Plau am See : Dramatisch: Keine Hilfe für Wildtiere

Zehn Jahre haben sich Heinz Kriesel und sein Verein  in der Tierauffangstation Kläden um  verletzte  und verwaiste Wildtiere gekümmert. Vor anderthalb Jahren  schloss die Station.
1 von 2
Zehn Jahre haben sich Heinz Kriesel und sein Verein in der Tierauffangstation Kläden um verletzte und verwaiste Wildtiere gekümmert. Vor anderthalb Jahren schloss die Station.

Nach Schließung der Tierauffangstation Kläden spitzt sich Situation zu. Appell der Plauer Tierfreunde

von
07. Juli 2014, 22:00 Uhr

Zwei aktuelle Vorfälle sind es, die Uta Kaßler, Vorsitzende des Plauer Tierschutzvereins, jetzt zu einem öffentlichen Appell bewogen haben, der schon längst fällig war. In der vergangenen Woche, erzählt sie, sei von Bürgern ein junger Vogel in einer Tüte an den Zaun der Tierstation gehängt worden. Dabei lediglich ein Zettel, auf dem stand, man könne nicht warten. Ein paar Tage länger liegt das andere Vorkommnis zurück: Nahe Wendisch Priborn hatten Bürger ein Rehkitz gefunden. Allein, ausgehungert und völlig hilflos. „Wir nehmen an, dass seine Mutter überfahren worden war“, sagt Frau Kaßler. Das ist traurig. Aber es passiert. Dramatisch aber ist in ihren Augen, dass dem Kitz nicht geholfen werden konnte. Es starb. Nach Meinung der Plauerin, die sich mit weiteren ehrenamtlichen Helfern an der Güstrower Chaussee in aller Regel um Hunde und Katzen und damit um verwaiste, vertriebene und verletzte Haustiere kümmert, ein unnötiges Opfer. „Wir“, sagt Uta Kaßler, „haben in unserer Tierstation weder die Mittel noch die Möglichkeiten. Wir haben keine Volieren, nicht das Futter, das für wildlebende Tiere benötigt würde. Und, wir haben auch nicht die Kenntnisse im Umgang mit diesen Tieren.“

Es gab Zeiten, da war das kein Problem. Wildlebende Tiere in Not konnten in der Tierauffangstation Kläden bei Heinz Kriesel abgegeben werden. Igel, Schwalben, Rehe, Greifvögel, Frettchen… Kriesel und sein Verein kümmerten sich, verstanden sich darauf, die Tiere aufzupäppeln und auszuwildern. Etwa zehn Jahre lang taten sie es. Am 31. Dezember 2012 war Schluss. Nicht, weil der Verein nicht mehr wollte. Landesseitig war auf die Bremse getreten worden (dazu demnächst mehr).

„In Kläden war MV-weit die einzige Tierauffangstation dieser Art“, bedauert Uta Kaßler deren zwangsweise Schließung. „Das ist ein riesen Verlust, und stellt uns vor Probleme. Denn zu uns kommen die Leute, in der Hoffnungt, dass wir helfen können.“ Die Plauer haben keine Ahnung, an wen sie sich jetzt wenden oder wohin sie Leute mit verletzten oder verwaisten wildlebenden Tieren vermitteln könnten.

Heinz Kriesel wundert das nicht: „Da gibt es auch keine Adresse. Wir waren die einzigen. Zoos und Tiergärten nehmen keine wildlebenden Tiere auf, weil sie es schlicht nicht dürfen.“ Auch liege die Zuständigkeit nicht bei den Jagdpächtern oder Förstern. Kriesel weiß lediglich von einer Einrichtung ähnlich der in Kläden. Die werde von der Lebenshilfe betrieben und liege an der Müritz. Nicht eben um die Ecke. Und damit für die Plauer, die nicht tatenlos mit zusehen wollen, wie Wildtiere ohne Hilfe bleiben, nicht die Lösung des Problems. „Wenn da doch jemand ist, der sich um die Tiere kümmert, wäre es schön, könnte er sich melden“, gibt Uta Kaßler die Hoffnung nicht auf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen