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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 21:02 Uhr

Dobbertin : „Dieses Auto bedeutet Freiheit“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Marianne Gudera kann endlich wieder am öffentlichen Leben teilnehmen. Seit dem vergangenen Jahr ist sie ganz auf den Rollstuhl angewiesen. Das Dobbertiner Autohaus Riedel half ihr mit einem neuen Transporter.

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Seit 30 Jahren wollen die Beine von Marianne Gudera im ostmecklenburgischen Dorf Zarnekow nicht mehr so recht. Seit vergangenem Jahr ist die Frau für immer an Bett und Rollstuhl gefesselt. Doch aufgeben gilt nicht – auch dank der Hilfe des Autohauses Riedel im fernen Dobbertin.

Marianne Gudera kann seit Anfang März wieder am öffentlichen Leben teilnehmen. Zuvor saß die vormalige Kindergärtnerin über mehrere Monate hinweg nur im Rollstuhl, sprichwörtlich gefesselt in der eigenen Wohnung am Dorfrand fest. Denn im vorjährigen August erlebte die 62-Jährige einen beinahe totalen Zusammenbruch. Nierenversagen, eine verschleppte Lungenentzündung… Der ohnehin schon geschwächte Körper der bis dahin bereits auf Gehhilfen angewiesenen Frau versagte fast gänzlich.

Doch nun kann die Zarnekowerin wieder lachen. Trotz der Gewissheit, für den Rest ihres Lebens an Bett und Rollstuhl gefesselt zu bleiben. Denn seit kurzem steht ein nagelneuer, umgebauter Transporter auf ihrem Gehöft. Den hat das Dobbertiner Autohaus Riedel extra für die Bedürfnisse von Marianne Gudera umgebaut. Eine ausklappbare Fahrrampe, eine Winde zum Hereinziehen des Rollstuhls, dazu diverse Verankerungen zum sicheren Arretieren des Gefährts auf dem rutschfesten, barrierefreien Fahrzeugboden und anderes waren nötig. Das Autohaus half unkompliziert und schnell, übernahm alle damit verbundenen Modalitäten: „Wir brauchten uns um nichts zu kümmern. Mein Sohn Dirk musste nur noch das neue Auto abholen“, erzählt Marianne Gudera, zur unüberhörbaren Freude der Zarnekowerin. „Dieses Auto bedeutet Freiheit für mich.“ Nur mit ihm könne sie noch am öffentlichen Leben teilnehmen. Denn trotz ihrer Behinderung, die vor 30 Jahren mit ihren sich immer mehr entzündenden Beinen begann, will die Rentnerin von einem nicht lassen: „Ich war schon immer ein bunter Vogel, der herumflog, um allerhand mitzukriegen und zu erleben.“ Das soll auch so bleiben. Sagt, hofft Marianne Gudera und blickt dabei auf ihren Sohn Dirk. Ohne den 38-Jährigen, der gleich nebenan lebt, geht vieles aber nicht mehr.

Ihr angetrauter Adolf mit dessen 77 Lebensjahren ist auch der Gesündeste nicht mehr. So ist ihr Dirk der Chauffeur der Familie – vor allem aber der Mutter. Nicht nur zu den unabdingbaren Terminen ins Krankenhaus und zu den Ärzten. Auch die ersten privaten Touren unternahm das Duo bzw. Trio bereits. Die bislang längste Ausfahrt führte nach Dobbertin. Dort führt Steffen Riedel das vom Vater Erhard gegründete Autohaus weiter. Seit 25 Jahren sind die Guderas deren Kunden. Und äußerst zufrieden. Gerade Marianne Gudera, die selbst aber keine Fahrerlaubnis besitzt. „Bei diesem Autohaus freut man sich, dass man als behinderter Mensch noch beachtet wird.“

 

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