neue ausstellung in karow : Der „Grüne Drache“ vom Meiler

Individuelle Interpretation: Fotografin Friederike von Zastrow nennt dieses Bild „Grüner Drache“.  Fotos: friederike v. zastrow (3)
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Individuelle Interpretation: Fotografin Friederike von Zastrow nennt dieses Bild „Grüner Drache“. Fotos: friederike v. zastrow (3)

Neue Ausstellung im Karower Meiler: Friederike von Zastrow zeigt „Zerfall wird Kunst – Fotografien zwischen Baum & Borke“

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24. Juni 2016, 12:00 Uhr

Versteckt unterm Dickicht, am Boden – vielleicht schlafend – liegt er, der grüne Drache. Drachen gibt es nicht? Und ob! In unserer Fantasie auf jeden Fall. Und auch bei Friederike von Zastrow. Die junge Fotografin hat ihn gewissermaßen gefunden, mitten im Wald, mitten in der Natur. Sie geht mit offenen Augen durch ihre Umwelt, begleitet von ihrer Tante Hildegard von Zastrow. Immer dabei eine Digitalkamera. Damit schießt Friederike von Zastrow die ungewöhnlichsten Bilder. Hinter dem „Grünen Drachen“ versteckt sich nämlich ein Baum, vielmehr seine Haut, die Borke.

Die 25-Jährige geht ganz genau ran – an den Baum. Schaut sich die Formen an, die die Natur erschafft. Für das perfekte Bild fotografiert die junge Frau schon mal aus den ungewöhnlichsten Perspektiven – Haltungsschäden inklusive. Doch Friederike von Zastrow scheint dies nicht zu stören. Zwischen 2010 und 2011 absolvierte die Abiturientin in der Naturparkverwaltung Nossentiner/Schwinzer Heide ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr. Dabei entstand die Liebe zur Natur. Vorhanden war sie schon immer. „Wir lieben alle die Natur, fotografieren auch selbst alle sehr gern“, erzählt Tante Hildegard bei der Vernissage im Karower Meiler. Genau dort hängt derzeit eine Auswahl der besonderen Naturaufnahmen. „Zerfall wird Kunst – Fotografien zwischen Baum & Borke“ heißt die neue Ausstellung.

Ungeschliffene Goldbarren zeigt die Fotografie mit dem Titel „Aztekengold“. Friederike von Zastrow musste dafür aber nicht nach Mittelamerika reisen, um es zu fotografieren, sondern blieb einfach in ihrer mecklenburgischen Heimat. Auch diese Aufnahme fand die 25-jährige Wahl-Münchnerin im Wald. Die Natur liefert die besten Vorlagen für Bilder, nur genau hinschauen lautet die Devise.

Für Ralf Koch, kommissarischer Leiter der Naturparkverwaltung, ist diese Ausstellung im Meiler eine ganz besondere. Schließlich sind die Motive allesamt Bäume. „Unser Naturpark ist eigentlich ein Waldnaturpark. In unserem stehen zum Beispiel die älteste Schwarzulme und Flattererle“, erklärt er den Besuchern während der Vernissage. Der Baumexperte erklärt auch, warum einige Bäume mit den Jahren aussehen wie Ziegelsteine – ein Motiv davon ist ebenfalls in der Ausstellung zu finden. In einem leuchtenden Rot erscheint die Rinde. Rotfäule hat diesen Baum befallen, sie zersetzt ihn langsam bis er irgendwann seine Stabilität verliert. Doch genau darauf zielt die Ausstellung ab. Das Motiv der Fotografin liegt im natürlichen Zerfall, der zur Natur gehört, da er für ein Gleichgewicht im Ökosystem sorgt. Friederike von Zastrow regt an – „die Natur sich häufiger selbst gestalten zu lassen. Es lohnt sich vielfach.“

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