zur Navigation springen

400.000 Euro für die Haushaltsumstellung : Doppik kommt Plau teuer zu stehen

vom

In Plau am See ist mit der Einführung der Doppik (Doppelte Buchführung in Konten) begonnen worden, die zum Haushaltsjahr 2012 für alle Kommunen zur Pflicht wird. Die Einführung erfordert jedoch großen Finanzeinsatz.

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2012 | 11:58 Uhr

Plau am See | In der Stadt Plau am See ist mit der Einführung der Doppik (Doppelte Buchführung in Konten) begonnen worden, die zum Haushaltsjahr 2012 für alle Kommunen zur Pflicht wird. Plau hatte sich im Gegensatz zu Gemeinden wie Lübz dazu entschieden, mit der Einführung bis zum jetzigen Zeitpunkt zu warten. "Wir wollten uns nicht schon frühzeitig armrechnen", sagt Bürgermeister Norbert Reier. Künftig wird der Haushalt aus den drei Säulen Vermögens-, Finanz- und Produkthaushalt bestehen. Im ersten Quartal des Jahres wird die Vermögenssituation Plaus erfasst. "Es wird die Hälfte des Jahres dauern, bis der Haushalt für 2012 steht", sagt Reier. Für die Umstellung auf die Doppik plant der Bürgermeister nicht nur eineinhalb Arbeitskräfte mehr ein. "Ich rechne auch mit 400 000 Euro Kosten", sagt Reier. Software, fachliche Beratung und Vermögenserfassung durch externes Personal erfordern großen Finanzeinsatz.

Kostenintensive Verwaltungsaufgaben kommen gerade jetzt ungelegen. "Wir bekommen jetzt noch weniger Zuweisungen vom Land. Das ist bitter", sagt Reier. Nicht zuletzt dieser erhebliche Verlust dürfte es der Seestadt zunehmend schwer machen, Investitionen und Verwaltungsaufgaben umzusetzen. "Wir müssen sehen, wie wir da gegensteuern können. Es wird schwierig. Wir müssen an allen Ecken und Enden sparen, aber das hat seine Grenzen", sagt der Bürgermeister.

Die bislang in der Höhe noch unbekannten Umlagen zum Ausgleich der Altfehlbeträge des Landkreises Parchim spitzen die Situation weiter zu - und das, wo Plau doch ohnehin schon rund 9 Millionen Euro Schulden hat und der Verwaltungsaufwand weiter steigt. "Allerdings schuldet uns der Bund noch 1,7 Millionen Euro. Wenn wir die haben, sind wir schon ein Stück weiter", sagt Bürgervorsteher Klaus Bendel.

An wichtigen Investitionen will die Stadt trotz prekärer Finanzsituation festhalten. "Sie greifen", sagt Norbert Reier. Das verdeutliche nicht zuletzt der positive Wirtschaftstrend. Und auch in Sachen Tourismus will Plau seinen Nummer-Eins-Status im Landkreis weiter ausbauen. Die Stadtvertreter arbeiten derzeit an der Fortschreibung des Tourismuskonzeptes. "So können wir rechtzeitig auf Probleme reagieren", sagt Reier. Eine der großen Herausforderungen sei es, sich auf darauf einzustellen, dass das Durchschnittsalter der Gäste steigt. "Darauf muss die Infrastruktur ausgerichtet werden", sagt der Bürgermeister. Für ihn haben daher der Ausbau des Seeradrundweges und die Schaffung neuen Parkraums oberste Priorität.

Auch die Qualität der Touristenbetreuung vor Ort müsse weiter ausgebaut werden. Reier spricht sich für eine stärkere Verknüpfung der touristischen Unternehmen und Angebote aus. Der Gast solle im besten Fall von einem Highlight zum nächsten geleitet werden ohne groß danach suchen zu müssen. Das könne unter anderem durch die Einbindung von Metow und Mole in das Radwegenetz oder der Vernetzung von Badestellen gewährleistet werden.

Grenzlage Plaus eröffnet Chancen auf zwei Ebenen

Bei der Vermarktung will die Seestadt weiter verstärkt auf die Kooperation mit Röbel, Malchow und Waren setzen. So könne man nicht nur mehr Aufmerksamkeit bei potenziellen Gästen erwecken, sondern auch Geld einsparen, das wiederum in den Ausbau der Qualität vor Ort investiert werden könne, sagt Reier.

Plau nehme mit seiner Lage an der Grenze des Landkreise Ludwigslust-Parchim zur Mecklenburgische Seenplatte sowie seiner Zugehörigkeit zu den Tourismusverbänden Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburgische Seenplatte eine Sonderstellung ein. "Das kann man als Chance nutzen und sich auf zwei Ebenen vermarkten", sagt Reier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen