Plau am See : Diskussion ums Parken in der City

Parkscheinautomaten bescheren der Stadt jedes Jahr Einnahmen
Parkscheinautomaten bescheren der Stadt jedes Jahr Einnahmen

Plauer Anwohner starten Unterschriftenaktion: Stadt soll Anliegern gebührenfreies Parken ermöglichen, wenn Parkuhren aufgestellt werden

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12. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Parken ist gerade ein großes Thema in Plau am See. Nicht nur wegen der Freigabe des kostenfreien touristischen Großparkplatzes an der B 103, der eine Schlüsselrolle im Verkehrskonzept des Luftkurortes spielen und vor allem in den Sommermonaten die Blechlawinen aus der Innenstadt fernhalten soll. Parken ist auch deshalb zum Thema geworden, weil Bürgermeister Norbert Reier vor wenigen Tagen erst ankündigte, dass die Stadt im kommenden Jahr an Markt, Metow und in der Steinstraße Parkautomaten aufstellen wolle. Die Einsatzzeiten – etwa 8 bis 17 Uhr – könnten so programmiert sein, dass für die Anwohner keine zusätzliche Belastung in der Arbeitswoche bestünden.

 Anwohner des Plauer Zentrums sind durch die zunächst (ersteinmal) lose Ankündigung sensibilisiert. Für sie bedeutete der jetzt freigegebene Großparkplatz nicht nur ein Plus für die Gäste der Stadt; sie knüpfte an ihn auch die Hoffnung, die angespannte Parkplatzsituation für die Bewohner des Innenstadtbereichs zu verbessern. Die Parkuhren abends aus und morgens wieder auszuschalten, sei aus ihrer Sicht keine Lösung. „Das wird niemals alle Bedürfnisse abdecken können“, gibt Heike Hartung, die Anwohnerin der Großen Burgstraße ist, zu bedenken. Was sei mit Rentnern, Nichtberufstätigen, Selbstständigen, was bei Urlaubszeiten, wie kommen Berufstätige mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, etwa in der Gastronomie oder Pflege mit diesem System zurecht?

Um ihre Bedenken, Wünsche und Forderungen in eine öffentliche Diskussion zu bringen, haben einigen Anwohner jetzt eine Unterschriftensammlung initiiert. In der werden Bürgermeister und Stadtvertretung aufgefordert, dafür zu sorgen, dass den Anwohnern des Innenstadtbereichs in Zukunft angemessene und ausreichende Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen und entsprechende Bewohnerparkzonen und -ausweise eingeführt werden. Insbesondere erwarten sie, dass die Bewohner von der geplanten Gebührenpflicht auf den innerstädtischen Parkplätzen unabhängig von der Uhrzeit ausgenommen sein werden und hier Bewohnerparkvorrechte gelten. Und die Unterzeichner der Unterschriften liste wollen, dass zusätzlich geeignete Nebenstraßen ohne Geschäftsverkehr zu Bewohnerparkzonen erklärt und entsprechend gekennzeichnet werden. „Momentan ist es so, dass es in der touristischen Saison für Anwohner des Innenstadtbereichs kaum möglich ist, einen Parkplatz zu finden“, sagt Heike Hartung. „Mit den von uns aufgelisteten Maßnahmen hätte man zumindest die Chance, einen Parkplatz zu finden.“

Bis zum Jahresende sollen möglichst viele Unterschriften zusammenkommen. Die Listen liegen seit einigen Tagen aus im Plauder-Käseeck, bei Susann Koenig Keramik und in der Plaupause. In den nächsten Tagen werden vielleicht noch weitere Geschäfte hinzukommen.

Bürgermeister Norbert Reier ist die beginnende Diskussion nicht entgangen. Und er begrüßt sie. Die Forderung nach Bewohnerparkzonen und -ausweisen sei aber auch eine rechtliche Hürde, sagte er gestern auf telefonische Nachfrage. Und da sei nicht die Stadt der Entscheidungsträger. Etwaige Genehmigungen – wie sie in der Region lediglich in Parchim erteilt sind – obliegen ganz allein dem Landkreis. Diesbezüglich habe er im Vorfeld auch schon Gespräche geführt. „Doch man hat uns keine Möglichkeiten offeriert.“

Da Plaus neuer touristischer Parkplatz mit Fördermitteln gebaut wurde, müsste Plau etwaige Parkgebühren an den Fördermittelgeber abführen, erinnerte Reier an die üblichen Fördermittelkriterien. Um zukünftig also den Druck auf die innerstädtischen Parkplätze zu senken, sei die Stadt gehalten, Parkautomaten und Parkgebühren auf den übrigen Parkplätzen einzuführen, räumte Reier ein. Auf der anderen Seite brauche die Stadt Einnahmen, um auch im Rahmen der Straßenunterhaltung zusätzliche Mittel zur Verfügung zu haben, die zurzeit nicht ausreichend sind.

Wie der Bürgermeister betonte, seien Parkautomaten für Metow, Markt und Steinstraße vorgesehen. „Es gibt darüber hinaus noch diverse andere Parkmöglichkeiten. Niemand muss also Angst haben, dass er seinen Wagen nicht abstellen kann. Allerdings wird das nicht immer der Parkplatz vor der eigenen Haustür sein. Aber das können wir nicht ändern.“

 Mit dem Großparkplatz als Kernstück der Infrastruktur und dem zukünftigen Verkehrskonzept wolle die Stadt sowohl Verkehrsströme als auch den ruhenden Verkehr bewusst steuern. „Wer das nicht versteht, hat das Ziel unserer städtischen Entwicklung noch nicht verstanden“, gibt Plaus Bürgermeister zu bedenken. Und er signalisierte gestern, dass er jederzeit für klärende Gespräche bereit sei.

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