Liebe zu Farben und Natur : „Der Garten ist mein Leben“

Besonderer Stolz von Christa Schröder ist die üppig blühende Bauernhortensie.
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Besonderer Stolz von Christa Schröder ist die üppig blühende Bauernhortensie.

Christa Schröder aus Lübz bewirtschaftet ihren Garten mit gut 400 unterschiedlichen Blumensorten

svz.de von
24. Juli 2014, 22:00 Uhr

Der Beginn von Christa Schröders Leben gleicht dem Gegenteil einer gute Stimmung erzeugenden Blütenpracht. 1939 in Danzig geboren, muss sie von dort schon sechs Jahre später vor den Russen fliehen, die jetzt Deutschland überrennen – mit ihrer Mutter. Der Vater ist seit den alles vernichtenden Schlachten auf fremdem Boden vermisst. „Außerdem war unser Haus abgebrannt. Wir erwischten den letzten Transport gen Westen und kamen dann mit einem Viehwagen in Werder an“, berichtet die heute 75-Jährige. „Ich war zwar noch klein, kann mich aber an alles erinnern.“ Die Mutter und ihre beiden Kinder hausen bis 1963 in eineinhalb Zimmern auf einem Bauernhof. Dann ergibt sich die Möglichkeit, eine Wohnung bei der AWG in Lübz zu beziehen, die bis 1997 das Zuhause bleibt.

Christa Schröder ist seit 57 Jahren verheiratet. „Mein erster und einziger Partner“, sagt sie. „Einmal in die Augen geguckt und alles war klar.“ Vor 13 Jahren entscheidet sich das Paar, noch ein Haus im Finkenweg in Lübz’ Bungalowsiedlung am Stadtrand zu bauen. „In den 60er-Jahren haben wir auch von dem Geld für unser in der Kleingartenanlage ,Waldfrieden“ angebauten Gemüse gelebt, das wir bei der Abgabe bekamen“, berichtet die Rentnerin. „Eine für mich ganz entscheidende Voraussetzung für ein neues Haus war, dass es an ihm einen Garten gibt, in dem ich mich betätigen kann. Er war und ist in meinem Leben nach wie vor so wichtig wie kaum etwas anderes.“ Daran dürfte niemand zweifeln, der einmal einen Blick auf das Grundstück von Christa Schröder geworfen hat. Wie viele verschiedene Blumensorten dort wachsen, kann sie nicht einmal sagen. 400 Sorten seien es bestimmt. Auslöser dafür, sich in der Lübzer Redaktion der SVZ zu melden, war für die Naturbegeisterte die diesjährige Blütenpracht der weißen Bauernhortensie im Vorgarten, die schätzungsweise vor allem wegen des insgesamt milden Winters noch nie so prächtig ausgefallen sei. Vergleichbares gelte in dieser Saison für viele Rosen besonders auch hinsichtlich ihrer Höhe: „Sie gucken überall ins Fenster und dann freue ich mich auch drinnen darüber.“

Dabei hat die Lübzerin dafür gesorgt, dass sie auch innerhalb der eigenen vier Wände nicht auf die Natur verzichten muss. Blumen – ob als Strauß oder lebende Pflanze – gibt es in fast jedem Raum und auch sonst präsentiert sich das Haus hell und farbenfroh. Hinter ihm auf der kleinen Terrasse unterstützen beim Sitzen am Abend zudem ein paar kleine bunte Lichterketten die gute Stimmung – natürlich ergänzt durch zwei Blumenampeln.

Ganz mochte die beim Hobby durch ihren Mann stets unterstützte Christa Schröder zumindest bisher auch nicht auf selbst gezüchtetes Gemüse verzichten. Im kleinen, vormittags schon 40 Grad warmen Gewächshaus sprießen jetzt Tomaten, Bohnen und Erbsen sind schon so gut wie abgeerntet. Das Ehepaar jedoch, den Aufwand zu verringern und einiges in Rasenfläche umzuwandeln: „So, wie es jetzt ist, macht alles viel Arbeit und wir merken langsam deutlich unser Alter.“

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