Einsturzgefährdete Häuser : Der Landkreis lässt abreißen

Rechtzeitig  gepflegt hätte dieses Haus eine Besonderheit der Altstadt sein können. Fotos: Ilja Baatz
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Rechtzeitig gepflegt hätte dieses Haus eine Besonderheit der Altstadt sein können. Fotos: Ilja Baatz

Termin vom Eigentümer nicht eingehalten: Plauer Straße 7 und 8 verschwinden

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08. Juli 2014, 21:39 Uhr

Das wegen seiner Originalität zu den architektonisch wertvollsten Gebäuden von Lübz gehörende Haus mit der Nummer 7 in der Plauer Straße ließen die Eigentümer so lange verfallen, bis es nicht mehr zu retten war. Vor allem drang über mehrere Jahre Regenwasser in so großen Mengen durch das undichte Dach ein, dass mittlerweile alle Zimmerdecken von oben bis unten eingestürzt sind. Als in einem Winter abrutschender Schnee vor ein paar Jahren Dachziegel und das Traufbrett zur Straße hin mit in die Tiefe riss, ließ die Stadt einen Zaun aufstellen, der seitdem den Gehweg versperrt.

Die Bauordnungsbehörde des Landkreises hatte dem gegenwärtigen Eigentümer die Frist gesetzt, die Häuser 7 und 8 bis zum 1. Juli abreißen zu lassen, um die vor allem von ersterem ausgehende Gefahr für die Öffentlichkeit durch unkontrolliertes Einstürzen endgültig auszuschalten. Mittlerweile ist ein Deckenbalken so tief abgesackt, dass er vor wenigen Wochen im Obergeschoss straßenseitig schon einen Fensterflügel samt Rahmen herausgedrängt hat. Er hatte keinen Halt mehr und stürzte auf den Gehweg.

Weil der Eigentümer nichts unternahm, handelt für ihn jetzt der Landkreis. Diese Regelung wird als Ersatzvornahme bezeichnet. „Die Baubehörde holt jetzt drei Angebote von Abbruchunternehmen ein, das günstigste bekommt den Zuschlag“, sagt Pressesprecher Andreas Bonin. „Wie lange dieser Vorgang dauert, kann man nicht genau sagen, weil dies davon abhängt, wann eine Firma mit dem Auftrag beginnen kann.“ Der momentane Zustand sei jedoch in keiner Weise zu tolerieren, so dass die Maßnahme keinesfalls auf die lange Bank geschoben werde. Alle Kosten werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt.

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