Demonstration Südbahn : „Die Bevölkerung steht hinter uns“

<p>Die Bürgerinitiative „ProSchiene“ gibt nicht auf und freut sich über den guten Austausch mit der VLP.</p>

Die Bürgerinitiative „ProSchiene“ gibt nicht auf und freut sich über den guten Austausch mit der VLP.

Um Erhalt der Südbahn ringende Bürgerinitiative freut sich über gutes Gespräch mit Geschäftsführer der kreislichen Busverkehrsgesellschaft

von
01. September 2015, 18:00 Uhr

„Rote Laterne“ nennt die eisern für den Erhalt der Südbahn  kämpfende Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene Hagenow - Neustrelitz“ die von ihr an jedem letzten Freitag im Monat veranstaltete Demonstration auf dem Lübzer Bahnhof. Am 29. August kamen über 30 Unterstützer.

Alle im Kreistag vertretenen Parteien hatten die Erarbeitung einer so genannten „Machbarkeitsstudie“ gefordert (wir berichteten). Aus ihr soll hervorgehen, wie die Südbahn mit Unterstützung des Busverkehrs langfristig gestärkt und erhalten bleiben kann. „Wir hätten jetzt sehr gern Näheres zum Zwischenstand erfahren, was aber leider nicht möglich war“, sagt PI-Sprecher Clemens Russell. Am Tag der  jüngsten Demo musste der Landrat einen anderen Termin wahrnehmen und sein Stellvertreter befand sich im Urlaub.

So unzufrieden Russell diesen Zustand bewertete, so positive Worte fand er gleichzeitig für ein Gespräch der BI mit Stefan Lösel, dem neuen Geschäftsführer der für den Busverkehr verantwortlichen Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim GmbH (VLP): „Es war gut. Wir hatten und haben den Eindruck, dass uns jemand gegenübersitzt, der versteht, dass in der Vergangenheit viel falsch gelaufen ist und der offen für innovative Ideen, für Zusammenarbeit ist.“ Diesen positiven Eindruck habe man Lösel auch direkt gesagt.

Die Bevölkerung stehe hinter einer kombinierten Bahn-Bus-Lösung, wofür die BI mittlerweile rund 6000 Unterschriften gesammelt habe. „Und es werden immer mehr“, so Russell. Am 8. September werde der Kreisausschuss über den Stand der Studie informiert. Auch bis dahin sei es wichtig, zum Beispiel durch seine Unterschrift den Druck zu erhöhen. Nur dann bleibe die Chance auf den Erhalt der Infrastruktur.

Die BI hatte unter anderem auch Michael Wufka von der Tourist-Info Plau am See um eine Stellungnahme gebeten, ob/wie sich das Touristaufkommen in ihrer Gegend nach Schließung des Bahn-Teilstückes zwischen Parchim und Malchow verändert habe. Seine Antwort fällt zweigeteilt aus. Während die Verbindung Plau am See – Malchow mit dem so genannten „Pegel-Bus“ 77 unter anderem wegen des Fahrradanhängers (analog wie beim Müritz-Nationalpark-Ticket oder dat-Bus) auch für Radtouristen sehr attraktiv sei, verliere die Verbindung Plau am See – Parchim deutlich an Bedeutung. Hierzu gebe es sehr oft Nachfragen von beziehungsweise Auskunft für Einheimische(n)  in der Tourist-Info.

Seit Schließung des Südbahn-Teilabschnittes sei auch in Plau am See insbesondere im Tagestourismus (auch mit Fahrrad) aus dem Hamburger Raum „ein deutlicher Rückgang spürbar“. Es gebe deutlich weniger spontane Zimmeranfragen von Radfahrern aus der Hansestadt und dem Elbe-Raum. Wufka: „Dies lässt sich sehr klar der fehlenden Bahnanbinbindung zuschreiben.“

Der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte plane den Beitritt in die „AG Barrierefreie Reiseziele in Deutschland“. Neben anderen Orten der Region solle Plau am See hierbei eine führende Rolle spielen. „Unabdingbar für die Entwicklung in diesem Segment ist aber eine solide Anreisestruktur für diese Gäste“, sagt Wufka. „Hier zählt eine Bahnanbindung zur allerhöchsten Priorität.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen