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Plauer Tierschutzverein : Durchsuchung beim Ex-Vereinschef

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plauer Tierschutzverein zeigte früheren Vorsitzenden wegen Veruntreuung bei Polizei und Staatsanwaltschaft an. Die Ermittlungen laufen.

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Möglicherweise wird die Auseinandersetzung zwischen dem Plauer Tierschutzverein und seinem früheren Vorsitzenden doch nicht die befürchtete unendliche Geschichte: In dieser Woche ist das Haus des Ex-Vereinschefs durchsucht und Beweismittel sichergestellt worden.

Sie erinnern sich: Die Tierfreunde hatten ihren früheren Vorsitzenden im Mai des Amtes enthoben, ihn aus Vorstand und Verein ausgeschlossen und Hausverbot für das Tierheim erteilt. Hintergrund war der Verdacht der Veruntreuung. Und der steht - auch mangels Kooperation des Beklagten - nach wie vor im Raum. Achim Jahnke wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von mehreren Monaten (im Grunde seit seiner Wahl zum Vorsitzenden) Rechnungen nicht beglichen, nicht belegbare Barabhebungen vom Vereinskonto gemacht und Gelder aus der Handkasse zu Zwecken genutzt zu haben, für die er (noch) keine Nachweise geliefert hat. Der Verein war dadurch in gefährliche Schieflage geraten und hat mittlerweile Insolvenz anmelden müssen.

Am vergangenen Dienstag nun sollte am Amtsgericht Ludwigslust darüber verhandelt werden, ob die einstweilige Verfügung erhalten bleibt, die Jahnke zur Herausgabe der Vereinsunterlagen zwingen würde. Die Verhandlung fand nicht statt. Auf Antrag des Beklagten sei sie auf den 4. Juli verschoben worden, bestätigte Andreas Merklin, Direktor des Amtsgerichtes Ludwigslust.

Ob der Termin noch notwendig sein wird, bleibt abzuwarten. Wie Stefan Urbanek, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin, gestern erklärte, sei auf richterlichen Beschluss in dieser Woche das Haus des früheren Vereinsvorsitzenden durchsucht worden. „Hierbei wurden Beweismittel sichergestellt, die jetzt gesichtet und ausgewertet werden“, so Urbanek. Der Durchsuchungsbeschluss war nach Zeugenaussagen ergangen, die Jahnke belasten. „Laut den Auszügen des Vereinskontos war im Februar eine Erbschaft in Höhe von 20  000 Euro eingegangen“, erklärt Vereinsvorsitzende Uta Kassler. Warum Jahnke danach wiederholt große Beträge abgehoben und wofür er sie verwendet habe, bliebe schleierhaft. Fakt ist - und das behindert den Verein bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens - Achim Jahnke hatte bereits im November vergangenen Jahres die Vereinsunterlagen an sich genommen, ebenso die Bankkarte für das Vereinskonto. Und er hatte seine Nachfolgerin, die damals Finanzerin des Vereins war, suspendiert.

„Die Polizei ermittelt jetzt“, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Im Zuge dieser Untersuchungen wird sich zeigen, ob sich der Anfangsverdacht, sprich also der Vorwurf der Veruntreuung, gegen Achim Jahnke erhärtet oder nicht, ließ Urbanek das Ergebnis offen.

Derweil kämpft der Verein weiter ums Überleben und er steht vor einer sehr schweren Entscheidung. Die Frage ist, ob und wo er seine Zukunft sieht. „Um genau das zu erklären, werden wir unsere 48 Mitglieder zum 28. Juli einladen“, kündigt Vereinsvorsitzende Uta Kassler an. Der Verein ist pleite und die Insolvenz nicht abzuwenden. Zumindest überlegenswert wäre jetzt die Alternative zu einem schleichenden Abgang, wenn andererseits auch ein harter Einschnitt. „Wir sollten ernsthaft darüber nachdenken, unseren Verein aufzulösen und einen neuen zu gründen“, sagt Uta Kassler. Und bei den Überlegungen sollte jedem klar sein - es geht nicht um Eitelkeiten, sondern um kranke, verlassene und ausgesetzte Tiere.

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