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ausstellungseröffnung : Der sanfte Baustoff aus der Erde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

So wird Lehm unter anderem bezeichnet / Eine neue Ausstellung im Lehmmuseum Gnevsdorf beschäftigt sich jetzt mit Fachbetrieben

Unter einem Pavillon sitzen vor dem Lehmmuseum Gnevsdorf zahlreiche Besucher. Weitgereist sind einige von ihnen, um die Eröffnung der ersten Ausstellung in diesem Jahr nicht zu verpassen. „Wir haben sogar finnische Gäste heute unter uns“, verrät Marita Kiehnscherf vom Lehmmuseum Gnevsdorf. „Facetten des Lehmbaus – aktuelle Arbeiten regionaler Lehmbaubetriebe“ heißt die erste Ausstellung des vielversprechenden Jahres im Lehmmuseum. Hinter der Ausstellung, die eine Wanderschau des Lehmbaukontors Berlin Brandenburg e.V. ist, steckt vor allem die Frage „Gibt es überhaupt noch Fachbetriebe für Lehmbau?“ Diese Frage stellt auch Irmela Fromme ganz zu Beginn bei einem Einführungsvortrag zur Ausstellung.

Irmela Fromme ist nicht nur Mitglied im Lehmbaukontor, sondern hegt seit Jahren einen engen Kontakt zum Lehmmuseum Gnevsdorf. Sie selbst beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Lehmputzen – ebenfalls einer Technik von vielen mit Lehm. Allerdings gestaltet sie diese farbig. Auch das ist bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend Thema – die Techniken im Lehmbau. „Eigentlich wollten wir die Ausstellung noch umbenennen in ,Akteure des Lehmbau‘“, verrät Irmela Fromme. Doch dann sind sie bei den Facetten geblieben. Und es sind Facetten, die auf großen Bannern auf dem Dachboden des Lehmmuseums gezeigt werden.

„Am Anfang die Erde – sanfter Baustoff Lehm“. Das Zitat stammt von Jürgen Schneider und steht auf einem der Banner. Viele Lehmbauer sehen dies genauso. Immer mehr Menschen setzen auf ein wohliges Raumklima. Dafür ist Lehm bekannt. Das haben auch Einwohner aus der Region erkannt. So auch Trutz Neubarth. Der Landwirt hat sich mittlerweile auf das Bauen mit Lehm spezialisiert. Der Karbower baut noch immer an seinem Haus – mit Lehm, der Baustoff der Erde. „Es gibt noch genügend zu tun“, verrät er bei der Ausstellungseröffnung.

Auch konventionelle Bauingenieure schwenken um, bauen mit Lehm. So auch Piet Karlstedt. „Ich habe viele Betonbrücken in meinem früheren Leben gebaut“, gibt er ehrlich zu an diesem Abend. Doch jetzt setzt er ganz auf den sanften Baustoff Lehm. Seit einiger Zeit lebt er jetzt in Wangelin, dort entstehen derzeit die Strohballenbauten, an denen er ebenfalls beteiligt ist. Diese und weitere Facetten zeigt die neue Ausstellung im Lehmmuseum Gnevsdorf. Noch bis zum 15. Juli haben Interessierte Zeit, sich die Ausstellung anzuschauen.


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