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Fünfte Jahreszeit in der Eldestadt : Der Lübzer Funken neue Kleider

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Vom Petticoat bis zum Dreispitz, die Lübzer Funkengarde erhielt neue „Uniformen“. Proben laufen derzeit auf Hochtouren

Maskenbälle, Theater, Karneval – es macht Spaß, sich zu verkleiden. Wer es praktiziert, schlüpft nicht nur in eine ausgedachte, selbst bestimmte Rolle, er schlüpft auch aus dem Alltag. Somit ist der Tausch mit ganz und gar anderen – wenn nicht „närrischen“ – Kleidern die allerbeste Voraussetzung für ausgelassene Feste, die die Normalität sprengen sollen. Prächtige neue Kostüme der närrischen Art, in weißen Plastiktüten je nach Größe sortiert, erhielten nun die Funken des Lübzer Karnevalclubs ’54 e.V.. Es war wohl Zeit für neue „Uniformen“.

Rot-weiß sind der weiblichen Funken neue Kleider wieder, allerdings muss eingeschränkt werden: Die aufwändig gearbeiteten Funkenuniformen sind zwar „wie neu“, aber Elferrats-Mitglied Maik Schmidt verrät, dass sie zunächst einem anderen Verein gehörten und ihm abgekauft wurden. Und selbst dieser Kauf war für einen Karnevalsclub, der im Wesentlichen (neben der Unterstützung von Stadt und Land) von Eintrittsgeldern, Aufführungen und Sponsorengeldern lebt, keine Kleinigkeit. Froh zeigt sich daher Torsten Jarchow, verantwortlich für die Finanzen des Lübzer Clubs, dass die Kosten für die gut erhaltenen, neuen Kostüme zur Hälfte von der Tiefbaufirma Kienapfel aus Lübz übernommen wurden.

Dass die Garden der Karnevalsvereine uniforme Kostüme tragen, hat, wie bekannt, damit zu tun, dass sie soldatische Formationen parodieren. Sie sind die persönlichen Garden von König Karneval – und sie stehen nicht still, sie tanzen. Die Lübzer Funken in der kleinen Turnhalle, ihrem Üb-Domizil, tragen heuer zunächst einmal noch ihre Sportkleidung. Die „ganz normalen“ Jugendlichen sind zwischen zwölf und 16 Jahren alt, anwesend sind hier und heute acht Mädchen und zwei Jungs. Dann bescheiden die Trainerinnen Nicole Jasdz und Madlen Strohschein: „Jetzt probiert die neuen Kostüme an!“ Und so werden aus den jungen Mädchen also Stück für Stück die Tänzerinnen einer Funkengarde. Ziemlich kess die kurzen Röckchen und eindrucksvoll die federngeschmückten Dreispitze, all das ist das glatte Gegenteil von T-Shirts und Jeans.

Jetzt kann es Karneval werden. Und so lange dauert es nicht mehr, bis der LKC ’54 am Freitag, dem 24. Februar, zum Eröffnungskarneval laden wird. Am Sonnabend folgt dann der Gala-Abend, sonntags der Kinderkarneval und der Montag wird Big-Ball-Tag sein. Ein Programmmarathon unter dem aktuellen Motto „Ein jeder Lübzer Narr geht ins 64. Karnevalsjahr als Disney-Star“ und man darf gespannt sein, wie anarchisch-bunt sich die Karnevalsgesellschaft im geschmückten Saal (Turnhalle Schützenstraße) tummeln wird. Die Funken aber werden traditionell im einheitlichen Kostüm prunken, ihre Show allerdings, ebenso wie die der anderen Garden, wird auch in diesem Jahr wieder eine ganz neue sein. Jedes Jahr lassen sich Trainer und Tänzer etwas Neues einfallen. „Und das“, sagen die beiden ältesten Mädels der Funken, Lea Jasdz und Lucy Meyer, „ist das Tolle, dass wir immer wieder gemeinsam Ideen sammeln und etwas auf die Beine stellen.“ Die jungen Leute lieben es, spürt man, zwischen Oktober und Februar an jedem Wochenende „ihre Freunde“ aus der Garde treffen zu können. Ein Gemeinschaftserlebnis. Als Dankeschön für ihre Mühen in langen Trainingsstunden erleben sie dann, sagen Lea und Lucy, ihre Auftritte und die Begeisterung des Publikums.

Erwähnenswert noch: Lea und Lucy sind sage und schreibe „schon dreizehn Jahre lang dabei“, wie sie sich ausdrücken. Der Tanz im Karneval wurde ihnen in die Wiege gelegt, sagen sie, da ihre Mütter bereits Trainerinnen beziehungsweise Tänzerinnen waren. Lucy ist derzeit sogar das Tanzmariechen. Bei einem überregionalen Wettbewerb belegte sie kürzlich den 2. Platz. „Aber nur“, beharrt Maik Schmidt, „wegen des Kostüms, tänzerisch hätte sie den ersten Platz gewonnen.“ Also noch ein Indiz dafür, wie ausschlaggebend Kostüme zu Karneval sind.

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