zur Navigation springen

Müritz Fischtage : Ego-Schub für Mecklenburger Küche

vom

Mit der Vielfalt heimischer Gewässer wollen die Gastronomen auftrumpfen - bei den Müritz Fischtagen. Die größte kulinarische Veranstaltungsreihe MVs geht im September in die sechste Runde. Das Programm steht schon jetzt.

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2012 | 10:49 Uhr

Plau am See/ Waren | Eine saftige Maräne, die auf der Zunge zergeht, zartes Zanderfilet, das dem Gaumen schmeichelt, die leicht erdige Note frischen Karpfens - so schmeckt Mecklenburg. Mit der Vielfalt heimischer Gewässer wollen die Gastronomen auftrumpfen - bei den Müritz Fischtagen. Die größte kulinarische Veranstaltungsreihe Mecklenburg-Vorpommerns geht im September unter dem Motto "Regionale Vielfalt lädt ein zum Genuss" in die sechste Runde. Das Programm steht schon jetzt.

Von Güstrow bis Reinsberg, von Neubrandenburg bis Goldberg: Insgesamt rund 60 Gastronomen wollen Lust auf die Küche der Region machen und Einheimische wie Gäste mit kreativen Fischgerichten verwöhnen. Pro teilnehmendem Haus kommen entweder drei Fischgerichte oder aber ein Drei-Gänge-Fisch-Menü eigens für die Fischtage auf die Speisekarte. Wo welcher Leckerbissen zu haben ist, darüber informiert der Restaurantführer. Der aktuelle Guide soll Ende Mai präsentiert werden.

Seit der ersten Stunde mit Elan und kreativen Ideen dabei sind die Akteure von "Plau kocht". Das Septett gibt auch in diesem Jahr den Fischtage-Auftakt in Plau am See, der traditionell mit dem Fischzug von der Metow durch die Seestadt eingeläutet wird. 16 genussvolle Tage, 180 kreative Fischgerichte, Veranstaltungen an der gesamten Seenplatte und Koch-Star Sarah Wiener als Genussbotschafterin an der Seite - die Müritzfischer und ihre Partner bereiten ein kulinarisches Event-Buffet vor, das landesweit seines Gleichen sucht. Sie setzen vor allem auf Eines: "Regionalität, Qualität und Authentizität - diese Mischung ist unser Erfolgsrezept", sagt Jens-Peter Schaffran, Geschäftsführer der Fischerei Müritz-Plau GmbH. Die Müritzfischer begehen in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Ein Grund mehr, bei der kulinarischen Veranstaltungsreihe richtig aufzutrumpfen.

Bei Gästen kommt das an - auch überregional: 50 Prozent der Fischtage-Besucher kamen im vergangenen Jahr aus MV, Berlin und Brandenburg. Der Rest machte sich aus ganz Deutschland auf den Weg zum Schlemmen an der Seenplatte. Eine Tatsache, die Mut macht. "Wir sehen uns in MV oft eher unten. Aber das steht uns nicht gut. Wir sind vielleicht nicht die Größten oder die Schnellsten. Aber die Besten, die sind wir allemal", gibt sich Peter Kranz vom Landesmarketing "MV tut gut" kämpferisch. Es gelte bloß, dass sich regionale Akteure dessen auch bewusst sind und mit ihren Pfunden wuchern. "Wir müssen unsere Produkte mit Stolz präsentieren. Regionaler Fisch ist etwas, womit wir antreten können", sagt er. "Wir brauchen das Selbstbewusstsein, dass wir das haben, was die Gäste wollen", pflichtet ihm Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband MV bei. Noch werde das Land von potenziellen Urlaubern nicht in Verbindung mit hochwertiger Küche gebracht. Umso mehr seien Aktionen wie die Müritz Fischtage wichtig, um Mecklenburg einen Platz auf der kulinarischen Landkarte zu sichern. "Aber wir brauchen mehr als guten Willen. Wir brauchen Menschen, die es machen", sagt Kranz. Ob in der Küche oder beim Servicepersonal - das MV mit anspruchsvoller Gastronomie glänzen kann, werde dem Land noch nicht immer zugetraut, sagt er. Umso mehr müsse man den Gast positiv überraschen.

Genau das wollen die Akteure der Müritz Fischtage beweisen: Mit Qualität und jahreszeitentypischen Spezialitäten aus heimischen Gewässern wollen sie Urlauber auf den Geschmack bringen, ihnen Lust auf die Seenplatte machen. Und da Liebe durch den Magen geht, sollen regionale Speisen mit moderner Note die Gäste an Mecklenburg binden. Vom andauernden Vergleich mit der Konkurrenz von der Küste hält Peter Kranz hingegen nichts. "In der Vermarktung passt kein Blatt zwischen die Regionen", sagt er. Trotz Konkurrenz von nebenan: die Gastronomen im Binnenland sind sich sicher, dass sie mit ihrer Küche beim Gast punkten können. "Genuss wird hier gelebt", sagt Jens-Peter Schaffran. Auch wenn der ein oder andere dem Ostseefisch den Vorrang gebe, die Spezialitäten der Seenplatte bräuchten sich nicht zu verstecken. "So schmeckt die Müritz. So schmeckt Mecklenburg. Wir wollen auf den Tisch bringen, was in unseren Seen lebt", verdeutlicht er. Die Vielfalt der Produktpalette, kulinarisch ideenreich interpretiert, wollen die Akteure der Müritz Fischtage in die Waagschale werfen. "Klar brauchen wir Sterne-Köche. Sie sind die Heroes für unser Image. Aber wir müssen vor allem die Produkte in den Vordergrund stellen und uns darüber vermarkten", fordert Christian Schmidt, Gründungsmitglied des Netzwerkes "ländlichfein" - eine Initiative zur Vermarktung und Verarbeitung heimischer Bio-Produkte. Auch der Rahmen muss stimmen. Live-Kochshows, Einblicke in das Fischerhandwerk und Familienfeste runden die Fischtage ab. Das Veranstaltungsmenü ist angerichtet. Jetzt fehlt nur noch Eines: Gäste mit Appetit - auf Mecklenburg, auf regionale Spezialitäten, auf die Müritz Fischtage.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen