Goldberg : Der Nikolausrock ist Geschichte

Mit Unterstützung von Manu und Hans eröffnete Mua (v.r.) das Nikolausrockfestival.
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Mit Unterstützung von Manu und Hans eröffnete Mua (v.r.) das Nikolausrockfestival.

Auch bei 14. Auflage kam der Veranstalter nicht auf seine Kosten. Hohe Qualität und viel Abwechslung für wenig Geld geboten

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10. Dezember 2017, 20:30 Uhr

„Horst Power“ gibt auf: „Ich lege zuviel Geld aus privater Tasche drauf“, begründet der rührige Unternehmer gestern seinen Entschluss, kein Nikolaus-Bandfestival mehr zu organisieren.

Erstmals hatte er sogar einen Vorverkauf eingerichtet . „Über diesen Weg hatten wir immerhin 90 Karten abgesetzt.“ Auch war Horst Power eigens in die Heimat des Nikolausrock zurückgekehrt, in den Saal der Goldberger Gaststätte „Köhlers Kurve“, und hatte damit das Experiment mit dem Kulturhaus Mestlin beendet. „Aber es wollten sich einfach kein Publikumsandrang einstellen.“

Trauer macht sich bei Horst Power breit: „Das hat diese Stadt nicht verdient.“ In Goldberg habe es einst eine äußerst lebendige Szene mit vielen Bands gegeben.

Aus dieser Blütezeit stammt Mua Engel, der hauptsächlich mit der Formation „Um Himmels Willen“ Musik macht. Für die 14. Auflage von Nikolausrock war er als Solist angefragt worden und hatte spontan ja gesagt. So ganz geheuer war ihm die Rolle als Solist mit akustischer Gitarre aber dann doch nicht, denn kurzerhand hatte er sich mit Drummer Hans und Manu mit seinem Akkordeon Verstärkung geholt. Angefangen von Rock´n Roll aus den fünfziger Jahren über den eingedeutschten Mercedes Benz von Janis Joplin, die Deserteur-Hymne von Wolf Maahn bis hin zu Udo Lindenberg - da kam angesichts der Spielfreude keine Langeweile auf.

Richtig krachen ließen es die Punkerinnen der Formation „Tortenschlacht“.
Horst Kamke
Richtig krachen ließen es die Punkerinnen der Formation „Tortenschlacht“.
 

Die Umbauarbeiten für „Tortenschlacht“ waren in Rekordzeit erledigt. Die drei Garage-Punkerinnen machten Rechte, Machos oder Muttersöhnchen lautstark und in einem furiosen Tempo gnadenlos nieder.

Rapper Ostmaul kam erst mit ziemlicher Verspätung auf die Bühne - Gelegenheit füfr Mua, noch einmal ans Mikrofon zu treten.

Seit 1994 schon gibt es die deutschsprachige Punkformation „Zaunpfahl “ . Goethe (Gitarre), Max (Schlagzeug) und Ole (Bass) stellten in Goldberg ihre aktuelle CD „Neue Zaiten“ vor.

Ausführlich über die einst in Goldberg gegründeten „Larrikins“ zu schreiben, hieße, den Rock neu erfinden zu wollen. Dort hat sich inzwischen ein derart hohes Niveau an Professionalität eingespielt, dass renommierte Formationen wie „In Extremo“ sich die „Larrikins“ als Vorgruppe für ihre Deutschland-Tournee gesichert haben - auch für das Konzert am 21. Dezember auf der Rostocker Kulturbühne.

Mit der Rostocker Ska-Formation „Antispielismus“ und ihrer neuen CD „Einer von uns“ endete die 14. Auflage des Nikolausrock nur knapp zehn Minuten später als geplant.

Einmal mehr hatten Jakob und Alex für guten Klang und Karsten Sehm für passende Lichteffekte gesorgt. Auch den Ordner, Bühnenhelfern und dem Tresenteam um Rabea und Jana war Horst Power alias Tobias Schröter dankbar.

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