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Berufung gefunden : Die Ziegenhirtin aus Wooster Teerofen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Maggy Vogelmann aus dem Saarland hat in Mecklenburg ihre Berufung gefunden

von
erstellt am 15.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Ein lauter Pfiff ertönt im Wald in der Nähe des Paschensees bei Wooster Teerofen. Plötzlich tauchen mehrere Ziegen aus den Büschen auf und laufen einer Frau hinterher. Es ist Maggy Vogelmann, die Hirtin von 40 Ziegen in Wooster Teerofen. Mit festem Schritt schreitet sie voran, umgeben von ihren Ziegen, und siehe da, auch ein paar Lämmern. „Die Lämmer habe ich von einem Schäfer bekommen. Da ich Milchziegen habe und nicht mehr wusste, wohin mit der ganzen Milch, habe ich ihm die Lämmer abgenommen, die von der Mutter verstoßen wurden“, erzählt Maggy Vogelmann.

Nicht ohne Grund laufen die Ziegen durch den Wald von Wooster Teerofen. „Wir wollen die Wacholderheide wieder wachsen lassen“, erklärt Ralf Koch vom Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Ziegen haben ein anderes Fressverhalten als Schafe, deshalb haben die Mitarbeiter des Naturparks und der dazugehörigen Naturschutzstation Wooster Teerofen entschieden, auf rund 20 Hektar Ziegen einzusetzen. „Das Laubgehölz soll nicht mehr hochkommen, deshalb setzen wir hier die Ziegen ein, die fressen das Laubgehölz weg“, verdeutlicht der Naturparkmitarbeiter. Sechs Wochen im Jahr werden die Ziegen in diesem Teil des Waldes von Wooster Teerofen eingesetzt – die ideale Zeit ist im Frühjahr und Sommer. Alle zwei Jahre werden die laubfressenden Tiere dort zum Einsatz kommen, damit sich die Wacholderheide wieder gut entwickelt. „Die Wacholderheide braucht Platz und Licht zum Wachsen“, erläutert Ralf Koch.

Wieder ertönt ein Pfiff, dann mehrere hintereinander. Kurz vorm Ziel sind dann doch einige Ziegen vom Weg abgekommen. Doch Maggy Vogelmann kennt alle ihre Ziegen, und alle haben einen Namen. Ursprünglich hatte die Ziegenhirtin als Krankenschwester gearbeitet. Irgendwann aber entschied sich Maggy Vogelmann ihren Traum zu leben. „Es war schon immer meinWunsch, eine eigene Molkerei zu haben. Daran arbeite ich derzeit.“ Vor zirka sechs Jahren hat die Saarländerin mit drei Ziegen angefangen und nach und nach weiter aufgebaut. „Es macht mir wahnsinnig Spaß“, sagt Maggy Vogelmann und lächelt. Wer auf die Ziegenhirtin von Wooster Teerofen trifft, trifft sie häufig nicht allein. Denn in letzter Zeit wird sie immer von einem ihrer Lämmer begleitet. „Ich bin seine Mama, und ziehe ihn mit der Flasche groß“, erzählt sie. Einen Namen hat der junge Schafsbock allerdings nicht. Er trottet Maggy Vogelmann einfach hinterher. „Wenn ich mal eingeladen bin, muss ich mich rausschleichen, sonst kommt er mit.“ Wenn es auf den Abend zugeht, dann kommt Maggy Vogelmann wieder in den Wald zurück. Ein Pfiff reicht und ihre 40 Ziegen kommen angelaufen. Dann haben sie ihren Job erledigt und die Wacholderheide von Wooster Teerofen kann wieder anfangen zu wachsen. Und Maggy Vogelmann? Sie führt als Hirtin von 40 Ziegen diese sicher nach Hause auf die Wiese.

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