Landkreis Ludwigslust-Parchim : "Die Bahn darf nicht auf der Strecke bleiben"

Foto: Michael-Günther Bölsche
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In die Diskussion um das mögliche Aus von Bahnlinien kommt Bewegung: CDU und SPD im Kreis melden Widerspruch an. Die Christdemokraten fordern Landrat Rolf Christiansen (SPD) auf, von sich aus aktiv zu werden.

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04. September 2012, 12:07 Uhr

parchim | In die Diskussion um das mögliche Aus von Bahnlinien (wir berichteten) kommt Bewegung: CDU und SPD im Kreis melden Widerspruch an.

Die Christdemokraten fordern Landrat Rolf Christiansen (SPD) auf, von sich aus aktiv zu werden. Fraktionschef Wolfgang Waldmüller: "Wenn wir über mögliche Streckenstilllegungen sprechen, dann ist dies auch immer eine existenzielle Frage, die uns als Landkreis im Ganzen, aber auch jeden einzelnen Bürger betrifft.

Waldmüller weist darauf hin, dass bereits zu Beginn der Debatte Verkehrsminister Volker Schlotmann angekündigt hatte, bis zum Sommer gemeinsame Gespräche mit den Landräten und den Aufgabenträgern zu führen. Der CDU-Politiker: "Vor diesem Hintergrund habe ich auf der Sitzung des Kreisausschusses angefragt, ob und inwieweit man hierzu bereits auf den Landkreis zugekommen ist. Rolf Christiansen teilte mit, dass es ein direktes Gespräch dazu mit ihm als Landrat und den anderen Aufgabenträgern noch nicht gegeben habe."

Die CDU-Fraktion hat Christiansen nun gebeten, Gespräche aufzunehmen. Über die Ergebnisse solle auch die Öffentlichkeit umfänglich informiert werden. Zunächst müsse es um den Erhalt jeder einzelnen Verbindung gehen. Ziel sei eine ausreichende Verkehranbindung gerade im ländlichen Raum. "Fehlende Verbindungen treiben die Einwohner aus den ländlichen Raum, im schlimmsten Fall aus dem Land. Das können und wollen wir uns nicht leisten", so Wolfgang Waldmüller.

Die Erstellung eines neuen Landesverkehrskonzeptes nimmt die SPD-Fraktion im Kreistag Ludwigslust-Parchim zum Anlass, sich mit Nachdruck für eine akzeptable Versorgung im Schienenpersonennahverkehr auszusprechen. "Die Ankündigungen aus dem Ministerium, Bahnstrecken im Land künftig nicht mehr in vollem Umfang zu finanzieren, stößt in unseren Reihen auf Ablehnung. Es dürfen auf gar keinen Fall Diskussionen mit dem Ziel geführt werden, Strecken stillzulegen. Die Bahn darf nicht auf der Strecke bleiben", sagt Wolfgang v. Rechenberg, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Vor allem Menschen mit geringem Einkommen, ältere Mitbürger, aber auch jüngere, die nicht über ein eigenes Fahrzeug verfügen, seien auf die Benutzung der Schienenwege angewiesen, so v. Rechenberg. "Natürlich ist ein Rückgang der Fahrgastzahlen ernüchternd und eine geringe Kostendeckung nicht wirtschaftlich", räumt Wolfgang v. Rechenberg ein. Aber: "Die Attraktivität der bestehenden Bahnstrecken muss deutlich besser kommuniziert werden. Abstimmungen mit dem ÖPNV können dazu beitragen, das Verkehrssystem und damit die Angebote in der Region insgesamt zu verbessern und nachhaltig zu gestalten." Die SPD-Kreistagsfraktion setzt sich dafür ein, im neuen Landesverkehrskonzept akzeptable Lösungen für die Region zu verankern. Auf einer der nächsten Kreistagssitzungen sollte die Zukunft des Schienenpersonennahverkehrs daher thematisiert werden, so v. Rechenberg.

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