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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 13:38 Uhr

Dorfgeschichten : Die Kirche muss im Dorf bleiben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Dafür setzen sich die Mitglieder des Fördervereins Kirche Kuppentin bis heute ein

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Sie gilt als eines der ältesten Dorfkirchen in Mecklenburg und drohte zu zerfallen. Doch gerettet wurde sie durch einen Zusammenschluss mehrerer Leute, die ihre Kirche im Dorf behalten wollten: Die Kuppentiner Dorfkirche, erstmalig 1235 urkundlich erwähnt, ist noch heute Mittelpunkt vieler Veranstaltungen. Nicht nur religiöser Art, sondern auch kultureller. Verantwortlich dafür ist der Förderverein Kirche Kuppentin e.V., der in diesem Jahr seinen 19. Geburtstag feiern konnte, im kommenden Jahr gibt es dann das 20-jähriges Jubiläum. Auf Initiative Jürgen Damms wurde 1995 der Förderverein Kirche Kuppentin e.V. gegründet, um das Gotteshaus vor dem Zerfall zu retten. Bis heute wird der Gedanke weitergetragen, ein so wertvoll historisches Gebäude zu erhalten. Dafür kämpfen auch Vereinsvorsitzender, Dr. Peter Emisch aus Lübz, und Schatzmeister, Werner Ansorge aus Dobbertin. „1978 wurde die Kirche gesperrt, erst auf Initiative von Jürgen Damm gründete sich der Verein, um die Kirche zu retten“, erzählt Werner Ansorge. 1999 konnte das Gotteshaus endlich wieder eingeweiht werden.

Seitdem ist sie Mittelpunkt vieler Veranstaltungen, auch das nebenstehende ehemalige Pfarrhaus hat seine Funktion im Laufe der Jahre wiedergefunden: Im Gebäude befindet sich seit einigen Jahren ein Dorfgeschichtsmuseum zur Dorf- und Kirchengeschichte. „Ohne Spenden und Förderung wäre dies alles nicht möglich gewesen“, verdeutlicht Peter Emisch. Viel Geld hat auch das Land Mecklenburg-Vorpommern in das Museum und die Kirche gesteckt. „Das Kultusministerium hat uns in den vergangenen Jahren immer wieder mit ihrer Förderung unterstützt und geholfen“, sagt auch Werner Ansorge.

Derzeit zählt der Förderverein um die 70 Mitglieder – auch aus anderen Orten Deutschlands. „Es ist schade, dass sich die Kuppentiner selbst so wenig engagieren“, sagt der Dobbertiner. Wie viele Vereine hat auch der Förderverein damit zu kämpfen, Nachwuchs für die Arbeit im Verein zu gewinnen. „Wir haben auch mit dem Altersbauch zu kämpfen“, verdeutlicht Werner Ansorge. „Wir werden alle nicht jünger“, so Peter Emisch.

Imposant ragt noch heute der Holzturm der Kirche in den Himmel – erbaut im 18. Jahrhundert. Die Kuppentiner Kirche gehört zu den bedeutendsten Dorfkirchen Mecklenburgs und für ihren Erhalt kämpfen nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch der Vorstand und viele Spender. Vorsitzender Peter Emisch, Stellvertreter Pastor Christian Banek, Schriftführerin Hannelore Weiland, Schatzmeister Werner Ansorge, Viola Dreschler, Gabriele von Fuchs, Rüdiger Olms und Günter Weiland bilden seit einigen Jahren nun schon den Vorstand.

Viele Fotografien und Schriftstücke hängen in der Kirche. Sie erzählen die Geschichte des Kuppentiner Gotteshauses. Von ihrem Werdegang zur heutigen kulturellen Stätte. „Wir veranstalten immer wieder Konzerte, c, Ausstellungen“, erzählt Werner Ansorge. Die Kirche ist an diesen Abenden immer voll besetzt. Doch ohne die große Unterstützung viele Freiwilliger und deren Spenden wäre die Arbeit des Fördervereins nicht möglich. „Für einige Vorhaben brauchen wir immer mal wieder ein bisschen Zeit“, sagt auch Peter Emisch. Doch die Puste geht dem Verein noch lange nicht aus. Geht es doch um ein jahrhundertealtes Schmuckstück, das inmitten des Dorfes Kuppentin steht.

So wie die Dorfkirche für Jedermann die Türen geöffnet hat, freuen sich auch die Mitglieder des Fördervereins über Neulinge. „Jeder, der uns unterstützen möchte, ist willkommen“, sagt Werner Ansorge mit einem Lächeln.
 

 

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