Wangelin : Die vielen Gesichter des Glaubens

Las im Wangeliner Garten: Fotojournalist Sebastian Hesse.
Las im Wangeliner Garten: Fotojournalist Sebastian Hesse.

Fotojournalist präsentiert bei Buchlesung im Lehmhaus des Wangeliner Gartens weltweite Momentaufnahmen in Schwarz-Weiß

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28. März 2018, 05:00 Uhr

Bei Druiden haben viele von uns ja meist Miraculix im Kopf, der langbärtig und weisheitsgebeutelt entspannt in seinem Zaubertrank herumrührt, während die Römer nur darauf warten, ihm das Geheimnis des kräftespendenden Trunkes abzupressen. Sebastian Hesse zeigte bei seiner Buchlesung im Lehmhaus des Wangeliner Gartens, dass das Druidentum auch in heutiger Zeit mehr Bestand hat als nur seine Dauer in Comics zu fristen.

Der ehemalige ARD-Korrespondent und passionierte Fotojournalist fasst mit seinem Buch „Sieben – Geschichten über den Glauben“ Begegnungen und Ereignisse der letzten Jahre zusammen, in denen er – beruflich in den jeweiligen Ländern stationiert – auf Tuchfühlung mit dem menschlichen Glauben ging. „Ganz ohne „das Frömmlerische, das Klebrige“.

Bei seiner Suche ging es „nicht um die Kirche, sondern um die Menschen, die an etwas glauben, das größer ist als sie“. Dafür besuchte er nacheinander sieben verschiedene Weltregionen, tauchte ein in den mystischen Islam in Indien, traf die Katholiken bei ihren Büßerritualen in Spanien, fotografierte tanzende Derwische in der Türkei. Die Nachweise dieser Momente zeigten sich während der Lesung in selbsternannter „Bildmeditation“ an der Wand des Lehmhauses. Bilder über Bilder, Gläubige und Wallfahrer unterschiedlichster Herkunft auf ihrem Weg zu – ja, zu was eigentlich? Zu innerer Einkehr?

„Die Natur als Gottheit anerkennen, als lebensspendende Kraft“ – für Sebastian Hesse war dies eine Erkenntnis. Oder: „Die Einsicht, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen“. Wenn das ein Fazit ist, dann doch ein sehr ausgeschlafenes, welches den Zuhörer definitiv entspannt zurücklässt.

Ob er aus seiner Erfahrung heraus sagen kann, wo es mit dem Glauben so zukünftig hingeht, wird nach der Lesung beim Nachtrunk im Wangeliner Garten gefragt. Sebastian Hesses Antwort: „Es gibt eine Renaissance des Glaubens. Die Menschen wollen keine verknöcherte Männerclique mehr, die den Leuten sagt, wo es lang geht, sondern ein Nachdenken darüber, dass es noch andere Ebenen des Seins gibt.“ Und darauf ein Schluck Bier!

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