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25. November 2017 | 12:33 Uhr

Parchim : Die Gesichter des KZs

vom

Im Solitärgebäude der Kreisverwaltung ist die Ausstellung "Gesichter des KZ Wöbbelin" zu sehen. Landrat Rolf Christiansen bewertet die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit als "wertvollen Beitrag für die Zukunft".

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erstellt am 06.Apr.2012 | 06:38 Uhr

Parchim | Im Solitärgebäude der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim ist ab sofort die Ausstellung "Gesichter des KZ Wöbbelin" zu sehen. Bis Ende Mai werden dort zu den Öffnungszeiten der Verwaltung das Arbeitsergebnis eines internationalen Workshops mit dem Magdeburger Künstler Marcus Barwitzki gezeigt. Landrat Rolf Christiansen bewertet die künstlerische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit als "sehr wertvollen Beitrag für die Zukunft". Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, antidemokratische Strömungen und Intoleranz erforderten Wissen um die furchtbaren Folgen des NS-Regimes, wie sie sich auch in KZ Wöbbelin widerspiegelten, sagte Landrat Christiansen, zugleich Vorsitzender des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust e. V. Dass sich junge Menschen so intensiv mit dem Thema befassen, sei beachtlich, sagte Christiansen auch mit Blick auf zwei Parchimer Schulklassen, die an der Ausstellungseröffnung teilnahmen.

Zum Hintergrund der Ausstellung: Im August 2011 fand das 19. Internationale Workcamp des "Service Civil International" e. V., deutscher Zweig (SCI), statt, das gemeinsam mit dem Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin e. V. in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin organisiert wurde. Im Rahmen dieser haben die Jugendlichen die Gesichter zuerst gezeichnet und dann aus Lehm modelliert. Es waren Vorarbeiten zu einer Skulptur, die im Sommer 2012 gestaltet werden soll. Der Magdeburger Künstler Marcus Barwitzki hat extra für die Ausstellung ein Modell dieser Skulptur gebaut. Dieser Entwurf und die Zeichnungen der Jugendlichen sollen auf das Kunstprojekt aufmerksam machen, welches Marcus Barwitzki gemeinsam mit vielen Menschen aus der Region und Jugendlichen des 20. Workcamps 2012 organisieren will. Das Ziel ist es, den Opfern ein Gesicht zu geben. Anfang 1945 wurden unzählige Menschen auf den so genannten Todesmärschen von der SS quer durch Europa, quer durch Deutschland getrieben. Von 5000 Häftlingen des KZ Wöbbelin sind mehr als tausend umgekommen, die meisten sind verhungert.

Die Ausstellung "Gesichter des KZ Wöbbelin" im Solitärgebäude des Landratsamtes in Parchim, Putlitzer Straße 25, kann bis Ende Mai besichtigt werden. Auch Führungen sind für Schulklassen möglich. Anmeldung werden unter der Telefonnummer 038753 80792 oder per E-Mail info@gedenkstaetten-woebbelin.de entgegen genommen. Dort können sich auch Interessenten melden, die das Workcamp im Juni und August unterstützen möchten.

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