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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. Oktober 2017 | 18:23 Uhr

Samstag-Interview : Der Mittelsmann vom Mietverein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der Dobbertiner Holger Lau ist Mediator beim Mieterverein Parchim-Lübz und versucht, Interessenkonflikte zu lösen. Privat liebt er seinen Sport im Mildenitztal.

Holger Lau wohnt im Dobbertiner Ortsteil Neuhof und arbeitet ehrenamtlich als „Mediator – Wirtschaftsmediation (IHK)“ beim „Mieterverein Parchim-Lübz und Umgebung“. Dort lernt er viele Menschen kennen und sie ihn. Er wollte eigentlich Bühnentechniker werden, erwarb dann aber einen Facharbeiterbrief als Instandhaltungsmechaniker. In diesem Beruf kümmerte er sich um die technische Ausrüstung von Gebäuden und reparierte zuletzt U-Bahn-Rolltreppen. Die Wende machte ihn arbeitslos. Zeitweise arbeitetet er danach bei einer Hausverwaltung, bis er sich zum „Kaufmann für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft“ und Mediator ausbilden ließ. Die 20 Fragen zum Samstag stellte ihm unser redaktioneller Mitarbeiter Horst Kamke.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Mein persönlicher Lieblingsplatz ist das Mildenitztal. Urwüchsige, fast märchenhafte Natur, welche touristisch nur schwach frequentiert wird.
Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort ändern?
Ich weiß nicht genau, welche Möglichkeiten man als Bürgermeister hat, aber meine Interessen sind klar in Richtung gesunde Natur und attraktive Kultur ausgerichtet. Im Übrigen bin ich mit der Arbeit von unserem Bürgermeister, Dirk Mittelstädt aus Dobbertin, sehr zufrieden.
Wo kann man Sie in der Region am ehesten antreffen?
Natürlich an meinem Lieblingsplatz. Wenn ich es einrichten kann, jogge ich mehrmals wöchentlich den Vier-Kilometer-Rundweg im Mildenitztal.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient ?
Im Alter von 14 Jahren habe ich in den Sommerferien bei „VEB Elektrokohle Lichtenberg“ (Berlin) die Glühverluste von Kontaktkohle gemessen. Ich glaube, dass ich für diesen 14-tägigen Ferienjob zirka 240 Mark erhalten habe.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Diese wurden sehr diszipliniert für ein Moped Typ „S 50 B1“ gespart.
Was würden Sie gerne können?
Spontan fällt mir Meditation, Yoga und Tangotanzen ein. Als Mediator – Wirtschaftsmediation IHK würde ich gerne mehr Einfluss auf eine Veränderung unserer Konfliktkultur nehmen können. Als Kinder machen wir die Erfahrung, dass Konflikte etwas Negatives sind, weil wir die meisten Konflikte mit Erwachsenen nicht in unserem Interesse lösen können. Konflikte enden in der Regel mit einer „Gewinner-Verlierer“ Lösung. Diese Konditionierung unseres Konfliktverhaltens hat später Folgen in allen Bereichen unseres Lebens. Sich mit seinem eigenen Konfliktverhalten aktiv auseinanderzusetzen, hat nachhaltige positive Auswirkungen auf das gesamte Umfeld.
Was stört Sie an anderen?
Das ist natürlich von dem Anderen abhängig. Bezogen auf meine konkrete Konfliktarbeit beim Mieterverein „Parchim-Lübz und Umgebung e.V.“ stört mich ein starres und unbewegliches Beharren auf die Durchsetzung der eigenen Interessen.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Als ich gestern bemerkte, dass ich am Auto seit Jahren zweimal im Jahr Winterreifen gegen Winterreifen getauscht habe.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Bei strömenden Regen ohne jede Erfolgsaussicht geangelt.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Das lässt sich auf eine Person nicht beschränken. Alle Menschen, welche bei der Hilfe von Flüchtlingen, Kranken oder Sterbenden uneigennützig tätig werden, sind für mich Helden. Also Menschen, die sich aus Idealismus für Bedürftige einsetzen.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Das hängt ganz davon ab, wie ich mich fühle und wo meine energetische Stimmung liegt. Zurzeit stapeln sich auf meinem Nachttisch „Brüder und Schwestern“ von Birk Meinhardt, „Märchen, Mythen, Träume“ von Erich Fromm und „Miteinander Reden“ von Friedemann von Thun.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Alltägliches und regelmäßiges Fernsehen lehne ich bewusst ab. Fernsehen ist für mich ein besonderes Ereignis. An spannenden Fußballspielen oder Dokumentationen komme ich allerdings nicht vorbei.
Wo trifft man Sie eher – auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?
„Auf dem Fußballplatz“ geht nach mehreren Knieoperationen leider nicht mehr. Also eher vor dem Fernseher.

Wen würden Sie gerne mal treffen?
Alle Helden, um ihnen zu danken.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei auf den Tisch?
Nichts!
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönsten Erinnerungen?
„Als ich fortging“ von Karussell.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?
An ein Ölbild von der Ruchower Mühle. Dieses Bild hat mir mein Freund, der Maler Rolf Jürgen Windorf aus Berlin, zum Geburtstag geschenkt.
Welchen Traum möchten Sie sich erfüllen?
Eine mehrwöchige Paddeltour beginnend an der türkischen Ägäis-Küste. Ich denke, dieser Traum wird realisiert werden.

Was würden Sie als Rentner machen?
Als Rentner werde ich das Gleiche machen wie jetzt auch. Vielleicht lediglich etwas langsamer.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Ich würde gern zwei weitere Personen anführen, welche ich für ihren Idealismus sehr schätze. Da wäre zunächst Wolfgang Trampota aus Wendisch Waren. Wolfgang Trampota betreibt dort seit sechs Jahren einen Öko-Landbaubetrieb und ist ein sehr kompetenter und engagierter Umweltschützer.
Des Weiteren würde ich Uwe Schlaak aus Plau am See empfehlen. Herr Schlaak engagiert sich als Bausachverständiger in unserem Mieterverein und ist durch seine politische Arbeit für die Region von großem Wert.

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