Amt Goldberg-Mildenitz : Doppik schafft viele Probleme

Den Gemeinden im Amt Goldberg-Mildenitz geht es finanziell alles andere als gut.
Den Gemeinden im Amt Goldberg-Mildenitz geht es finanziell alles andere als gut.

Die Bürgermeister aus den fünf Gemeinden des Amtes Goldberg-Mildenitz haben es nicht leicht. Das Leben erschwert ihnen ein Wort: Doppik - die doppelte Haushaltsführung in Konten. Das Amt steht vor einer Mammut-Aufgabe.

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14. Mai 2012, 09:25 Uhr

Goldberg | Vor einer Mammut-Aufgabe stehen die Mitarbeiter des Amtes Goldberg-Mildenitz. Doch auch die Bürgermeister aus den fünf amtsangehörigen Gemeinden haben es nicht viel leichter. Das Leben erschwert ihnen ein Wort: Doppik - die doppelte Haushaltsführung in Konten. Das Amt Goldberg-Mildenitz hat schon einige Jahre zuvor mit der Arbeit begonnen, um sicher und gezielt von der Kameralistik auf die Doppik umstellen zu können. Denn die Aufgabe erforderte Planung und Organisation. "Wir haben erst zum 1. Januar 2012 umgestellt. Die Eröffnungsbilanz wird noch seine Zeit dauern", sagt Bernd Nehring, Kämmerer im Amt Goldberg-Mildenitz. Deshalb konnten das Amt sowie die fünf amtsangehörigen Gemeinden noch keine Finanzpläne für das laufende Jahr abschließen. Sie hängen alle immer noch in der Luft. Und das erschwert die Situation. "Wir sind hier in der näheren Umgebung das ärmste Amt - von den Gewerbesteuereinnahmen her", erklärt Bernd Nehring die prekäre Lage.

Doch damit nicht genug. Alle amtsangehörigen Kommunen haben schon zu Kameralistik-Zeiten keinen ausgeglichenen Haushalt gehabt. Mit der Umstellung auf die Doppik wird das jetzt nahezu unmöglich sein. Denn während die Kameralistik eine reine Geldflussrechnung war, ändert sich von nun an für das Amt und die Gemeinden einiges. "Früher war es einfacher. Da hat man Geld ausgegeben und der Posten tauchte lediglich nur einmal in dem Jahr der Ausgabe in der Buchführung auf", verdeutlicht der Kämmerer. Mit der Doppik wird sich das ändern. Und zwar drastisch. Bei der Doppik werden Anschaffungen wie Immobilien oder Dienstwagen immer wieder in der Buchführung auftauchen - nämlich mit dem jeweiligen aktuellsten Wert der Anlage. "Bei den Kommunen drückt vor allem diese Abschreibung. Des Weiteren bringt es doch nicht wirklich etwas, wenn ich jetzt weiß, wie viel etwas wert ist, wenn ich es eh nicht anders am Markt platzieren kann", sagt Bernd Nehring.

Was den Kämmerer am meisten ärgert, ist das Land Mecklenburg-Vorpommern. Denn wirklich Unterstützung haben die kleinen Gemeinden vom Land nicht erfahren. "Wir haben mit unserem Amtsausschuss gesprochen, um uns externe Unterstützung ranzuholen. Doch dieser hat aus finanzieller Sicht leider ablehnen müssen", so der Kämmerer weiter. Deshalb sind die Mitarbeiter des Amtes selbst zu Fuß umhergezogen und haben alle Straßen, öffentliche Gebäude wie Feuerwehren und Schulen in den Kommunen aufgenommen. Denn das erfordert die Doppik. Alles muss auf der Haben- und Soll-Seite erfasst werden. Das hat die Arbeit der Amtsmitarbeiter stark in Anspruch genommen. "Viele meiner Mitarbeiter tun mir leid, weil wir irgendwie im Regen stehen gelassen werden." Wann die fünf amtsangehörigen Gemeinden, zu denen die Stadt Goldberg selbst, Dobbertin, Mestlin, Neu Poserin und Techentin gehören, ihren Finanzplan für dieses Jahr beschließen können, steht noch nicht ganz fest. "Wir hoffen, dass wir Ende des zweiten Quartals - also gegen Ende Juni, den Amtshaushalt beschließen können. Und dann können das auch die Gemeinden machen", sagt Bernd Nehring.

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