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Öffentlicher Personennahverkehr : Durch Busse oft bessere Anbindung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Sven Graupner vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ sieht Neuerungen positiv, präsentiert aber auch Verbesserungsvorschläge

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erstellt am 16.Jan.2017 | 19:00 Uhr

Sven Graupner aus Plau am See vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ hat sich nicht nur Gedanken über die Bahn, sondern auch Busverbindungen und das Zusammenspiel beider Angebote gemacht. In einem Gespräch mit der SVZ lobt er Neuerungen. Nach seiner Aussage hätten sowohl die Einführung des Rufbusses als auch die seit Einstellung der Südbahn verkehrenden Busse auf der Linie 77 im östlichen Teil des Landkreises deutliche Verbesserungen gebracht. „Für den Bereich Plau am See wie auch Goldberg ist das neue System der Verkehrsbetriebe Ludwigslust-Parchim (VLP) besser als alles, was es bisher gab“, sagt er und nennt als Stichworte unter anderem den Taktverkehr, die Erreichbarkeit am Sonnabend und Sonntag sowie die Anschlüsse in Lübz: „Das hätte es in den vergangenen 20 Jahren auch schon geben müssen.“ Leider seien die Rufbusse derzeit noch nicht in den Auskunftsmedien etwa bei der Deutschen Bahn zu finden. Außerdem fehlten Angaben zu den Preisen von Fahrradmitnahme oder Kinderwagen-Transport.

„Zu verbessern wäre noch die Rückbeförderung von Schülern vom Eldenburg-Gymnasium in Lübz um die Mittagszeit“, so Graupner. „Sie verpassen den um 12.15 abfahrenden Bus 712 um nur wenige Minuten.“ Der nächste starte um 14.05 Uhr fast parallel zum 77er: „Dabei sind sowohl der Busbetrieb VLP als auch das Gymnasium kreiseigene Organisationen.“ Fragen müsse man sich zudem, warum Parchim an Wochenenden nur in eine Richtung – nach Schwerin – angebunden wird, wenn dort ein Anschluss nach Hamburg erst nach einer Stunde möglich sei.

In der Nord-Süd-Verbindung lautet der Vorschlag, den Bus 735 gegen die Weiterführung der Bahnlinie des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) bis idealerweise Güstrow zu ersetzen. Generell gelte, die Fahrpläne zwischen verschiedenen Unternehmen besser aufeinander abzustimmen und gemeinsame Fahrscheine einzuführen, um etwa durch zu lange Wartezeiten keine inakzeptablen Werte zu erreichen, so dass man letztlich von einer fehlenden Verbindung sprechen müsse.

Goldberg habe eine drastische Verringerung des Verkehrsangebotes erlebt. Die Bus-Linie 260 nach Güstrow wurde nach Lohmen eingekürzt und überschreite die Kreisgrenze nicht mehr. Die Linie von Parchim nach Güs-trow bestehe werktags vormittags und abends aus einer Verbindung und sei damit für Pendler ungeeignet. Graupner: „Leider wird dies auch mit dem neuen Rufbus-System nicht besser, weil die Fläche 804 nicht bis Lohmen reicht. Aber die Frage ist, wie attraktiv der Umstieg dort wäre.“

Prägend und überaus hinderlich für die Situation des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in unserer Region seien die zersplitterten Zuständigkeiten. Während im Norden der Landkreis Rostock und der Warnow-Verkehrsverbund verantwortlich sind, ist es im Westen der Landkreis Ludwigslust-Parchim, dem sich im Osten der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte anschließt. Im Süden bis nach Brandenburg sind es die Kreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. „Weil das Land den Eisenbahnverkehr in dieser Region weitgehend zerschlagen hat, gibt es keine die Kreisgrenzen überschreitenden, gemeinsamen Verkehrsangebote mehr“, sagt Graupner. Weil immer mehr Dienstleistungen jedoch nur noch in Mittel- und Oberzentren angeboten werden, bestehe ein hoher Bedarf, aus der Region dorthin zu pendeln. Das gelte hinsichtlich der Arbeit besonders für die Erreichbarkeit von Hamburg und Berlin.

Der Bundesverband von „Pro Bahn“ wurde am 28. März 1981 in Köln gegründet, um die Interessen der Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs zu vertreten. Seit der Bahnreform seien die Politiker in Ländern und Gemeinden für die Züge und Busse vor Ort verantwortlich. Nur mit politischem Einfluss könne das Bahnangebot verbessert werden. „Pro Bahn“ erarbeite eigener Auskunft zufolge Konzepte und Gutachten, verhandele mit Entscheidungsträgern über die Zukunft von Bus und Bahn und berate Betreiber des öffentlichen Verkehrs im Sinne der Fahrgäste.

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