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Flüchtlingshilfe in MV : DRK-Bereitschaft im Dauereinsatz

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Tag und Nacht kann der Alarmmelder auslösen / Freiwillige im Sanitäts- und Betreuungszug haben das Lachen bei Flüchtlingshilfe nicht verlernt

von
erstellt am 15.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Gibt es so etwas wie stille Hilfe? Als wir über die ehrenamtlichen Helfer des DRK-Sanitäts- und Betreuungszuges in Parchim schreiben wollen, hören wir ganz bescheiden: „Ob wir da die Richtigen sind?“ Und ob, die 58 aktiven Frauen und Männer arbeiten seit mehr als einem Monat hart an der Grenze der physischen Leistungsfähigkeit, wenn es um die menschliche Betreuung von Flüchtlingen geht – wohlgemerkt in ihrer Freizeit. Und sie haben das Lachen nicht verlernt. „Es sind die menschlichen Momente. Das ist die Belohnung. Dafür mache ich das“, sagt Gruppenführer Christian Fiedler.

Der 32-jährige Parchimer ist seit 2011 in der Bereitschaft des DRK-Kreisverbands Parchim aktiv, vorher hat er sich neun Jahre lang in der Freiwilligen Feuerwehr Parchim engagiert. Die DRK-Bereitschaften sind das Mädchen für Alles. Sie sind bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen in Kultur und Sport dabei, leisten Erste Hilfe und Notfallversorgung – zum Beispiel beim Martinimarkt. Die DRK-Freiwilligen sind für viele Flüchtlinge die ersten menschlichen Kontakte nach der Ankunft. Nicht nur Betten bauen sie, Ärzte und Sanitäter prüfen, ob und welche medizinische Versorgung nötig ist. DRK-Sanitäterin Carmen Warnke: „In Schwerin war eine Frau dabei, die 60 Kilometer mit gebrochenem Bein gelaufen war.“

Was die in Dargelütz stationierten DRK-Helfer in den vergangenen Wochen geleistet haben, zeigt die Chronik der Einsätze. Anfang September der erste Alarm: In Schwerin sind 160 Flüchtlinge medizinisch zu sichten. Um 16.45 Uhr kam die Ankündigung, um 19.30 Uhr wurde Alarm ausgelöst. Um Mitternacht sollten die Flüchtlinge ankommen, um fünf Uhr früh rollten die Busse vor. Gegen 11 Uhr am nächsten Tag war der Einsatz beendet.

Wenige Tage später Heidhof, der Einsatz läuft von 12 bis 21.30 Uhr. Wieder geht es um 180 medizinische Voruntersuchungen. Ein Einsatz, der berührt, es sind viele Kinder unter den Flüchtlingen. Die Parchimer DRKler haben eine Idee, um die Stimmung aufzuhellen. Die Einweg-Handschuhe lassen sich zu prima Luftballons umfunktionieren. Draufgemalte Grinsegesichter bringen die Kinder zum Lachen und Juchzen. Am selben Tag, dem 11. September, bauen 13 Helfer 60 Feldbetten in Dargelütz auf.

Es geht weiter. 13. September: Fünf Helfer sind von 17.30 bis 22.30 Uhr unterwegs, in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Horst stellen sie ein Großzelt für die Bundeswehr auf. Nur wenige Stunden Ruhe, dann ruft der nächste Einsatz. Am 14. September ab 9.30 Uhr untersuchen die Sanitäter und eine Ärztin 60 Flüchtlinge. Sie arbeiten mit fünfsprachigen Vordrucken, das spart Zeit. Und weiter geht es, 15. September, Horst: 16 Helfer bauen von 17.30 Uhr bis Mitternacht fünf Großzelte auf. 17. September, Lübtheen: 180 Flüchtlinge werden zwei Tage versorgt und verpflegt. 24. September, Parchim: 16 Helfer bauen Feldbetten auf.

„Unsere Leute sind nach wie vor motiviert“, sagt Christian Fiedler. Der Parchimer arbeitet bei der Fleischerei Pöcker und möchte sich stellvertretend für alle DRK-Ehrenamtler bei den Arbeitgebern bedanken, die ihr Engagement unterstützen und sie teilweise freistellen. Helfer sind übrigens immer willkommen. Jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr treffen sich die Aktiven des Sanitäts- und Betreuungszuges in Dargelütz. Mehr Infos gibt es bei der Ehrenamts-Koordinatorin Christine Arnhold: 03871 - 622 534.

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