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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

12. Dezember 2017 | 03:55 Uhr

Statistik : Diesel steigt in der Autofahrergunst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Immer mehr Diesel-Pkw fahren auch auf den Straßen des Landkreises: 35 192 Autos hat das Kraftfahrtbundesamt registriert

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 21:00 Uhr

„TDI“ vor 25 Jahren markierten diese drei Buchstaben, den Beginn des Rekordzugs der Diesel. 2014 hat der Bestand eine neue Höchstmarke erreicht: 35 192 Diesel-Pkw notiert das Kraftfahrtbundesamt für den Kreis Ludwigslust-Parchim als Bestand. Das sind 1968 mehr als vor einem Jahr. Damit ist der Anteil der Diesel-Pkw auf 28,89 Prozent geklettert (Vorjahr: 27,28 Prozent). Die Gesamtzahl aller Kraftfahrzeuge stieg ebenfalls: 151 064 Kraftfahrzeuge meldet das KBA. Darunter sind 121 817 Pkw. Im Vorjahr hatte die Zahl der Kraftfahrzeuge noch bei 150 276 gelegen, die der Pkw bei 121 774. Bei den Pkw insgesamt stieg die Zahl der Fahrzeuge damit um 43 oder 0,04 Prozent.

„Diesel oder Benziner?“' Die Antwort fällt Jahr für Jahr fast überall in der Republik unter dem Strich gleich aus: Der Diesel steigt in der Gunst der Autokäufer. Trotzdem sind im Bestand noch mehr Benziner als Diesel. Alternative Antriebe spielen noch immer keine Rolle, wie ein Blick unter die Motorhauben im Kreis Ludwigslust-Parchim zeigt: 69,28 Prozent der Pkw sind Benziner, 28,89 Prozent haben einen Dieselmotor und nur der Rest von rund 1,83 Prozent ist derzeit mit anderen Motorarten oder Treibstoffen unterwegs. Der Siegeszug des Diesel begann vor 25 Jahren mit einer neuen Technik: Fiat und Audi spritzten den Treibstoff ein und schufen damit die technischen Voraussetzungen zum Wandel vom Treckermotor zum Durchzugswunder mit allem Fahrkomfort plus optimaler Spritverwertung. Kleiner Pferdefuß: Feinstaub, der heutzutage mit Partikelfiltern bekämpft wird.

Da sich der Bestand angesichts hoher Haltbarkeit moderner Autos nur langsam wandelt, steigt der Anteil der Diesel aber langsam, auch wenn die Autokäuferinnen und -käufer die Prioritäten wechseln: Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der Benziner im Kreis Ludwigslust-Parchim von 86 315 auf 84 390 Pkw gesunken. Das Minus von 1925 Fahrzeugen in diese Gruppe entspricht einer Abnahme von 2,23 Prozent. Bei den Dieseln ist die Zahl von 33 224 auf 35 192 Pkw gewachsen. Das Plus von 1968 Diesel-Pkw entspricht einer Zunahme von 5,92 Prozent.

Nicht jeder neue Diesel im Kreis Ludwigslust-Parchim ist dabei ein nagelneuer Diesel, den Bestand beeinflussen auch die Gebrauchtwagen, die im Zeitalter von Internetportalen noch weiter in der Republik herumkommen als früher. Dabei machen sich die Autokäufer im Süden schon mal das Preisgefälle zum Norden oder Osten zunutze, sagt Klaus Heschke, Pressesprecher des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg: „Schnäppchenjäger nutzen dieses Medium.“ „Gebrauchte Diesel-Pkw haben im Juli im baden-württembergischen Pkw-Markt für ein kleines positives Signal gesorgt“, meldete sein Verband zuletzt: „Zuwachs ergibt sich daraus, dass die Autos sehr lange halten und auch bei Ersatz durch einen Neu- oder Gebrauchtwagen weiter verkauft werden können.'' Ob diese schwäbisch-badische Erkenntnis auch im Kreis Ludwigslust-Parchim gilt? Heschke, weiß wie sich das herausfinden lässt: „Das lässt sich daran überprüfen, ob und wie viele alte Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen wurden und wie viele noch da sind.“

Denn wo keine Neufahrzeuge an die Stelle alter Autos traten, die ausgemustert wurden, sind logischerweise Gebrauchtwagen gekauft worden, wenn die Gesamtzahl sich nicht entsprechend verringert. Auch das ist übrigens gut für die Umwelt: Der Fahrzeugbestand wird immer schadstoffärmer; denn die Altersstruktur spiegelt sich in den Schadstoffklassen wider. Und die Rechnung ergibt folgendes Bild: Binnen eines Jahres sind im Kreis Ludwigslust-Parchim beispielsweise 1030 Pkw der alten Euro-1-Norm und weitere 3377 der Euro-2-Norm sowie 1634 der Euro-3-Norm aus dem Verkehr gezogen worden. Macht zusammen 6041 Fahrzeuge dieser Schadstoffklassen weniger. Der Gesamt-Pkw-Bestand wuchs um 43 Pkw, das heißt, alle verschwundenen Altfahrzeuge wurden durch Neu- oder modernere Gebrauchtfahrzeuge ersetzt. Auto ade? Scheint zumindest derzeit kein Thema zu sein, sonst hätte es für die Urlaubsfahrer mangels Straßenkapazitäten für die vorhandenen Autos ja auch keinen Stau gegeben. Irgendeine Rechnung ist da wohl nicht aufgegangen.


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