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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. Oktober 2017 | 23:50 Uhr

engagement : Die Natur liegt ihm am Herzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Janosch Voß aus Rostock absolviert zurzeit sein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

von
erstellt am 14.Feb.2015 | 08:00 Uhr

In Holz geschnitzt steht Karower Meiler auf der Platte. Vor dem Schild zum Museum und zur Naturparkverwaltung steht Janosch Voß. Ein dicker Schal schützt den jungen Mann vor der Winterkälte. Mittlerweile kennt sich der 19-Jährige aus – im Meiler und der Region rund um den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Grund: Für mehrere Monate ist der Karower Meiler und die Naturparkverwaltung sein Zuhause. Denn der Rostocker absolviert seit September vergangenen Jahres sein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ (FÖJ).

Schnell stand für Janosch Voß fest, dass er ein FÖJ machen will. „Als ich davon gehört habe, habe ich mich gleich dafür entschieden.“ Ebenfalls in Stein gemeißelt war seine Entscheidung, das freiwillige Ökologische Jahr in einem Großschutzgebiet zu absolvieren. Aufgewachsen ist der Abiturient in Rostock. Doch seine Großeltern haben schon immer außerhalb der Stadt, auf dem Land gelebt. Deshalb kennt er sich aus, wurde früh von Natur und Umwelt geprägt. „Ich hatte Glück. Meine Eltern sind seit jeher Bio-Käufer.“ Das wünscht sich der Rostocker generell. Das mehr Menschen darauf achten, was und wo sie einkaufen. „Menschen, die sich Bio- oder Fair-Trade-Produkte finanziell nicht leisten können, werfe ich nichts vor. Doch bei denen, die finanziell sehr gut dastehen, kann ich es nicht verstehen“, verdeutlicht der 19-jährige Rostocker.

Derzeit ist Janosch Voß in den letzten Zügen seiner Projektarbeit – er erarbeitet momentan die neue Posterausstellung für den Karower Meiler. Nach den Winterferien soll die Schau „Natur 2015“ fertig sein und eröffnet werden. Deshalb sitzt der Abiturient derzeit viel vor dem Rechner, liest Korrektur, recherchiert noch das ein oder andere nach. Die Arbeit bringt ihm Spaß. Zu Beginn seines FÖJ ist Janosch Voß zunächst mit den Naturpark-Rangern unterwegs gewesen. „Damit er die Umgebung und Region kennen lernt“, erläutert Jörg Gast, Leiter des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide. 1993 wurde das Freiwillige Ökologische Jahr eingeführt , erinnert sich Jörg Gast. „Seitdem haben wir jedes Jahr mindestens einen, wenn nicht sogar zwei FÖJler gehabt.“ Einige Ehemalige halten Kontakt, schreiben Briefe oder Postkarten aus aller Welt, sind im Natur- und Umweltschutz beruflich oder ehrenamtlich unterwegs. Doch einige finden ihre Berufung dann doch außerhalb des Naturschutzes. Auch Janosch Voß strebt beruflich etwas anderes an. „Ich wollte eigentlich Umweltschutz studieren. Doch dafür benötige ich Grundkenntnisse in Chemie. Das habe ich allerdings nach der 10. Klasse abgewählt.“ Seine zweite Leidenschaft ist die Musik. Seitdem Janosch Voß drei Jahre alt ist, spielt er Schlagzeug. Nach dem FÖJ, das Ende August für ihn beendet sein wird, strebt er deshalb ein Studium in Kultur- und Musik-Journalismus an. Doch für den Natur- und Umweltschutz will er sich auch weiterhin einsetzen.

Auf großen Plakaten – 70 Zentimeter breit, 100 Zentimeter hoch – wird Janosch Voß’ Arbeit in den kommenden Wochen im Karower Meiler zu sehen sein. Steckbriefartig wird der Rostocker zehn, elf Arten von Tieren und Pflanzen vorstellen. Der Fokus liegt dabei auch auf dem Menschen selbst. „Vor allem geht es um die Gefährdung der Tiere und Pflanzen und darum, was ich selbst dagegen tun kann“, erläutert Janosch Voß sein Projekt. Über ziemlich vieles wusste der Rostocker bereits Bescheid, beschäftigt er sich doch schon seit vielen Jahren mit dem Artenschutz. Doch eines hat ihn dann doch verwundert. „Noch immer gibt es die Greifvogelverfolgung durch die Taubenzüchter. Das hat mich erschreckt, dass so wenige darüber Bescheid wissen.“

Janosch Voß aber hat sich nicht nur über die Pflanzen und Tiere für die Posterausstellung „Natur 2015“ im Karower Meiler Gedanken gemacht. Sondern setzt sich auch mit ganz unterschiedlichen Themen die Umwelt und Natur betreffend auseinander. So beschäftigt sich Janosch Voß auch mit der Thematik der Monokulturen. „Es erschließt sich mir nicht, warum nur noch dasselbe angebaut wird. Monokulturen sind auf keinen Fall eine Verschönerung des Landschaftsbildes. Ich würde mir wünschen, dass das irgendwann erkannt wird und wieder eine vielfältige Vegetation entstehen kann“, so der FÖJler.

Während seines bisherigen Aufenthaltes im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide hat Janosch Voß vor allem eine Sache besonders beeindruckt: Das Fledermausmonitoring in den ehemaligen Bunkeranlagen zum Beispiel von Bossow. „Das war schon beeindruckend, als ich mit einem Ranger durch die riesigen Bunkeranlagen gelaufen bin, auf der Suche nach Fledermäusen.“

Nach seinen bisherigen Erfahrungen gibt Janosch Voß anderen Jugendlichen eines mit auf den Weg: „Ich würde jedem ein FÖJ ans Herz legen.“  

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