nicht zuständig) die Straßenbaulastträger auf Risiken aufmerksam macht, etwa auf zu kurze Ampelzeiten an Fußgängerüberquerungen. „Alter braucht Zeit“, erklärt der Beiratsvorsitzende, „aber wenn die Straße breit und die Grünphase kurz ist, hat man sie nicht.“

Auch die Versorgung mit ausreichend altersgerechtem Wohnraum hat sich der Seniorenbeirat auf die Fahnen geschrieben. Hier werden entsprechende Maßnahmen untersucht, mit Zahlen untersetzt und in gezielte Projekte eingebettet. „Nissler: „Ins Auge gefasst wurde ein Block am Vogelsang, der mit Aufzügen ausgestattet werden soll. Allerdings wäre das Problem des ambulanten Bringedienstes damit noch nicht gelöst.“

Alles in allem sind das große Vorhaben. Damit sich die ältere Generation in die Lösung der aufgezeigten Probleme einbezogen weiß und sich einbringen kann, werden die Sitzungen des Seniorenbeirates in den Medien, aber auch über die Aushänge in den Ortsteilen der Stadt bekannt gemacht. Die nächste Sitzung findet schon am 18. Februar um 9  Uhr im Pflegeheim „Eldeblick“ statt. „Und wir wiederholen uns an dieser Stelle gern: Jeder ist dazu herzlich eingeladen“, so Dr. Nissler.

Im nächsten Schritt soll die Stadtvertretung die Konzeption beschließen. Ist sie beschlossen, wird sie zum autorisierten Handlungprogramm der Stadt. Und mit dem, da ist sich der Beirat sicher, ist Plau auf die Herausforderungen des Demografiewandels gut vorbereitet.“

 

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