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Musikereignis : Der „Ritterschlag“ beim Nikolausrock

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Erfolgt für die Musiker von „Whysoserious“ beim 11. Nikolausrock in Goldberg, denn sie durften den Abend mit ihrem Auftritt eröffnen

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erstellt am 14.Dez.2014 | 20:00 Uhr

Licht aus, Spots an! Feiner Nebel zieht in der Goldberger Turnhalle am Sportplatz auf. Dann wird sie in rotes Licht getaucht. Die ersten Gitarrenklänge dröhnen aus den Lautsprechern – direkt von der Bühne. Toms Stimme kratzt durch das Mikro. Zwischen seiner Jeansweste blitzt ein schwarzes T-Shirt hervor. Ein großes weißes „W“ prangt in der Mitte – „W“ für den Namen seiner Band: „Whysoserious“. Gemeinsam mit seinen Bandkollegen heizt er dem Publikum bei der Eröffnung des 11. Nikolausrock in der Mildenitzstadt schon ordentlich ein. Punkt 18.30 Uhr betreten sie die Bühne und lassen sich feiern. Die vier jugendlichen Musiker – alle im Alter zwischen 15 und 19 Jahren – genießen ihren Auftritt, der zweite öffentliche in diesem Jahr. Premiere war beim Amtsrock. Jetzt kommt der „Ritterschlag“, wie Felix, Frontmann der Larrikins, einen Tag zuvor beim Bandabend sagt.

Die Aufregung steigt, wie vor jedem Auftritt. „Ich bin mehr als genug aufgeregt. Mehr brauche ich nicht“, erzählt Philipp, einen Tag vorm Nikolausrock. Er ist Gitarrist bei „Whysoserious“. Erst im Mai dieses Jahres haben sich die Jungs zusammen gefunden. Warum der Name? „Weil man uns nicht Ernst nehmen kann“, erzählt Tom. Der 15-Jährige hatte bereits am Eldenburg-Gymnasium Lübz eine Band, doch er wollte etwas anderes. Jetzt macht er genau das, was ihm Spaß macht. Metalcore-Music aus Dobbertin und Goldberg. „Wir nehmen uns mit dem Namen auch selbst auf die Schippe“, erzählt Luis, Schlagzeuger und Sänger der Band. Kurz vorm zweiten Auftritt beim Nikolausrock wird jedes Wochenende geübt. Doch Tom ist mindestens viermal die Woche in der Burg. Ohne Musik geht es nicht. So geht es auch den anderen Bands.

„Oben links“, „Um Himmels Willen“, „Whysoserious“ sind nur einige Bands, die in der Musik-Burg in der Goldberger Amtsstraße ein- und ausgehen. Die „Larrikins“ und „Gomorrha“ gehören ebenso dazu. Unterstützt werden die Bands von der Evangelischen Kirchengemeinde. Ohne gegenseitige Hilfe würde es nicht funktionieren. „Es ist ein Geben und ein Nehmen“, wie Mike von den Larrikins erzählt.

Für den einen bedeutet Musik Lebensqualität, für den anderen ist sie Therapie – doch für alle irgendwie ist sie wie Luft zum Atmen. „Für mich ist Musik ein Ventil. Andere machen Sport und reagieren sich dabei ab, ich mache Musik“, erzählt Felix von den Larrikins. Derzeit schreiben die vier Bandmitglieder an ihrem dritten Album – sind schon weit rumgekommen. „In Tschechien waren wir und Brandenburg“, sagt Christian. Als er Brandenburg ausspricht, bricht Gelächter aus beim Bandabend in der ehemaligen Goldberger Burg. Zwischen den einzelnen Bands herrscht gute Stimmung, eine freundschaftliche Verbindung. Denn eines bringt sie immer wieder zusammen: Die Liebe und Leidenschaft zur Musik. „In diesen Gemäuern wurden nicht nur Bands gegründet, sondern auch Freundschaften geknüpft“, sagt Kai-Uwe von „Oben links“.

Die Leidenschaft zur Musik ist dann auch auf der Bühne wiederzuerkennen. Für die „Whysoserious“ ist es eine Ehre den Nikolausrock zu eröffnen. Umso mehr werden sie von ihren Freunden von den Larrikins und Gomorrha anschließend gefeiert. Nach vier Liedern haben sie es geschafft. Mit ziemlich lauten Tönen sind sie in den Abend gestartet, mit etwas leiseren Klängen dagegen kommen „In Ora Mundi“ aus Rostock auf die Bühne. Die Bühne wird in blaues Licht getaucht. Der Nebel zeichnet sich im Lichtkegel ab. Der Klang der Dudelsäcke erfasst das Publikum. „Wir machen etwas andere Musik“, sagt der „Spielmann“. Mittelalter-Rock steht jetzt auf dem Programm. Doch auch das zieht beim Publikum, die Mucke kommt gut an.

Ob Amtsrock oder Nikolausrock – beide Musikereignisse gehörem einfach zu Goldberg. Sie ziehen nicht nur Menschen weit über Goldbergs Grenzen hinaus an, sondern verbinden Menschen unterschiedlicher Musikrichtungen und Generationen miteinander. Das ist eben das Besondere an Goldberg, der Musikstadt an der Mildenitz.  

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